menstruflow: Polina Speidel über Hardware-Bootstrapping und Regulatorik (#192)
Shownotes
Polina Speidel ist Mitgründerin von menstruflow aus Berlin. Aus ihren eigenen Periodenschmerzen entstand 2023 das ONEflow, ein elektrisches Periodenpad, das mit elektrischen Impulsen arbeitet. Über 15.000 Kundinnen, im ersten Quartal zeitweise 1.000 Bestellungen im Monat – gebootstrapped, mit einem Gründungsteam aus vier Personen, von denen nur Polina Vollzeit arbeitet.
Dann kam im Mai ein Schreiben der Behörde: Das Gerät war unter einem Begriff vermarktet worden, der auf ein Medizinprodukt hindeutet, die Zertifizierung fehlte. Polina erzählt, warum das Team komplett offline ging, welches Worst-Case-Szenario der Anwalt skizzierte und wie sie sich seit Juli zurückarbeiten.
Außerdem: 400 Bestellungen an einem Wochenende nach einem Influencer-Post, 1.000 Pakete im Monat aus fünf Quadratmetern Self Storage, Nachkauf-Pads als Geschäftsmodell, Kredite über Shopify Capital und warum Polina erst nach eineinhalb Jahren ein Minijob-Gehalt bekam.
Links zum Podcast
- menstruflow – Website
- Polina Speidel auf LinkedIn -
- Challenges der letzten Monate - Bericht von Polina
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- Lisa-Marie Schiffner auf Instagram
- Folge 190 mit Dominik Albers von meinMPP
Buchtipps:
- The Mom Test: How to talk to customers & learn if your business is a good idea when everyone is lying to you
- The SaaS Playbook: Build a Multimillion-Dollar Startup Without Venture Capital - Rob Walling
- Startup!: Die Wissensquelle für deine erfolgreiche Gründung - von Andy Bruckschloegl
- It Doesn’t Have to Be Crazy at Work von den beiden Basecamp Gründern Jason Fried und David Heinemeier Hansson.
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Transkript anzeigen
Polina: Wir sind jetzt bei über 15.000 Kunden. In Q1 diesen Jahres hatten wir unseren
Polina: Höhepunkt. Da waren wir bei 1.000 Bestellungen pro Monat.
Polina: Danach kam leider ein extremer Einbruch aufgrund von Regulatorik.
Polina: 99% hat uns irgendjemand angeschwärzt bei der Behörde.
Polina: Ja, da saß ich erst mal. Ich habe gemerkt, ich gehe daran kaputt.
Polina: Und wann zieht man den harten Cut?
Andy: Weil ihr aus Überzeugung bootstrappt und du willst das komplett ohne Investoren schaffen.
Andy: Und damit herzlich willkommen zu Folge 192 von Happy Bootstrapping.
Andy: Im Intro hast du die Paulina Speitel gehört und sie ist die Mitgründerin von
Andy: Menstruflow aus Berlin.
Andy: Und Menstruflow baut ein OneFlow, ein Gerät, elektrisches Massage-Pad,
Andy: das hilft die Periodenschmerzen zu lindern.
Andy: Und sie hat schon über 15.000 Kundinnen. Interessant am Geschäftsmodell ist,
Andy: dass man so Pads braucht, die man dann alle x-mal nachkaufen muss.
Andy: Und Paulina ist die einzige der Gründerinnen, die das aktuell Vollzeit machen.
Andy: Warum und wieso, erfährst du im Podcast.
Andy: Sie hatte teilweise auch schon über 1000 Bestellungen im Monat und musste dann
Andy: drastisch reduzieren, weil sie den Shop offline nehmen musste.
Andy: Da gab es nämlich ein Schreiben von einer Behörde.
Andy: Was da genau passiert ist, erhörst du ebenfalls gleich und wie sie jetzt wieder
Andy: versucht, auf diesen Wert hoch zu skalieren, was Influencer mit zu tun haben
Andy: und wie sie auch am Anfang von zu Hause gepackt hat. Das fand ich super interessant.
Andy: Ja, bevor es direkt losgeht, wie immer, abonniere gerne den Podcast und schick
Andy: mir Feedback oder Vorschläge für neue Gäste per Mail an hallo.happy-bootstrapping.de.
Andy: Alle Links zum Podcast findest du auch in den Shownotes und die Polina hat auch
Andy: einen Gutschein-Kotebau.
Andy: Den erfährst du natürlich am Ende der Folge und jetzt viel Spaß.
Andy: Guten Morgen, Polina und herzlich willkommen bei Happy Bootstrapping.
Polina: Guten Morgen, Andi. Ich freue mich, dabei zu sein.
Andy: Ja, mich freut es auch. Wir hatten ja auch schon, glaube ich,
Andy: unser Vorgespräch ist ein halbes Jahr her.
Andy: Da hat es ein bisschen Verzögerung gegeben. So mehr freut es mich,
Andy: dass wir heute sprechen. Erzähl doch mal.
Andy: Wer du bist und was du genau machst.
Polina: Gerne. Genau, ich bin Polina, eine der Gründerinnen von Menstruflow.
Polina: Ich bin 30 Jahre alt, wohne in Berlin und habe vor knapp über drei Jahren,
Polina: um genau zu sein, im April 23 Menstruflow gegründet.
Polina: Aus meiner eigenen Leidensgeschichte heraus, denn ich hatte mein Leben lang
Polina: Periodenschmerzen, nie eine Lösung gefunden. Und im Januar 23 war so der Schlüsselmoment,
Polina: wo ich gesagt habe, okay, da muss es doch irgendwas geben.
Polina: Und so ist letztlich daraus unser Produkt OneFlow entstanden,
Polina: was ein elektrisches Periodenpad ist für die Frau während der Periode.
Andy: Und für jemanden, der das nicht kennt, wie jetzt mich zum Beispiel,
Andy: was ist das genau für ein Gerät und was macht das? Wo legt man das hin?
Polina: Also man klebt es dahin, wo letztlich das Unwohlsein ist. Also viele haben zum
Polina: Beispiel Unterleibsschmerzen oder am unteren Rücken Beschwerden.
Polina: Und da kann das eben eine wohltuende Wirkung haben, indem durch die elektrische
Polina: Massage die Muskulatur gelockert wird, durch die elektrischen Impulse,
Polina: die da entsendet werden.
Polina: Und dementsprechend klebt man sich wirklich dahin, wo man gerade diese Wirkung braucht.
Andy: Schmerzstimulation nutzen, wenn ich jetzt Rückenschmerzen hätte oder so.
Andy: Ist das schon speziell jetzt für den Use Case gedacht?
Polina: Keinsteils. Also theoretisch kommt die Technologie aus der Physiotherapie und
Polina: kann am ganzen Körper eingesetzt werden. Also du könntest die eigentlich auch
Polina: bei Rückenverspannungen, Nackenverspannungen aufkleben oder, oder, oder.
Polina: Da würde es genauso helfen, was jetzt unser Produkt unterscheidet von anderen
Polina: herkömmlichen oder die eben für zum Beispiel Nackenverspannungen gedacht sind,
Polina: sind letztlich die Frequenzen.
Polina: Also wir haben anhand von Studien, die besagen, dass das eben bei der Frau hilft
Polina: während der Periode. Die haben wir uns zur Hand gezogen und dann haben wir anhand
Polina: dessen dann die Frequenzen und Pulsbreiten bestimmt, damit es wirklich auch
Polina: vor allem während der Periode hilft.
Andy: Okay. Und du hast mir, glaube ich, im Vorgespräch auch gesagt,
Andy: ich kann auch den umgekehrten Fall machen. Also meine Frau könnte das mir anlegen,
Andy: damit ich mal die Schmerzen selber spüre. Das funktioniert auch, richtig?
Polina: Genau. Das ist dann, wir zweckentfremden das Produkt ein wenig.
Polina: Das Thema dabei ist, wir haben 20 Intensitätsstufen innerhalb jedes Modi.
Polina: Und ein paar der Modi sind schon sehr, sehr stark, würde ich mal sagen.
Polina: Gerade wenn man eben stärkere Beschwerden hat.
Polina: Und wenn du gerade nichts hast, also wenn deine Muskulatur entspannt ist,
Polina: es dir gut geht und du es aufbringst und dann auch sehr schnell,
Polina: sehr stark stellst, dann kann es eben sein, dass dein Muskel anfängt zu verkrampfen.
Polina: Und dadurch entstehen dann letztlich Krämpfe, die wir simulieren können. Okay.
Andy: Und die typische Kundin von dir, damit man das Problem mal versteht,
Andy: für die Männer oder Zuhörer, die das vielleicht nicht kennen,
Andy: das ist egal, welches Alter. Die Schmerzen können junge Frauen haben wie Frauen
Andy: im mittleren Alter genauso richtig?
Polina: Genau, also tatsächlich so, unsere jüngste Kundin ist glaube ich 13 Jahre alt,
Polina: die gerade ihre Periode bekommen hat und wo die,
Polina: also indirekte Kundin, das wird dann meistens von der Mutter eingekauft,
Polina: wenn die Mutter eben nicht möchte, dass das Kind auf die Pille umsteigt oder
Polina: Schmerzmittel einnimmt.
Polina: Also und dann bis hin zu, man hat die Periode nicht mehr.
Andy: Okay, krass, dass es mit 13 schon dann so schmerzhaft ist, das hätte ich jetzt
Andy: auch nicht erwartet, ehrlicherweise.
Andy: Ja, und du hast gerade gesagt, du bist eine der Gründerinnen.
Andy: Kannst du ein bisschen erzählen, wie groß ist euer Team heute?
Andy: Wie viele Geräte habt ihr schon verkauft?
Polina: Also wir sind ein Gründungsteam von vier Personen. Wir hatten noch eine fünfte
Polina: Person ganz am Anfang, das war eine Gynäkologin oder ist eine Gynäkologin,
Polina: ist aber aus privaten Gründen ausgestiegen.
Polina: Und letztlich haben wir von Anfang an gesagt, also mein Ehemann und ich hatten
Polina: die Idee, das Produkt auf den Markt zu bringen. Haben gesehen,
Polina: das gibt es so in Europa nicht. Es gibt vergleichbare in UK und den USA.
Polina: Und uns war aber klar, dass wir das gar nicht Vollzeit abdecken können.
Polina: Zu dem Zeitpunkt war das so der Gedanke. Und dass wir vor allem bootstrappen möchten.
Polina: Das heißt, wir hätten zu dem Zeitpunkt keine Gehälter auszahlen können. Und,
Polina: da ich schon mal gegründet habe und auch wir beide generell schon sehr viele
Polina: Berührungspunkte mit der Startup-Welt hatten, waren wir da schon sehr offen,
Polina: ehrlich und transparent zueinander und haben gesagt, okay, was kannst du gut,
Polina: was kann ich gut und was können wir eben nicht sehr gut.
Polina: Und dann sind sehr schnell diese großen Lücken entstanden, die,
Polina: wenn wir sie extern eingekauft hätten, einfach sehr teuer gewesen wären.
Polina: Sei es Design, Webdesign, Google Marketing, all diese Themen.
Polina: Und dann haben wir uns eben dazu entschieden zu bieten,
Polina: uns letztlich Gründer mit reinzuholen und die daran zu beteiligen und dann damit
Polina: die Kompetenzen abzudecken.
Polina: Und dementsprechend sind wir jetzt ein Gründungsteam von vier Personen.
Polina: Und davon sind wir aber zu dritt, die täglich daran arbeiten,
Polina: also operativ. Und von diesen drei wiederum bin ich die Einzige, die es Vollzeit macht.
Andy: Okay, das heißt, ich habe es verstanden. Dann gehen wir später nochmal drauf
Andy: ein. Also du bist die Einzige, die es Vollzeit macht. Okay, und wie viele Bestellungen
Andy: gab es schon? Wie viele Geräte habt ihr schon verkauft? Vierstellige,
Andy: fünfstellige Anzahl? Wie viele sind es mittlerweile?
Polina: Wir sind jetzt bei über 15.000 Kunden. In Q1 diesen Jahres hatten wir unseren
Polina: Höhepunkt, da waren wir bei 1000 Bestellungen pro Monat.
Polina: Da hatten wir im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht, also das war wirklich phänomenal.
Polina: Danach kam leider ein extremer Einbruch aufgrund von Regulatorik und da kämpfen
Polina: wir uns gerade noch so ein bisschen raus.
Andy: Regulatorik, was gab es da? Also ich habe gesehen, früher zu unserem Vorgespräch
Andy: hieß das Gerät noch anders oder ihr habt es anders bezeichnet, glaube ich.
Andy: Was ist da das Problem gewesen? Jetzt, wo du es erzählt hast,
Andy: können wir gleich darüber sprechen.
Polina: Ja, klar, sehr gerne. Genau, also wir haben das Gerät früher,
Polina: das OneFlow TENS-Gerät genannt. TENS steht für Transkutan-Elektrische Nervenstimulation.
Polina: Das ist letztlich eine Art dieser Therapiebehandlung mit elektrischen Impulsen.
Polina: Und das dürfen wir aber nicht tun oder durften wir anscheinend auch nicht tun,
Polina: was uns einfach nicht bewusst war oder wir wurden da auch falsch informiert
Polina: teilweise, weil das bereits darauf hindeutet, dass man ein Medizinprodukt sei.
Polina: Wir sind allerdings kein Medizinprodukt, wir sind ein Lifestyle-Produkt,
Polina: also wir haben die Zertifizierung noch nicht und dementsprechend dürfen wir
Polina: das so nicht mehr nennen. Wir dürfen jetzt aktuell sagen, dass es eben mit elektrischen
Polina: Impulsen arbeitet, das ist ja ein Fakt, aber wir dürfen das offiziell nicht Tänzgerät nennen.
Polina: Ja, nennen wir es aktuell elektrisches Perioden-Pad.
Andy: Und wie ist es dazu gekommen? Also hat ein Mitbewerber das gesehen,
Andy: der hat eine Unterlassungserklärung geschickt und dann musste der,
Andy: keine Ahnung, die Produkte von
Andy: der Webseite nehmen, Marketing einstellen oder ist es so krass gewesen?
Polina: So ähnlich, ja tatsächlich. Also wer das war, wissen wir jetzt letztlich auch noch nicht.
Polina: Aber zu 99 Prozent hat uns irgendjemand angeschwärzt bei der Behörde,
Polina: beim Landesamt für Gesundheit. Und dann haben wir ein Schreiben bekommen,
Polina: dass eben unser Produkt aufgefallen sei und aber nirgendswo die Medizinproduktzertifizierung hinterlegt sei.
Polina: Und dass wir das doch bitte dringlichst nachholen sollen, innerhalb von zwei Wochen.
Polina: Eine sehr große Deathline, um eine Medizinproduktzertifizierung durchzuführen.
Andy: Okay, und da arbeitet er jetzt wahrscheinlich gerade noch oder schon länger,
Andy: was genau ist, was muss man da tun? Da brauchst du eine medizinische Studie
Andy: und eine Uni als Partner?
Polina: Ja, ehrlicherweise kann ich dir selbst da noch gar nicht so viel zu sagen,
Polina: weil wir selbst noch nicht so den Durchblick bekommen haben.
Polina: Ich habe schon mit wirklich jeglichen Beratern und Beratern,
Polina: die solche Prozesse begleiten.
Polina: Und leider sagt mir wirklich jede Person was anderes. Also es fängt an von,
Polina: naja, es ist eigentlich ein ganz simples Produkt, was es ja auch so schon gibt
Polina: auf dem Markt von der Technologie her, sagen wir mal. Wir haben es ja nur angepasst.
Polina: Und solche Geräte wurden schon zertifiziert. Also es ist jetzt nichts,
Polina: was man wirklich von der Pike an anfängt.
Polina: Das heißt, das würde ein paar Monate dauern, koste ich so 30.000, 50.000.
Polina: Da fängt die Aussage an und geht bis hin zu, naja, wenn du gute Kontakte hast,
Polina: bist du mit viel Glück nach einem Jahr durch und bist aber auch 500.000 Euro
Polina: losgeworden. Das heißt, die Spanne, wie du merkst, ist sehr, sehr groß von bis.
Polina: Wir sind auch so ein bisschen verloren bei der ganzen Sache,
Polina: weil wir jetzt nicht wissen, auf wen wir da am besten hören sollen und wo wir da am besten anfangen.
Polina: Und deswegen haben wir gesagt, dass wir das fürs nächste Jahr angehen werden
Polina: oder fokussieren werden, weil das einfach doch so ein großer Brocken ist.
Polina: Und wenn wir was gelernt haben in den dreieinhalb Jahren, dann ist es sich wirklich
Polina: zu fokussieren, ein Thema nach dem anderen abzuhaken und deswegen steht das
Polina: nächste Jahr auf der Agenda.
Andy: Also falls jetzt jemand zuhört, der sich in dem Bereich auskennt,
Andy: der kann sich dann gerne bei dir melden. Ich verlinke auf jeden Fall das LinkedIn-Profil
Andy: und dann kann man sich bei dir melden, wenn man da auch helfen kann.
Andy: Das wäre natürlich cool, wenn da sich was ergibt.
Andy: Okay, das heißt, ihr seid jetzt erst wieder am Wachsen zurück auf die Werte, die ihr hattet.
Andy: Und wo seid ihr da jetzt mittlerweile wieder, wenn du sagst,
Andy: sie hattet mal 1.000 pro Monat?
Polina: Also wir sind jetzt da, wo wir vorher waren, bei 300 Bestellungen pro Monat.
Polina: Allerdings muss man da fairerweise dazu sagen, ich würde sagen,
Polina: circa 50 Prozent sind Bestandskundinnen. Denn das Thema bei uns ist,
Polina: es gibt eben dieses Elektrogerät, was ein Steuerungsgerät ist.
Polina: Das ist so ein kleines, rundes Gerät, 5 x 5 cm groß, um sich das ein bisschen fortzustellen.
Polina: Und das klippt man auf ein Klebepad. Und dieses Klebepad bringst du dann letztlich
Polina: auf der Haut an. Und die Klebefläche haftet irgendwann nicht mehr.
Polina: Das heißt, man muss diese Pads circa nach vier Perioden erneuern, so im Durchschnitt.
Polina: Und deswegen haben wir aktuell 50 Prozent einfach wiederkehrende Kundinnen,
Polina: die kommen und wieder nachbestellen. Und der Rest ist...
Polina: Und anscheinend kennt man, also was heißt ja anscheinend, aber irgendwie findet
Polina: man uns oder hat sich das mal irgendwann mal gemerkt und es kommen immer wieder
Polina: auch Erstbestellungen rein, aber die sind jetzt nicht gigantisch hoch.
Polina: Denn wie du vorhin auch schon gefragt hast, welche Auswirkungen das hatte,
Polina: also als wir dann damals dieses wunderschöne Schreiben bekommen haben,
Polina: das war im Mai, haben wir zum einen natürlich direkt einen Anwalt eingeschaltet,
Polina: weil wir gar nicht wussten, wie wir jetzt damit umgehen sollen.
Polina: Meine Theorie war, ich rufe da jetzt ganz nett an und sage, es tut uns leid,
Polina: das war alles keine Absicht, was es ja nicht war.
Polina: Das ist ein großes Missverständnis, so und so.
Polina: Davon wurden wir abgeraten und zum Glück habe ich das nicht getan,
Polina: sondern habe dann einen Anwalt eingeschaltet, der auf Medizinprodukt recht spezialisiert ist.
Polina: Und letztlich war unsere Strategie dann, wir möchten Kooperation zeigen,
Polina: weil wir es ja wirklich nicht böswillig getan haben.
Polina: Und dementsprechend sind wir dann Ende Mai komplett offline gegangen.
Polina: Also uns gab es nirgendwo zu finden. Wir haben Social Media deaktiviert,
Polina: also alles archiviert an Postings, wirklich alles, alles, alles,
Polina: alles, weil wir einfach so sehr Angst hatten, wieder irgendwas falsch zu sagen.
Polina: Und wir natürlich auch noch nicht wissen konnten, welches Ausmaß das haben kann.
Polina: Ich erinnere mich an ein Gespräch mit meinem Anwalt. Das war ein Sonntag im Mai im Besagten.
Polina: Und dann sagte er mir eben, Paulina, als ein guter Anwalt, das ist meine Pflicht,
Polina: muss ich dich über jegliches Szenario informieren, von bis.
Polina: Ich muss dich auch über das Worst-Worst-Case-Szenario informieren.
Polina: Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Szenario eintritt, 0,001% liegt.
Polina: Aber du musst es gehört haben von mir. So, ich dachte mir, ja, was kommt da jetzt?
Polina: Keine Ahnung, Bußgeld, 30.000 Euro und dann ist gut. Nein, jeder Verkauf wäre
Polina: eine Straftat gewesen und wenn wir über 15.000 Bestellungen hatten,
Polina: dann habe ich als Geschäftsführerin 15.000 Straftaten begangen.
Polina: Ja, da saß ich erst mal.
Polina: Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weisen soll, ehrlicherweise.
Polina: Damit hatte ich nicht gerechnet. Und genau, dementsprechend haben wir gesagt,
Polina: okay, wir gehen komplett offline und sind dann erst im Juli wieder online gegangen
Polina: mit neuem Wording, komplett neu gebrandet, wirklich komplette Website überarbeitet.
Polina: Alle Social-Media-Postings waren immer noch offline, weil wir alles neu aufnehmen
Polina: mussten mit dem angepassten Wording eben.
Polina: Und seit Juli, genau, das ist ja jetzt auch noch nicht so lang her,
Polina: versuchen wir da wieder rauszukommen.
Polina: Wir haben angefangen mit Meta-Ads wieder, aber die, ehrlicherweise,
Polina: funktionieren gerade auch nicht, weil unser Pixel gesperrt ist.
Polina: Also es ist gerade irgendwie so ein Faden, der sich da durchzieht.
Andy: Einer gegen alles sozusagen. Dann waren da sechs, sieben, acht Wochen offline,
Andy: wenn ich das richtig... Okay, das ist eine krasse Nummer. Das ist ja auch für
Andy: Google ein Signal erstmal und okay und für eure Bestandskunden schwierig.
Andy: Die dann Pads nachbestellen wollen oder konnten wir das noch machen?
Polina: Da haben wir tatsächlich dann, ich glaube, zwei Wochen später,
Polina: nachdem wir offline gegangen sind, haben wir nochmal, also wir haben einen exklusiven
Polina: Shop gemacht für Bestandskunden mit einem Passwort.
Polina: Und da konnte man wirklich, es war einfach nur ein reiner Shop,
Polina: der war nicht schön, ohne Inhalte, damit man eben bloß nichts Falsches sagt,
Polina: falls jemand da draufkommt.
Polina: Und genau, dann hatten wir eben per Newsletter oder per E-Mail unsere Bestandskunden
Polina: informiert. Hey, es gibt uns noch, es ist alles gut.
Polina: Und falls ihr wieder Pads braucht, könnt ihr die natürlich jederzeit nachkaufen.
Andy: Okay. Und habt ihr euch jetzt vorher das irgendwie dann freigeben lassen?
Andy: Hat der Anwalt da geholfen, dass du dir jetzt sicher sein kannst,
Andy: mit dem Wording und dem Versprechen könnt ihr an den Start gehen?
Polina: Wir sind noch im Prozess, tatsächlich. Also dementsprechend ist es,
Polina: dem ist leider noch nicht ganz durch.
Polina: Also uns wurden manche Themen schon bereits bestätigt, wie zum Beispiel,
Polina: dass wir Massage-Pad, elektrische Impulse sagen dürfen, ein elektrisches Pad,
Polina: das dürfen wir alles verwenden.
Polina: Wir dürfen eben keine Versprechen tätigen. Deswegen war ich ja vorhin,
Polina: als du gefragt hast, was ich mache oder was dieses Produkt macht,
Polina: sehr vorsichtig in meiner Wortwahl.
Polina: Denn was wir nicht versprechen dürfen, ist, dass es zum Beispiel Periodenschmerzen
Polina: lindert oder bei Endometriosebeschwerden hilft.
Polina: Weil letztlich ist das wieder schon ein medizinischer Zweck und das darfst du
Polina: nur machen, wenn du ein Medizinprodukt bist. Und deswegen dürfen wir von einer
Polina: wohltuenden Wirkung sprechen.
Polina: Was wir auch machen dürfen, ist eben unsere Gründungsgeschichte erzählen,
Polina: dass ich sage, hey, mir hat es geholfen, mir persönlich, vielleicht hilft es
Polina: jemandem da draußen auch.
Polina: Und das Schöne ist, wir haben ja auch Bewertungen und Kundenreviews,
Polina: die eben ihre eigenen Geschichten dazu erzählen und daraus wird gerade so ein Schub.
Andy: Du hast es gerade schon angesprochen, dass du der erste Kunde selber warst,
Andy: wenn ich es richtig verstanden habe von eurer Geschichte. Du warst im Urlaub
Andy: oder ihr wart im Urlaub und dann hast du mal wieder Periodenschmerzen gehabt
Andy: und hast dir überlegt, warum gibt es da nichts oder recherchieren angefangen hat.
Andy: Wann war das und wie lange hat es dann gedauert? Das ist ja Hardware-Bootstrapping
Andy: nochmal eine Nummer deutlich schwerer wie jetzt heute Software.
Andy: Kannst du uns da mal auf die Reise mitnehmen, wie die Gründungsgeschichte war,
Andy: wie lange es gedauert hat von der Idee auf der Couch?
Andy: Bis zum erstverkauften Produkt?
Polina: Tatsächlich ging das sehr, sehr schnell. Also im Januar 2023 haben wir gestartet,
Polina: beziehungsweise hatten die Idee.
Polina: Das war der besagte Urlaub, von dem du gerade gesprochen hattest,
Polina: wo ich so verzweifelt war und mein Mann dann zu mir meinte, eben,
Polina: es kann ja eh nicht sein, wir haben selbstfahrende Autos, bald fliegen die aber
Polina: nichts gegen so ein herkömmliches, wiederkehrendes Problem, was ja wahrscheinlich
Polina: nicht nur dich betrifft.
Polina: Und fairerweise muss man dazu sagen, zu dem Zeitpunkt, also 2023,
Polina: ich muss gerade überlegen, wie alt ich war, Also 29, Ende 20,
Polina: war ich wirklich der festen Überzeugung, nahezu der festen Überzeugung,
Polina: dass ich die einzige Frau auf dieser Welt bin, die monatlich darunter leidet.
Polina: Weil ich weiß jetzt nicht, wie es anderen Frauen da draußen geht und die vielleicht
Polina: jetzt auch gerade zuhören.
Polina: Wenn ich zum Arzt gegangen bin und ich war wirklich sehr, sehr oft beim Arzt
Polina: wegen meinen Beschwerden, hieß es, ja, das ist normal, das gehört dazu oder,
Polina: hatte ich auch, da müssen sie durch.
Polina: Das Beste war, dann hieß es einmal, werden sie schwanger, danach wird es besser.
Polina: Ich sage, okay, das ist der Trick 17 in Deutschland, der besagt wurde, oder wie?
Polina: Deswegen bekommt man Kinder, Wahnsinn.
Polina: Nein, Spaß beiseite, aber letztlich wirklich von bis alles gehört.
Polina: Und dementsprechend dachte ich mir so, okay, anscheinend, vielleicht bin ich
Polina: ja wirklich die Einzige auf der Welt, der es so geht.
Polina: Oder ist es halt normal und anscheinend ja kein Thema.
Polina: Und dann sind wir eben im Januar 23 in die Recherche eingestiegen und haben
Polina: eben gesehen, dass es leider tatsächlich sehr, sehr viele Frauen betrifft.
Polina: Und menstruierende Personen, also 90 Prozent der menstruierenden Personen leiden an Periodenschmerzen.
Polina: Noch schlimmer ist eigentlich der Gedanke, dass viele eben denken,
Polina: es sei normal, obwohl es nicht normal ist. Also sobald du monatlich oder wiederkehrenden
Polina: Schmerz hast, ist das bereits ein chronischer Schmerz und chronische Schmerzen sind nicht normal.
Polina: So viel mal dazu. Und genau, letztlich haben wir dann in den Workations noch
Polina: entschieden, also alles noch im Januar 2023, wir möchten so ein Produkt auf
Polina: den Markt bringen und letztlich schon die Idee gehabt, hatten den Namen Menstruflow
Polina: und waren quasi fast schon beim Notar.
Polina: Beim Notar saßen wir dann im April 2023.
Polina: Auf den Markt gegangen und die Timeline jetzt nochmal zu beenden,
Polina: sind wir im September 2023. Also genau, ging relativ schnell. Sehr schnell.
Andy: Also ja, du hast ja ein Hardware-Device entwickeln müssen irgendwie.
Andy: Da muss es ja schon vorher was gegeben haben oder so. Ich weiß nicht.
Andy: Oder du hast ja auch gesprochen, es war eine Gynäkologin ursprünglich im Gründer-Team.
Andy: Oder Gründer-Team, dein Mann ist ja auch mit dabei. Dann war das deine Gynäkologin
Andy: und die hat dann mitgeholfen. Oder hast du da jemanden gefunden über Studien oder sowas?
Polina: Es ist tatsächlich über den Bekanntenkreis gewesen. Also mein Mann kennt sie
Polina: sehr gut und es ist auch sein Bekanntenkreis und so haben wir sie angesprochen
Polina: und haben mit ihr erstmal darüber gesprochen, hey, funktioniert das wirklich?
Polina: Wir haben da halt was gefunden.
Polina: Wieso redet darüber niemand? Wieso gibt es das so noch nicht in Europa?
Polina: Und dann war sie so, ja, natürlich, klar, warum soll das denn nicht funktionieren?
Polina: Das da unten ist ja auch ein Muskel bei der Frau. Also wenn das bei jeglicher
Polina: anderen muskulären Beschwerde funktioniert, dann eigentlich auch im Unterleib.
Polina: Und genau, dann sind wir eben weiter eingestiegen, haben weitere Studien gefunden.
Polina: Es gibt bereits kleine, auch für Frauen, für eben Periode, Endometriose,
Polina: wo besagt wird, dass elektrische Impulse oder Nervenstimulation helfen kann.
Polina: Und das war nämlich der Vorteil, um auf deine Frage nochmal zurückzukommen,
Polina: wie wir das so schnell geschafft haben.
Polina: Die Technologie an sich besteht ja bereits. Das heißt, wir mussten da jetzt
Polina: das Rad nicht neu erfinden.
Polina: Wir mussten in Anführungsstrichen nur sagen, okay, wie müssen die Frequenzen
Polina: sein, damit das am besten hilft?
Polina: Wie muss die Pulsbreite sein? Aber da gab es auch ebenfalls bereits Theorie
Polina: dazu. Und wie soll das Design am besten sein? Und eine unserer Gründerinnen ist auch Designerin.
Polina: Das heißt, sie und die Gynäkologin haben dann die Köpfe zusammengesteckt und
Polina: dann haben sie überlegt, okay, wie sollen diese Pads geformt sein,
Polina: damit sich das dem weiblichen Körper am besten anschmiegt?
Polina: Und dementsprechend war es eigentlich dann nur Hersteller suchen,
Polina: der bereits solche Geräte macht, solche ähnlichen und anfragen,
Polina: hey, könnt ihr das so und so customisen, wie wir das benötigen letztlich.
Andy: Wo hast du den Hersteller dann gefunden?
Polina: In Asien.
Andy: Okay. Und da musst du irgendwie Kontakte haben oder irgendjemand,
Andy: damit es so schnell funktioniert?
Andy: Also ich kenne es jetzt von meinen Gästen, die suchen teilweise ein Jahr lang,
Andy: bis sie jemanden haben, der ihnen sowas baut und wenn es dann auch noch umgebaut
Andy: werden muss oder sogar neu entwickelt, dann dauert es nochmal deutlich länger.
Andy: Das geht eigentlich nur bei Fashion, dachte ich, so kurze Zeiten.
Polina: Nee, also tatsächlich eben dadurch, dass es so schon gibt, solche Art von Geräten,
Polina: ging das eigentlich relativ schnell.
Polina: Also innerhalb von wenigen Wochen hatte ich eine Lust, von, glaube ich,
Polina: knapp über zehn Herstellern, die ich dann angeschrieben habe.
Polina: Und dann auf der Shortlist in der engeren Auswahl waren dann zwei Hersteller.
Polina: Dann haben wir uns bei beiden Samples machen lassen.
Polina: Und dann letztlich war ziemlich schnell klar, welcher es wird.
Polina: Genau, also ging es schnell.
Andy: Und zu dem Zeitpunkt warst du selber noch angestellt. Kannst du uns das mal
Andy: noch ein bisschen erzählen? Hast du dann das erste nebenher gemacht?
Andy: Bist du dann in Teilzeit gegangen oder hast du dann auch voll rüber geswitcht gleich? Wie war das?
Polina: Ja, genau. Ich war zu dem Zeitpunkt Vollzeit angestellt in einer Unternehmensberatung
Polina: und habe da was komplett anderes gemacht.
Polina: Ich war da im Bereich Risikomanagement und Digitalisierung von Finanzprozessen.
Polina: Das ist wirklich was komplett anderes und war tatsächlich auch glücklich in meiner Position.
Polina: Also ich durfte da das Thema Digitalisierung selbst vorantreiben,
Polina: habe das Produkt da selbst entwickelt, das Beratungsprodukt und, und, und.
Polina: Also ich hatte gar nicht vor, da rauszugehen. Und das war auch der Plan eben,
Polina: als mein Mann und ich die Idee hatten und wir uns die Gründer zusammengesucht
Polina: haben, haben wir gesagt, wir werden das nur nebenher machen,
Polina: und deswegen brauchen wir eben Leute, die da operativ eigentlich letztlich dran arbeiten.
Polina: Es war klar, dass ich gerne die Gründungsgeschichte erzähle,
Polina: um das einfach persönlicher, emotionaler aufzuladen, aber darüber hinaus war
Polina: jetzt gar nicht die Idee, dass ich das Vollzeit mache.
Polina: Und dann während der Gründungsphase oder der Entstehungsphase,
Polina: sage ich mal, hat sich für mich einfach herauskristallisiert.
Polina: Beziehungsweise ich würde es mal eher so formulieren, ich habe gemerkt,
Polina: was für ein extremes Tabuthema das noch ist, was mir eben auch nicht bewusst war.
Polina: Also leider ist es noch extrem tabu behaftet und viele Frauen sprechen ungern
Polina: darüber, im Arbeitskontext wird eigentlich nahezu gar nicht darüber gesprochen und, und, und.
Polina: Und habe festgestellt, dass da eigentlich noch so viel Aufklärungsarbeit notwendig ist.
Polina: Ich meine, ich habe es ja an mir selbst gesehen. Ende 20 und ich hatte eigentlich
Polina: das Gefühl noch gar keine Ahnung über den Zyklus und dass Schmerzen nicht normal
Polina: seien. Also bestes Paradebeispiel und so geht es sehr, sehr vielen Frauen.
Polina: Und im Zuge dessen habe ich einfach gemerkt, dass ich total aufgehe in dem Thema
Polina: und dass ich gerne die Stimme dafür sein möchte.
Polina: Ich möchte die Tabubrecherin sein, ich möchte diejenige sein,
Polina: die auf Straßen geht, auf, weiß ich nicht, Events, Veranstaltungen und dafür
Polina: einsteht, dass die Periode kein Tabuthema mehr ist und,
Polina: dass wir offen über Periodenschmerzen sprechen und darüber, dass sie nicht normal
Polina: sind und dass es eben Lösungen gibt.
Polina: Und dann habe ich mich bis Juni, also Juni 23 bin ich dann letztlich aus der
Polina: Vollzeitstelle raus und bin dann komplett bei Menstofo rein,
Polina: mit dem Risiko, dass ich erstmal kein Gehalt habe und auch auf unabsehbare Zeit
Polina: kein Gehalt haben werde.
Andy: Hast du dann vom Ersparten gelebt? Du wirst ja wahrscheinlich in der Beratung
Andy: nicht schlecht verdient haben. Hast du dir was auf die Seite gelegt und dann,
Andy: ja, da hat dir regelmäßig was überwiesen oder wie habt ihr das gemacht?
Polina: Ja, also tatsächlich hatte ich zum einen noch relativ viel Erspartes.
Polina: Ich habe nämlich zu dem Zeitpunkt bereits acht Jahre lang gearbeitet im angestellten
Polina: Verhältnis, also in unterschiedlichen Bereichen.
Polina: Also genau, habe ja auch schon ein paar Jährchen auf dem Buckel und,
Polina: habe aber auch einen sehr unterstützenden Ehemann, der letztlich da auch in
Polina: mich rein investiert hat oder das war sein Invest in Menstruflow,
Polina: dass er mich finanziell unterstützt hat, damit ich das Vollzeit machen kann.
Polina: Genau, das war so der Deal bei uns.
Andy: Teilst du dir dann heute ein Gehalt aus oder ist es jetzt durch die Änderungen,
Andy: die es jetzt in den letzten halben Jahren gab, wieder nicht mehr möglich?
Polina: Ich habe im Oktober 2024 mit einem Minijob-Gehalt angefangen,
Polina: also knapp eineinhalb Jahre später.
Polina: Und jetzt seit Juli diesen Jahres, das ist für mich auch ein Riesenerfolg,
Polina: kriege ich jetzt wirklich ein richtiges Gehalt, was mehr als ein Minijob-Gehalt ist.
Polina: Das ist jetzt auch nicht das, wo ich eigentlich mal hinwollte.
Polina: Das ist immer noch weniger, als ich je verdient habe im Angestelltenverhältnis.
Polina: Aber es ist trotzdem auf jeden Fall ein ordentliches Gehalt,
Polina: wovon man leben kann, wo ich jetzt auch keine Unterstützung von meinem Mann nötigen müsste.
Polina: Genau, aber das kam tatsächlich auch eher dadurch zustande, dass ich nämlich
Polina: nächstes Jahr Mutter werde. Und...
Polina: Genau, und deswegen war dann das Thema, okay, wie kommt man an Elterngeld etc.
Polina: Und dafür werden natürlich die letzten zwölf Monate...
Andy: Brauchst du ein Einkommen?
Polina: Genau, brauche ich ein Einkommen, ansonsten kriegen wir nichts.
Polina: Und dementsprechend war das dann so der Schlüsselpunkt, dass wir gesagt haben,
Polina: okay, ab jetzt kriege ich ein Gehalt.
Andy: Dann herzlichen Glückwunsch erstmal zum eigenen Gehalt und zum kommenden Nachwuchs.
Andy: Das ist dann auch nochmal eine spannende Zeit. Dann müssen wir auch unbedingt
Andy: nochmal sprechen, wie du das dann auf die Reihe bekommst oder ob dann jemand
Andy: anders dich unterstützt.
Andy: Also hatte ich jetzt auch schon zwei, drei Mal junge Mütter oder werdende Mütter
Andy: dann als Gründerin. Das ist ja nur mal was anderes. Gehen dann häufig auch früher
Andy: wieder rein in die eigene Firma.
Andy: Interessiert mich dann natürlich, wenn es dann mal soweit ist,
Andy: dann hast du auch noch eine andere Priorität. Und trotzdem wirst du es,
Andy: glaube ich, irgendwie hinbekommen, weil offensichtlich lässt sich das Thema ja nicht los.
Andy: Aber hast du trotzdem mal zwischendurch Zweifel gehabt? Hey,
Andy: warum habe ich meinen gut bezahlten Beraterjob hingeworfen, um das hier zu machen?
Andy: Oder haben die Kollegen und Kolleginnen gefragt, ob du eigentlich noch alle
Andy: Tassen im Schrank hast? Sowas kann ja auch passieren.
Polina: Oft, wirklich oft. Also ich würde sagen, dieses Jahr, gerade als dann das Schreiben
Polina: von der Behörde kam im Mai, das war so der Schlüsselmoment für mich,
Polina: wo ich wirklich, wirklich an dem Punkt war, dass ich gesagt habe,
Polina: ich kann nicht mehr, es geht einfach nicht mehr.
Polina: Also ich würde sagen, ich war auch letztes Jahr so gefühlt kurz vor dem Burnout,
Polina: weil es einfach viel zu viel Arbeit war für eben,
Polina: Und irgendwann ist es eben dann dieses, okay, was habe ich eigentlich davon?
Polina: Also natürlich, man möchte was bewegen. Ich habe verstanden,
Polina: wir sind ein Impact-Startup, das ist alles schön und gut, aber ein Leben lang
Polina: von Luft und Liebe zu leben, ist auch einfach mental eine Belastung.
Polina: Kann für manche funktionieren. Ich wollte nie die Frau sein,
Polina: die abhängig von ihrem Mann ist.
Polina: Das heißt, für mich war das auch einfach psychisch eine extreme Belastung und
Polina: ich habe mich dann auch gefragt, wofür mache ich eigentlich das Ganze?
Polina: Also natürlich für die anderen Frauen da draußen, aber ich darf mich ja selbst
Polina: dabei nicht verlieren. Ich darf
Polina: daran nicht kaputt gehen. Und ich habe gemerkt, ich gehe daran kaputt.
Polina: Und dann kamen noch so ein paar andere Konfliktthemen bei uns im Unternehmen
Polina: auf Anfang des Jahres und dann eben das Schreiben von der Behörde.
Polina: Also es kam wirklich sehr, sehr viel Negatives zusammen, wo ich gesagt habe,
Polina: Weiß ich jetzt nicht. Also entweder ich gehe jetzt wirklich kaputt,
Polina: das ist dann jetzt der Moment oder ja.
Polina: Aber ich habe mich dann nochmal zusammengerauft und mein Mann hat tatsächlich,
Polina: er war derjenige, der gesagt hat, Polina, ich weiß, es ist gerade hart,
Polina: aber bitte gib dem Ganzen noch eine letzte Chance.
Polina: Wenn es jetzt danach immer noch nicht funktioniert, dann kannst du wirklich
Polina: alles sofort beenden und dann finden wir eine Lösung.
Polina: Aber ich glaube, das war das Thema dadurch, dass wir eben so ein starkes Q1
Polina: hatten mit 1000 Bestellungen pro Monat, was für uns ein extremer Erfolg war
Polina: und vor allem verdreifacht im Vergleich zum Vorjahr. und wir wussten auch,
Polina: durch welche Hebel das passiert ist.
Polina: Das heißt, wir könnten diese Hebel genauso wieder in Bewegung setzen.
Polina: War das so, wir haben ja einen gewissen Proof of Concept jetzt.
Polina: Wir wissen, es kann funktionieren, es kann durch die Decke gehen.
Polina: Wir müssen jetzt einfach noch ein bisschen durchhalten. Ja, ich habe wirklich
Polina: sehr lange drüber nachgedacht.
Polina: Auch gerade so die Zeit, wo wir offline waren, habe ich natürlich für mich genutzt
Polina: und in mich gegangen. Ich konnte ja eh nicht arbeiten in der Zeit,
Polina: ehrlicherweise. Und das war dann Fluch und Segen zugleich. Also ich konnte wirklich,
Polina: ja eben, ich habe wirklich, ich glaube, drei Wochen gar nichts gemacht für Menstruflow.
Polina: Das Erkundensupport ein bisschen, aber das hält sich dann auch im Rahmen.
Polina: Und habe mir Gedanken gemacht und habe mir gesagt, okay, wenn es jetzt weitergehen soll, dann so und so.
Polina: Und ja, dann glücklicherweise habe ich ja dann jetzt auch ab Juli mein Gehalt
Polina: bekommen. Das hat mir natürlich auch nochmal die Motivation gegeben,
Polina: weiterzumachen. Und mal gucken. Also ich bin guter Dinge. Ich bin weiterhin optimistisch. Und ja.
Polina: Wir schauen.
Andy: Hast du da eine harte Deadline? Wann war dein Monat März dieses Jahr mit den 1000 Bestellungen?
Andy: Willst du März 27 wieder bei 1000 Bestellungen sein? Und ist das dein Milestone,
Andy: an dem du sagst, ja, ich mache weiter? Oder gibt es sowas nicht?
Andy: Gibt es so einen harten Milestone?
Polina: Ja, doch. Also haben wir schon eben bis Q1 nächsten Jahres wieder an dem Punkt zu sein.
Polina: Darauf arbeiten wir jetzt auch wirklich hin. Wir arbeiten jetzt auch immer mit
Polina: Zielen innerhalb der Company. Das haben wir vorher nur nie so richtig gemacht.
Polina: Allerdings muss ich auch ehrlich sagen, ich habe da auch jetzt gerade gestern
Polina: mit meinem Mann drüber gesprochen.
Polina: Wir waren länger im Auto unterwegs und eben über das Thema Gründen und wie oft
Polina: man sich Ziele setzt und wie frustrierend das auch sein kann,
Polina: wenn man diese Ziele verfehlt. Und wann zieht man den harten Cut?
Polina: Weil man ist ja trotzdem emotional so involviert und man denkt sich so,
Polina: nee, das kann nicht sein, dass das nicht funktioniert.
Polina: Das muss nochmal, das, so und,
Polina: Jetzt sage ich, wenn es nächstes Jahr nicht klappt, dann, aber frag mich bitte
Polina: nächstes Jahr noch mal, wie es auskommt, falls wir das nicht verstehen.
Polina: Genau, also toi, toi, toi, wie gesagt, ich bin ja guter Dinge,
Polina: dass wir das schaffen, aber falls nicht, komm gerne nochmal auf mich zu,
Polina: was meine Antwort dann sein wird.
Andy: Dann bist du 50, also deswegen diese harten Ziele, finde ich immer ein bisschen
Andy: schwierig, wenn du dann, keine Ahnung, hast wieder 1000 Bestellungen als Ziel
Andy: und dann sind es 928, dann wirst du deswegen ja nicht aufhören.
Andy: Wenn du aber eine Tendenz hast, die nach unten geht oder so, dann vielleicht schon.
Andy: Also dann ist es auch für dich selber einfacher nachzuvollziehen.
Andy: Wenn man aber klar sehen kann, ja okay, wir haben das nicht verdreifacht,
Andy: aber 2,5-fach, dann stimmt ja die Richtung auf jeden Fall. Von daher muss man
Andy: das ein bisschen weicher sehen und nicht so hart. Genau.
Andy: Ein bisschen was über das Produkt haben wir jetzt ja schon gelernt,
Andy: was wir noch nicht gesagt haben. Was kostet es denn in der Grundausführung?
Andy: Wie viele Pads sind da dabei?
Polina: Also das Starter-Set, sage ich mal, kostet 54,95. Da ist das Gerät selbst dabei
Polina: und ein großes Pad. Damit kann man anfangen.
Polina: Letztlich deckt das so das ganze Unterleib ungefähr ab oder den unteren Rücken.
Polina: Und dann kann man das ausbauen. Also es ist wirklich wie so ein modularer Baukasten.
Polina: Wir haben nochmal kleine Pads, wir haben ein Verbindungskabel,
Polina: damit man das besser am Rücken anbringen kann.
Polina: Und letztlich je nachdem, wo die Beschwerden sind, also sei es jetzt eher großflächig
Polina: oder punktuell, braucht man eben entweder das große oder die kleinen Pads.
Polina: Genau, und die kosten dann nochmal unterschiedlich, aber mit 54,
Polina: 95 startet man und kann auf jeden Fall damit schon auch eine Wirkung erzielen.
Andy: Und wie viel kosten dann die Pads? Also wie viel macht das jetzt gerade vom
Andy: Umsatz aus? Also Geräte zu den Pads, die ja dann...
Andy: Das ist ja ein bisschen wie beim... Ich habe mich vorhin rasiert,
Andy: wie beim Rasierer. Du kaufst halt den Rasierer einmal, wahrscheinlich hält er
Andy: dann zwei, drei, vier Jahre.
Andy: Aber Rasierklingen brauchst du relativ häufig.
Andy: Und da haben wir dann auch das Geld verdient, sage ich jetzt.
Andy: Weil ist das bei euch dann auch so? Verdienst du mit dem Geräteverkauf auch schon eine Marge?
Polina: Tatsächlich nicht. Also gerade so mit den ganzen Marketingkosten und allem drum
Polina: und dran sind wir froh, wenn wir break-even sind mit dem Erstkauf oder
Polina: wirklich nur mit diesem Starter-Set und verdienen, wie du es gerade gesagt hast,
Polina: ganz klassisch, wie mit dem Razor & Blade-Modell an den Pads,
Polina: die nachgekauft werden oder auch bei der Erstbestimmung dazugekauft werden. Das gibt es ja auch oft.
Polina: Genau, und die Pads kosten, also das große Pad kostet 13,90.
Polina: Die kleinen Pads kosten 12,90. Und dann kannst du die im Bundle kaufen, im Jahresvorrat.
Polina: In einem Abo kann man die auch erwerben natürlich. Da kriegt man bis zu 40 Prozent Rabatt.
Polina: Also haben wir wirklich jegliche Variante einmal durchgespielt.
Andy: Okay, wie viele machen das Abo? Also ist das schon ein signifikanter Anteil?
Polina: Noch nicht, leider. Das kriegen wir irgendwie, also sind wir auch dran zu überlegen,
Polina: wie man das jetzt nochmal besser machen kann.
Polina: Wir haben tatsächlich dieses Jahr, was wir jetzt neu haben, also wir haben eine
Polina: App gelauncht zur Steuerung des
Polina: Geräts. Man kann das Gerät auch am Gerät selbst steuern, das geht auch.
Polina: Aber wenn man gerade unterwegs ist und eben je nachdem, wo man es aufklebt,
Polina: sagen wir mal am Unterleib, unter der Kleidung, dann will man jetzt vielleicht
Polina: nicht auf öffentlicher Straße oder im Büro kurz da irgendwie unter der Jeans
Polina: rumfummeln und irgendwelche Einstellungen treffen. Das ist komisch.
Polina: Und das haben wir tatsächlich auf den Kundenwunsch hingemacht.
Polina: Also sehr viele Kunden haben sich gemeldet und meinten, hey,
Polina: es wäre für cool, eine App zu haben. Wir waren da nämlich auch am Anfang kritisch,
Polina: noch eine App, braucht man wirklich eine App, aber sie erfüllt wirklich einen
Polina: sinnvollen Zweck. Also es ist jetzt nicht nochmal irgendwie,
Polina: ja, hier nochmal ein Tracker oder weiß ich nicht was.
Polina: Damit könnte man auch das Gerät nutzen und steuern. Und was wir jetzt im nächsten
Polina: Schritt gemacht haben, ist, wir haben da auch einen Shop reingebaut,
Polina: also unseren Shop einfach mit reingenommen und bewerben da immer wieder,
Polina: hey, brauchst du wieder neue Pads?
Polina: Wie sieht es aus? Und dadurch konnten wir die Abozahlen tatsächlich ein bisschen
Polina: steigern, aber es ist noch marginal. Also unser Wunsch wäre natürlich,
Polina: irgendwann von den Abos leben zu können.
Polina: Das wäre der große Traum, aber da sind wir noch nicht.
Andy: Du weißt ja dann, das ist ja wie bei meinem, also ich will es jetzt nicht damit vergleichen, Aber
Andy: der Saugroboter, der hat ja auch eine App und der hat verschiedene Verbrauchsmaterialien
Andy: und in der App kann ich sehen, keine Ahnung, die ist noch 90 Prozent gut,
Andy: noch 60 Prozent gut, jetzt brauchst du eine neue Bürste oder du musst mal das machen oder so.
Andy: Das könntest du ja in der App dann auch ganz gut darstellen.
Andy: Also dein Pad hast du jetzt so und so oft benutzt, das sollte jetzt eigentlich
Andy: nicht mehr gut sein, du solltest mal ein neues bestellen. So kann man das ja auch machen, oder?
Polina: Ja, also haben wir auch schon überlegt. Es ist teilweise schwierig,
Polina: weil man nicht weiß, weil wenn du das zum Beispiel jetzt benutzt hast ohne App,
Polina: dann kriegen wir das natürlich nicht rein. Ja, genau.
Polina: Und es kann sehr schnell sehr ungenau werden. Und wir merken schon,
Polina: dass das alles noch ein sehr sensibles Thema ist. Und wir wollen ja jetzt auch
Polina: nicht das Gefühl vermitteln, hey, wir wollen jetzt an dir, liebe Kundin,
Polina: extrem viel Geld verdienen und dir monatlich neue Pads zuschicken.
Polina: Wir wollen ja auch wirklich helfen.
Polina: Natürlich müssen wir auch Geld verdienen, weil wir Unternehmen sind,
Polina: aber dementsprechend ist es immer dieser Spagat zwischen, ah,
Polina: wie kommunizieren wir das jetzt am besten? Also hatten wir auch überlegt,
Polina: aber es ist einfach aktuell noch zu ungenau.
Andy: Bei Hardware ist ja immer so die Frage, du musst dir da jetzt wahrscheinlich auch
Andy: das ordentlich vorfinanzieren, weil der Produzent wird nicht nur zehn Geräte
Andy: machen, wenn du die bestellst, sondern du musst wahrscheinlich eine drei- oder
Andy: vierstellige Anzahl Geräte bestellen, bezahlen, dann hast du die bei dir im
Andy: Lager liegen oder zu Hause, ich weiß nicht, in der Garage, kannst du auch mal
Andy: gleich erzählen, wie er das macht
Andy: und du musst das immer vorfinanzieren, oder?
Polina: Ja, genau. Also wir hatten tatsächlich, das war auch, wie gesagt,
Polina: also dieses Jahr, da kam eins nach dem anderen zusammen.
Polina: Wir hatten nämlich zum ersten Mal 6000 Geräte vorproduzieren lassen.
Polina: Das ist eine ordentliche Summe. Also vorher waren wir mal, damals haben wir
Polina: bei 1000 Geräten angefangen, als wir gestartet sind. Da haben wir uns immer
Polina: hochgearbeitet und dann waren wir so im Schnitt immer bei 3000 Geräten und die
Polina: wir dann immer alle paar Monate allerdings auch nachbestellt haben.
Polina: Wieso wir das so gemacht haben, ist A, zum Vorfinanzieren, hatten wir einfach
Polina: niedrigere Summen und B, waren wir viel flexibler, falls doch nochmal irgendwas
Polina: angepasst werden sollte, sei es jetzt an den Einstellungen. Also wir konnten
Polina: viel schneller Feedback einbauen und viel agiler sein.
Polina: Und dadurch, dass wir dann jetzt im Januar diesen Jahres so hohe Verkaufszahlen
Polina: hatten, hatten wir dann eben mal 6000 Geräte vorproduzieren lassen.
Polina: Dann kamen die Offline-Season bei uns und, und, und. Wir dachten uns,
Polina: okay, das ist ja jetzt perfektes Timing, keine Ahnung, wie wir die restlichen
Polina: Geräte abnehmen sollen vom Hersteller.
Polina: Das war wirklich ein heikles Thema und wir konnten uns zum Glück einigen,
Polina: dass wir die immer so peu à peu abnehmen und nicht alle auf einmal.
Polina: Gott sei Dank, aber ansonsten hätten wir wirklich ein Riesenproblem gehabt und
Polina: letztlich finanzieren wir immer mit Kurzarlehen vor. Also wir nehmen immer einen
Polina: Kurzkredit auf und damit finanzieren wir die Ware und,
Polina: Genau, jetzt, sorry, jetzt habe ich selbst den Faden verloren.
Andy: Ja, das war schon auch die Frage, wie du das finanzierst und dann wie du es
Andy: am Ende verschickst auch noch.
Andy: Also hast du ein eigenes Lager oder machst du es aus der Garage raus?
Polina: Bis Q1 hin, also die tausend Bestellungen pro Monat, die habe ich selbst noch gepackt.
Polina: Ich habe bei mir in der Straße so ein Self-Storage und das hatten wir dann angemietet.
Polina: Ich glaube, das hatte dann zu Höchstzeiten knappe fünf Quadratmeter.
Polina: Also es ist sehr mucklig da drin gewesen.
Polina: Das Schöne war auch, in Anführungsstrichen, das Schöne, im Winter war es da
Polina: sehr, sehr kalt, weil es nicht beheizt wird.
Polina: Im Sommer war es da sehr, sehr kalt, weil sich das sehr aufgeheizt hat,
Polina: weil das einfach alles aus Metall oder Aluminium ist.
Polina: Ja, genau. Es hat sich da gestaut. Es war wirklich ganz wundervoll.
Polina: Also im Sommer stand ich da mit dem Ventilator, im Winter mit so einer Elektroheizung.
Polina: Ich sag's wie es ist, es hat wirklich gar keinen Spaß mehr gemacht.
Polina: Es war einfach nur der Horror.
Polina: Gerade als wir bei so hohen Zahlen, Verkaufszahlen waren, ich hatte einfach keinen Nerv mehr.
Polina: Aber leider Und da hatten wir uns auch damals ein Ziel gesetzt,
Polina: wenn wir mal dann bei 400 bis 500 Bestellungen pro Monat kontinuierlich sind
Polina: und das wirklich konstant halten können, dann steigen wir auf ein Fulfillment-Center
Polina: um, weil dann lohnt es sich.
Polina: Vorher leider nicht. 300 Bestellungen pro Monat, das kriege ich auch noch locker
Polina: hin. Also das war dann jetzt auch nicht das Problem, aber die 1000.
Polina: So, und dann haben wir angefangen, eben ein Fulfillment-Center zu suchen,
Polina: Q2 dann. Wir hatten ein Wundervolles gefunden, hatten einen Vertrag unterschrieben.
Polina: Ja, dann kam aber eben die besagte Offline-Season. Das heißt,
Polina: wir mussten leider denen sagen, ja, es bringt jetzt gerade nichts,
Polina: irgendwie uns zu boarden.
Polina: Also die Ware wäre wirklich an dem Tag gefühlt verschickt worden,
Polina: als wir dann die anderen rufen mussten und sagen mussten, nee,
Polina: aktuell gibt es halt keine Bestellung.
Polina: Aber ich muss sagen, ich bin wirklich sehr, sehr glücklich über den Sulfillment
Polina: Center, was wir ausgewählt haben, denn die waren dann sehr verständnisvoll mit
Polina: mir und haben gesagt, hey Paulina, alles gut, mach dir keinen Stress.
Polina: Der Vertrag besteht, das Angebot steht, sobald du wieder bereit bist,
Polina: machen wir es. Und tatsächlich, auch wenn viele Mindestbestellmengen haben,
Polina: die man erfüllen soll pro Monat.
Polina: Da wurde mir gesagt, wir machen hier gerne eine Ausnahme, sobald ihr einfach
Polina: wieder online geht und sei es, ihr seid bei drei Bestellungen pro Tag,
Polina: wir machen das für euch. Weil die einfach mitbekommen haben,
Polina: was das für ein Hustle für mich war.
Polina: Und deswegen, als wir dann wieder online gegangen sind, die sechs,
Polina: acht Wochen später, hatte ich dann auch wirklich alles outgesourcet.
Polina: Da habe ich das Lager hier ausgeräumt, endlich diese wundervolle fünf Quadratmeter
Polina: und habe dann alles nach Essen geschickt. Da sitzt unser Fulfillment Center
Polina: und war dann auch mal vor Ort, haben wir das mal alles angeschaut.
Polina: Und genau, also seitdem packe ich nicht mehr und es ist wirklich eine große
Polina: Erleichterung, kann ich jedem empfehlen.
Andy: Hast du mehr Zeit für andere Sachen? Hast du das Packaging auch ändern müssen dann?
Andy: Also wenn du jetzt da was vorbestellt hast und das Produkt hieß da so und dann
Andy: war eine Beschreibung drauf, was es macht, habt ihr das ändern müssen dann,
Andy: bevor es wieder in den Verkauf nehmen konntet? Also hast du dann nur eine neue
Andy: Verpackung nachbestellt und es umgepackt oder wie?
Polina: Ja, das war natürlich dann auch die erfreuliche Neuigkeit mit dem neuen Wording,
Polina: Weil da haben wir uns eigentlich selbst ins eigene Bein geschossen.
Polina: Also wir haben das jetzt gemerkt. Wir haben auf dem Packaging stehen OneFlow
Polina: und dann quasi so eine Tagline Tensgerät bei Periodenschmerzen. So hieß es früher.
Polina: So heißt es nicht mehr. Und das war auf diesen 6000 Geräten drauf.
Polina: Also auf dem Packaging der 6.000 Geräte. Zum Glück lagen aber die 6.000 Geräte noch beim Hersteller.
Polina: Das war dann unser Glück, weil letztlich bei dem kommt alles zusammen und die
Polina: packen das zusammen und schweißen das ein, sodass es bei uns fertig ankommt.
Polina: Das heißt, wir hatten natürlich Kosten, indem wir das ganze Packaging neu produzieren lassen mussten.
Polina: Aber immerhin mussten wir nicht selbst irgendwie nochmal umpacken oder Sonstiges.
Polina: Und die Ware hat dann natürlich nochmal gedauert. Es hat knapp jetzt über einen Monat gedauert.
Polina: Aber jetzt haben wir endlich Ware mit komplett neuem Packaging angepassten,
Polina: obwohl wir da jetzt immer noch diese Tagline haben mit Massage-Pad während der Periode.
Polina: Und jetzt haben wir es auch wieder umbenannt, jetzt heißt es gerade elektrisches Perioden-Pad.
Polina: Und da haben wir auch gemerkt, okay, in Zukunft, wenn die jetzt abverkauft sind,
Polina: dann wird es einfach nur noch One-Flow draufstehen.
Polina: Also wir möchten das Packaging jetzt möglichst neutral halten.
Polina: Ja, das Thema ist halt immer, wir hatten natürlich auch überlegt,
Polina: irgendwann den Schritt in den Einzelhandel zu wagen und wir sind jetzt zum Beispiel
Polina: auch bei dir in Deutschland im Onlineshop gelistet, das ist so die Vorstufe und
Polina: man muss sich natürlich dann vorstellen, wenn das im Regal steht und wir sind
Polina: eben jetzt noch kein Apple, leider, da kommen wir noch hin, aber sind wir derzeit
Polina: noch nicht, das heißt, man weiß auch oft dann gar nicht, was ist dieses OneFlow. Genau.
Polina: Und deswegen hatten wir eigentlich immer diesen Untertitel, damit man ungefähr
Polina: einordnen kann, was ist das überhaupt, wofür ist das, warum klebe ich mir das
Polina: da jetzt auf den Unterleib.
Polina: Das ist natürlich immer die Herausforderung, wie macht man das dann mit dem
Polina: Einzelhandel, aber wir haben jetzt gesagt, für das erste, im Notfall klebt man
Polina: da nochmal einen Sticker drauf oder weiß ich nicht was, aber...
Polina: Bevor wir wieder 6.000 Geräte da liegen haben mit falschem Wording,
Polina: halten wir das möglichst neutral.
Andy: Defensiver Ansatz. Aber im Marketing warst du jetzt ja sonst sehr laut, sage ich mal.
Andy: Hat sich das jetzt geändert? Meine klassische Einsteigerfrage ist zum Thema Marketing.
Andy: An wen oder wie hast du die ersten zehn Geräte verkauft? War das dann über die Gynäkologin?
Andy: Wo hast du die ersten zehn Kundinnen gefunden? Waren das Freundinnen von dir?
Andy: Die haben es mal ausprobiert. und wo kamen dann die nächsten 100 her?
Polina: Das war alles über Online-Marketing. Das war aber eine glückliche Fügung,
Polina: die wir während unserer ganzen Startup-Reise hatten, denn ich hatte ja gesagt,
Polina: wir sind im September 23 live gegangen und das war auch damals keine bewusste Entscheidung von uns,
Polina: in Q4 live zu gehen oder gegen Q4 hin.
Polina: Wir wussten gar nicht, dass Q4 das stärkste Quartal im E-Commerce ist,
Polina: da wir alle nicht aus dem E-Commerce-Bereich kamen und da jetzt noch nicht so
Polina: die Ahnung hatten, ehrlicherweise. Sondern das Produkt war ready,
Polina: die Website war ready Und dann haben wir gesagt, okay, wir gehen jetzt live.
Polina: Und hatten dann schon Ads vorbereitet. Also wir hatten auch dann von Tag 1 an
Polina: Meta-Ads geschaltet, Google und, und, und.
Polina: Und dann haben wir angefangen zu verkaufen. Und es war so ein verrücktes Gefühl,
Polina: weil wir haben ja mit gar nichts gerechnet.
Polina: Also wir dachten, okay, wir sind froh, wenn wir mal was verkaufen.
Polina: Aber wir waren ziemlich schnell bei, also ich glaube, der erste Monat waren
Polina: wir bei 25.000 Euro Netto-Umsatz.
Polina: Dann Black Friday ist komplett durch die Decke gegangen. Dann waren wir bei
Polina: über 30.000, knapp 40.000.
Polina: Und dann hat es wieder so ein bisschen abgeschwächt. Dezember war jetzt nicht
Polina: der stärkste Monat in dem Jahr, aber trotzdem in der Range ungefähr.
Polina: Ja, und dann dachten wir uns, geil.
Polina: Und wir haben den Dreh raus, Problem, Lösung, ja, Hammer. Wir brauchen eigentlich
Polina: gar nichts mehr zu machen.
Polina: Und waren da voller Euphorie, bis dann Q1 eingetreten ist und wir gefühlt gar
Polina: nichts verkauft haben. Also wirklich,
Polina: wenn wir mal eine Bestellung pro Tag hatten, waren wir glücklich.
Polina: Und haben die gefeiert und dachten uns, okay, irgendwie scheinbar haben wir
Polina: den Dreh doch nicht raus. Was passiert hier?
Polina: Wir haben nichts umgestellt, wir haben alles gleich gemacht.
Polina: Und dann haben wir verstanden, okay, Q4 ist das stärkste Quartal,
Polina: Q1 dann auf jeden Fall schwächer.
Polina: Aber natürlich muss man schauen, dass man irgendwie auf ein gewisses Level auch
Polina: in Q1 kommt. Und das Level sollte höher sein als eine Bestellung pro Tag.
Polina: Und das war auch eine sehr große Herausforderung. Da haben wir sehr viel Lehrgeld
Polina: bezahlt an Agenturen und haben uns da ganz viel die Finger und alles verbrannt, was geht, gefühlt.
Polina: Wir waren auch kurz vor der Pleite, haben uns da irgendwie wieder rausgeholt.
Polina: Und letztlich war das von Anfang an alles Online-Marketing.
Andy: Okay. Und LinkedIn habe ich dich gefunden. Also da bist du ja auch sehr aufklärend
Andy: unterwegs und da habe ich auch, glaube ich, gibt es auch ein paar Presseberichte
Andy: dazu, weil offensichtlich das Thema da gut funktioniert.
Andy: Hat es eine große Rolle gespielt? Also man weiß nicht, gibt es auch Frauenmagazine,
Andy: die darüber berichtet haben oder mal einen Test machen? Hast du das gemerkt?
Andy: Dann in Verkaufszahlen funktioniert das gut PR für dich selber auf LinkedIn
Andy: und dann generell so mit Magazin oder Zeitung?
Polina: Das ist eine sehr gute Frage. Ich bin selbst noch dabei, die Antwort darauf
Polina: herauszufinden, ehrlicherweise. Also ich würde sagen, Printmedien funktionieren
Polina: für uns nicht, also nicht in Verkaufszahlen. Es ist gut und schön,
Polina: dieses Logo als Prozess.
Polina: Sage ich mal so, als Vertrauensvorschuss auf der Website zu haben,
Polina: zu sagen, okay, wir waren hier in Brigitte, Jolie, weiß ich nicht,
Polina: in welchen Zeitungen. Ich glaube, das gibt einfach den Kunden ein gutes Gefühl,
Polina: zu sehen, okay, wenn die draufsetzen, dann muss das ja irgendwie echt sein.
Polina: Und wir sind jetzt kein, ja, wir sind kein Dropshipper, sondern uns gibt es
Polina: wirklich, wir sind ein echtes Team, was in Deutschland sitzt.
Polina: Ich glaube, das ist gerade für die Anfangsphase enorm wichtig.
Polina: Ich glaube, auf einem bestimmten Punkt wird das total irrelevant,
Polina: Ehrlicherweise, wenn man dann eben Apple heißt oder ähnlich,
Polina: dann ist es total egal, welche Zeitschrift du warst.
Polina: Und so LinkedIn, muss ich sagen, hilft es schon aus Personal Branding Sicht
Polina: natürlich. Also wir haben schon auch Kunden, die dann kaufen,
Polina: weil sie gesehen haben, ah okay, das ist ja Polina und das ist sie.
Polina: Die kenne ich von LinkedIn. oder kenne ich von der Straße mit dem Schild,
Polina: Periode ist normal. Also das hilft natürlich auch, aber das ist jetzt nicht
Polina: so ein enormer Hebel, muss ich sagen.
Polina: Es hat uns natürlich schon, also LinkedIn hat uns Türen eröffnet im Sinne von,
Polina: dass wir dann eben auf Bühnen stehen durften oder ich auf Bühnen stehen durfte,
Polina: um das Produkt zu sprechen.
Polina: Und das ist auch super für die Awareness, um den Funnel von oben zu füllen,
Polina: aber richtig konvertieren tut man auf der Ebene bei uns nicht.
Andy: Okay, und was ist so mit Influencer?
Andy: Gibt es die in dem Bereich oder kannst du da, gibt es da erfolgreiche Zusammenarbeit
Andy: mit Größen? Wäre ja natürlich cool, wenn du da jemanden hättest,
Andy: wer Fashion-Influencerin ist oder so, die dann noch so ein Produkt mitbewirbt.
Andy: Habt ihr das mal probiert? Funktioniert sowas?
Polina: Das war tatsächlich einer der Hebel, wieso wir dann in Q1 so viel Bestellung hatten.
Polina: Da haben wir angefangen, mit einer sehr großen Influencerin zusammenzuarbeiten,
Polina: die 1,2 Millionen Follower hat. Ja, das war auch...
Andy: Das ist aber auch nicht günstig wahrscheinlich, mit so jemandem Großen zusammenzuarbeiten.
Polina: Nee, es ist wirklich ein sehr großes und hohes Risiko, was wir da eingegangen
Polina: sind, wo wir nicht wussten, wird's oder wird's nicht.
Polina: Aber es hat sich tatsächlich herausgestellt, dass es ein Top-Match ist.
Polina: Das ist eine Person, die sehr oft und offen über Periodenschmerzen spricht,
Polina: über den Zyklus, über Frauengesundheit und eben nicht über nur Fashion oder
Polina: was auch immer, sondern wirklich sehr nahbar dahingehend ist.
Polina: Und eine Story hatte und also dann hat sie, ich weiß noch, der erste Post war Mitte Januar.
Polina: Obwohl, ich muss auch dazu sagen, Mitte des Monats war es eigentlich immer eine
Polina: Katastrophe, weil dann haben die Leute ihr Gehalt noch nicht bekommen und haben
Polina: noch zwei Wochen bis Monatsende.
Polina: Das heißt, dann sind sie nochmal sparsam, überlegen sich, ah,
Polina: okay, vielleicht hole ich mir das lieber Ende des Monats. Also man merkt richtig,
Polina: wie Mitte des Monats immer die Umsätze runtergehen, auch wenn es nur minimal
Polina: ist, aber man merkt einen Unterschied.
Polina: Und auf jeden Fall, ich weiß noch, es war ein Freitagabend, 20.15 Uhr.
Polina: Ich sitze auf der Couch und plötzlich sehe ich, so eine Bestellung kommt rein.
Polina: Ich mache mal eine Bestellung innerhalb von ein paar Minuten.
Polina: Ich so, okay, dann was ist denn da?
Polina: Dann gehe ich auf unser Shopify und da hast du so einen Live-Tracker,
Polina: wie viele Leute gerade auf deiner Seite sind. Und diese Zahl,
Polina: ich konnte dabei zusehen, wie sie gestiegen ist. 300, 400, 500,
Polina: 600. Ich so, was ist das denn? Dacht erst so, das ist irgendein Bot oder so.
Polina: Gibt es ja auch immer wieder mal.
Polina: Und sie hatte mir nämlich nicht gesagt, wann sie posten wird.
Polina: Irgendwie Anfängerfehler, dass ich auch nicht gefragt habe.
Polina: Aber genau, und dann habe ich erst dann irgendwann, ich glaube bei der 20.
Polina: Bestellung oder so, habe ich dann gesehen, dass da ihr Code verwendet wurde
Polina: und dann bin ich auf ihr Instagram-Account und habe gesehen,
Polina: ach, dieser Marie hat gepostet und das war verrückt. Also wirklich, das war verrückt.
Polina: Wir konnten uns nicht mehr retten vor diesen Bestellungen und das war ja noch
Polina: die Zeit, wo ich selbst gepackt habe.
Polina: Also es war wirklich, so über ein Wochenende dann plötzlich 400 Bestellungen
Polina: zu haben, wie ich am Montag packen darf, war ich so, okay, cool.
Polina: Also man freut sich natürlich enorm, aber ich wusste gar nicht,
Polina: wie ich das stemmen soll und das war so, so hammergeil und genau deswegen,
Polina: also wir hatten dann auch im Februar, März, April nochmal mit ihr zusammen weitergearbeitet.
Polina: Dann kamen die Offenzen, genau, da hat es dann nichts mehr gebracht.
Andy: Und jetzt wieder?
Polina: Ab September fangen wir jetzt wieder an. Also im September kommt noch was.
Andy: Okay, da bin ich gespannt, auf jeden Fall. Lisa Marie heißt die,
Andy: das reicht wahrscheinlich schon. Gibt es nicht so viele Lisa Marie?
Andy: Okay, okay. Mit 1,2 Millionen Follower.
Polina: Ja, Lisa Marie Schiffner mit über 1 Million Followern.
Andy: Okay, das ist natürlich geil. Das ist natürlich auch ein kleiner Ritterschlag
Andy: dann für euch wahrscheinlich und schafft natürlich auch gleich ein bisschen
Andy: Vertrauen fürs Produkt. Und ja, vielleicht kriegst du dann auch ein paar Bestandskunden,
Andy: die Pads dann, also das ist natürlich klar, das ist dein Ziel.
Polina: Genau, also unsere Rechnung ist so, wir sind bei dem Verkauf des Geräts eben
Polina: breakeven mit dem, was wir in die Zahlen und und und.
Polina: Ja, wir sind wirklich gerade so breakeven, aber dadurch gehen wir einfach in
Polina: die Masse raus. Also wenn wir dadurch dann irgendwie wieder 400 Geräte verkaufen,
Polina: dann sind wir glücklich, weil wir wissen, davon werden welche auf jeden Fall
Polina: zufrieden sein und wieder zurückkommen und die Pads nachkaufen.
Polina: Und tatsächlich auch die Retourenquote bei uns allgemein im Shop liegt so bei 2,7 Prozent circa.
Polina: Und über sie kam dann auch eigentlich, ich glaube, ich konnte es an einer Hand
Polina: abzählen. Also die, die über sie gekauft haben, waren irgendwie maximal zehn
Polina: Retouren oder so, wenn überhaupt.
Polina: Die dann gesagt haben, ja, für mich hat es nicht funktioniert.
Polina: Und ansonsten waren wirklich alle total zufrieden.
Andy: Den meisten Umsatz machst du ja heute nach wie vor mit dem eigenen Shop,
Andy: weil du jetzt gerade kurz DM angesprochen hast, DM-Online-Shop.
Andy: Verkauft ihr auch auf Amazon? Gibt es andere Marktplätze, wo man es kaufen kann
Andy: oder ist es nur euer Shop?
Polina: Man kann es auch bei Doc Morris kaufen, Shop-Apotheke, obwohl Shop-Apotheke
Polina: haben wir gerade irgendwie ein technisches Problem.
Polina: Ich glaube, da ist es gerade noch nicht richtig gelistet, das kriegen wir nicht gelöst.
Polina: Und Amazon fangen wir jetzt an. Dadurch, dass unser Metapixel gesperrt ist und
Polina: wir jetzt wirklich gar keine Meta-Edge schalten, weil das einfach nur verbranntes Geld für uns ist,
Polina: haben wir jetzt eine ganz wundervolle Agentur gefunden, die uns bei Amazon unterstützt
Polina: und genau da erhoffen wir uns auch.
Andy: Gibt es da Wettbewerb schon auf Amazon zu dem Bereich? Also dann auch mit Pads nachkaufen und sowas?
Polina: Es gibt einen deutschen Mittelstand, Beura heißt die Firma. Ich weiß nicht, ob du die kennst.
Polina: Die machen Elektrogeräte allgemein vom Staubsauger über den Föhn hin und haben
Polina: eben auch ein paar medizinische Produkte und haben eben auch ein Tensgerät für die Frau.
Polina: Das hatten wir uns auch damals zur Hand gezogen, haben geschaut,
Polina: okay, was kann das, was kann das nicht und haben dann letztlich gesagt,
Polina: okay, wir wollen auf jeden Fall besser sein und einiges anders gemacht.
Polina: Letztlich muss natürlich jede Person für sich selbst entscheiden,
Polina: was sie besser findet. Aber ich würde sagen, wir haben einige USPs dem Produkt gegenüber.
Polina: Und die verkaufen, ich glaube, die machen, man kann, ich frage mich nicht wie,
Polina: aber die Agentur konnte da irgendwie tracken und schauen, wie viel Umsatz die
Polina: ungefähr pro Monat auf Amazon machen.
Polina: Und die liegen, glaube ich, bei so knapp über 30.000 Euro nur mit diesem Produkt auf Amazon.
Polina: Und mir ist klar, das wird jetzt nicht morgen gereichen werden,
Polina: Aber wenn wir das dann ein paar Monate, ein halbes Jahr erreicht haben,
Polina: dann ist das auch für uns schon sehr, sehr gut.
Polina: Und was mir jetzt auch sehr viele gesagt haben, weil wir hatten dann so ein
Polina: bisschen Angst, okay, dann kaufen die Leute bei uns auf der Website ja vielleicht
Polina: nicht, sondern gehen zu Amazon. Es soll es ja nicht ersetzen,
Polina: diese 30.000 sollen ja on top kommen und nicht stattdessen.
Andy: Und sie sollen ja die Pads bei dir im Shop nachkaufen dann.
Polina: Ja, genau.
Polina: Genau, da sind wir jetzt gerade am Schauen, aber so die Erfahrungsberichte,
Polina: die ich von vielen Brands höre, ist, dass Amazon-Kunden tatsächlich andere sind,
Polina: als die, die auf der Website kaufen. Also das sind unterschiedliche Personas.
Polina: Es gibt natürlich eine kleine Schnittstelle oder Schnittmenge,
Polina: die sich dann überschneidet und dann kann es sein, dass dann ein paar doch bei
Polina: Amazon kaufen, aber im Großen und Ganzen sind 90% wirklich neue Kunden,
Polina: die sonst auch gar nicht auf deine Website gehen würden quasi.
Polina: Die sind einfach Leute, die quasi nur stupide auf Amazon kaufen und gar nicht
Polina: schauen, wo es das Song gibt.
Andy: Okay. Und der DM-Online-Shop, wie hat das geklappt? Ich hatte hier mal vor einer
Andy: ganzen Weile die Tessa und den Ferdi von Nordesign, weiß nicht,
Andy: ob du das kennst, sind über die Info-Ad-Mailbox jetzt im DM nach wie vor vertreten.
Andy: Ich glaube, die Aufnahme ist auch schon zwei Jahre her oder sowas.
Andy: Das hat bei denen ganz gut funktioniert. Das sind, glaube ich,
Andy: jetzt mit mehreren Produkten. Die machen so Scandi-Schick-Sachen für die Küche, sage ich jetzt mal.
Andy: Und ich hoffe, es gibt mittlerweile mehr Produkte bei denen,
Andy: aber damit hat es so ein bisschen angefangen.
Andy: Wie hat es bei dir geklappt? Wie bist du da reingekommen?
Polina: Wir waren tatsächlich von gefühlt Tag 1 an bei DM im Österreich-Shop,
Polina: im Online-Shop gelistet.
Polina: Das war eine glückliche Fügung alles. Also es war, wie gesagt,
Polina: Q4 2023 war auch so unter...
Polina: Gelaufen. Ja, genau. Es ist viel, sehr gut gelaufen, so wie,
Polina: naja, fast wie ein Q1 diesen Jahres.
Polina: Aber es kam so zustande, dass eine Mitarbeiterin von DM auf unser Produkt aufmerksam
Polina: geworden ist. Und eine Freundin von ihr hat ihr gesagt, hey,
Polina: schau mal, das benutze ich gegen Periodenschmerzen. Vielleicht wäre das ja auch was für DM.
Polina: Und dann sind die auf uns zugekommen. Ich weiß noch, es war wirklich im September,
Polina: Oktober haben die uns eine E-Mail geschrieben.
Polina: Ich dachte erst, dass es Fake ist und Scam, weil man erwartet nicht im zweiten
Polina: Monat, nachdem man live ist, eine E-Mail von DM.
Andy: Nichts wirklich, ja.
Polina: Und habe das natürlich erst mal geprüft und die Namen gewogelt und alles und
Polina: alles. Und dann habe ich festgestellt, es ist tatsächlich kein Fake,
Polina: das ist echt. Und genau, dann waren wir erst mal bei denen gelistet.
Polina: Das hat ganz okay funktioniert. Ich muss dazu sagen, wir haben keine Marketingpakete
Polina: bei denen gebucht, weil das einfach für uns zu dem Zeitpunkt viel zu teuer war.
Polina: Das heißt, wir haben da gelistet.
Polina: Es kamen mal Verkäufe darüber rein, aber es war sehr, sehr überschaubar.
Polina: Und ich glaube, es war so ein bisschen, wir durften uns mit denen schmücken
Polina: und die durften sich mit uns schmücken, dass die Frauengesundheitsprodukte führen.
Polina: Und das war dann auch okay so.
Polina: Und dann so eineinhalb Jahre später habe ich auf einer Veranstaltung und da
Polina: zum Beispiel bin ich durch LinkedIn an einen Speaker-Auftritt rangekommen.
Polina: Und da war dann jemand von dm da und die fand unser Produkt ganz, ganz toll.
Polina: Selbst nicht aus dem Einkauf, aber meinte, hey, ich würde dir gerne die Intro
Polina: zum Einkauf machen, weil ich glaube, das könnte wirklich was Tolles werden von
Polina: dm Deutschland. Und dann hatte ich ihr gesagt, dass wir eben schon bei der in
Polina: Österreich auch gelistet sind und das war dann nochmal natürlich ein Pluspunkt. Ah, okay, gut.
Polina: Anscheinend setzen die auch darauf, das ist schon mal ein gutes Zeichen.
Polina: Und so hat sich das dann entwickelt. Und das ist immer natürlich ein sehr langer Prozess.
Polina: Aber wir sind jetzt seit diesem Jahr da gelistet und ich würde sagen,
Polina: überraschenderweise funktioniert das ganz gut. Also wir haben da auch Marketingpakete
Polina: gebucht, dass wir im Newsletter erscheinen und so. Aber wenn wir die buchen,
Polina: dann wird es auch gekauft.
Andy: Hast du ein Weiterempfehlungsprogramm für die Bestandskundinnen aktuell?
Polina: Ja, haben wir auch. Also wenn man es bei uns kauft, funktioniert noch nicht so gut.
Andy: Also wenn es meine Frau kaufen würde und die empfiehlt es ihren Freundinnen
Andy: weiter, dann kriegt sie ein Pad umsonst. Oder gibt es da irgendwie was?
Andy: Könnte ich mir sehr gut vorstellen, dass es funktioniert, wenn man zufriedene Kundinnen hat.
Polina: Wir nennen das Flow Points. Also man sammelt gleich Punkte.
Polina: Und wenn du dann zum Beispiel jemandem das Produkt empfiehlst und sie über dich
Polina: kauft, kriegst du nochmal extra Punkte und dann kannst du dir eben Sachen entweder
Polina: aussuchen, Rabatt aussuchen, wie auch immer.
Polina: Komischerweise funktioniert es noch nicht so gut. Wir kriegen es irgendwie nicht,
Polina: wir wissen auch noch nicht, woran es liegt.
Polina: Entweder ist das Angebot dahinter noch nicht gut genug, nicht stark genug,
Polina: aber wir kriegen es nicht so richtig, ja, promoted. Viele unserer Kunden sagen,
Polina: hey, wenn ich es weiterempfehle, dann möchte ich es einfach so weiterempfehlen,
Polina: ich möchte da, ich brauche dafür nichts quasi.
Polina: Aber okay, aber dann können wir es halt nicht tracken. Das ist für uns natürlich super schwierig.
Polina: Es wäre sehr, sehr gut, wenn wir es checken könnten.
Polina: Genau, also das ist noch eine Herausforderung, weil wir sehen natürlich,
Polina: dass es ein sehr, also bei Umfragen, die wir durchführen mit unseren Kunden,
Polina: warum hast du es dann gekauft?
Polina: Kommt sehr oft Empfehlungen tatsächlich. Das heißt, wir müssen das Thema auf
Polina: jeden Fall irgendwie weiter ausbauen, aber auch da, also falls gerade jemand
Polina: zuhört, der sich mit dem Thema auskennt und da Tipps hat, gerne her damit.
Andy: Ja, vielleicht fällt mir auch jemand ein, wo das gut funktioniert,
Andy: dann kann ich dem im Nachgespräch was sagen.
Andy: Was ich auch noch gesehen habe, ihr habt es auch teilweise als Benefit für Firmen
Andy: mit drin, habe ich es richtig gesehen, wie funktioniert das? Also so B2B
Andy: als Health Benefit für Companies? Wie funktioniert das?
Polina: Ehrlicherweise, also wir haben
Polina: damit angefangen, weil wir da sehr viel Potenzial drin gesehen haben.
Polina: Also letztlich funktioniert das so, dass Unternehmen dann das Gerät einkaufen
Polina: für ihre Mitarbeitenden und denen das zur Verfügung stellen.
Polina: Meistens fängt das dann mit einem kleinen Workshop erstmal an,
Polina: Sensibilisierungsworkshop, den wir halten bei Unternehmen und eben über das
Polina: Thema erstmal sprechen, das ein bisschen heranführen und dann auch geschlechterübergreifend.
Polina: Und dann dürfen eben die Personen, die ein solches Gerät benötigen, sich eins aussuchen.
Polina: Es ist einfach sehr zeitintensiv. Ich glaube, unser größter Fehler ganz am Anfang,
Polina: in den ersten eineinhalb Jahren, war, wir haben auf 10.000 Hochzeiten gleichzeitig
Polina: getanzt und haben uns immer dann gefragt, wieso funktioniert denn gar nichts davon?
Polina: Ja, weil wir uns auf kein einziges Thema so richtig fokussiert haben.
Polina: Und ich habe früher in meinen acht Jahren Angestelltenverhältnissen auch sehr,
Polina: sehr lang B2B-Vertrieb gemacht und weiß eigentlich auch daraus,
Polina: dass eben die Zyklen deutlich und wesentlich länger sind. Und das ist einfach intensive...
Polina: Eine Betreuung braucht und eine Quise und, und, und. Das heißt,
Polina: wir haben so ein paar Kunden, die kamen einfach aus meinem Netzwerk,
Polina: ehrlicherweise, die das eingeführt haben.
Polina: Aber wir haben das jetzt nicht weiter verfolgt, weil eigentlich brauchst du
Polina: eine einzelne Person dafür, die wirklich nur den B2B-Vertrieb macht.
Polina: Und was wir auch gesehen haben, was unsere Erfahrung bisher jetzt ist.
Polina: Es ist ja immer so Fluch und Segen zugleich, wie bei sehr vielen Dingen im Leben, First Mover zu sein.
Polina: Und das sehen wir eben auch in dem Arbeitskontext. Also viele Unternehmen verstehen
Polina: das Problem noch nicht, weil sie keine Daten dazu erheben im Sinne von,
Polina: wie oft fällt eine Frau aufgrund von Periodenschmerzen zum Beispiel aus oder,
Polina: wie verändert sich die Produktivität, wenn ich mit Schmerzen zur Arbeit komme.
Polina: Und deswegen sehen dann die Führungskräfte die Notwendigkeit gar nicht darin.
Polina: Und dann gibt es natürlich andere Prioritäten, für die das Budget dann aufgebraucht
Polina: wird und nicht für solche Themen, leider.
Polina: Und dass man sich damit ja auch schmücken könnte als guter, vorbildlicher Arbeitgeber,
Polina: das sehen dann tatsächlich auch eben viele noch nicht.
Polina: Dementsprechend ist der Zyklus einfach nochmal länger und man muss sehr,
Polina: sehr viel aufklären, man muss sehr, sehr viel abholen, man muss dann eigentlich
Polina: erstmal selbst Umfragen bei den Unternehmen machen, damit sie verstehen,
Polina: da ist wirklich eine Notwendigkeit da.
Polina: Und da haben wir uns einfach gesagt, nee, das kostet uns zu viel Zeit, zu viel Geld.
Polina: Und lieber lassen wir, weil das fängt ja trotzdem. Also man merkt schon,
Polina: dass es jetzt anfängt. Es gibt sehr viele Mental Health Coaches,
Polina: die bei Unternehmen reingehen und aufklären. Und deswegen haben wir gesagt,
Polina: okay, lassen die erstmal die Erstarbeit machen.
Polina: Und so in ein, zwei Jahren hübsch
Polina: springen wir, dann lässt sich vielleicht nochmal auf den Zug drauf auf.
Andy: Ich habe da vielleicht eine Idee. Also jetzt, wenn wir sprechen,
Andy: wenn deine Folge rauskommt, habe ich schon eine Folge, müsste dann 190 sein,
Andy: glaube ich. Mein MPP heißt das. Das ist so ein
Andy: Ein Mitarbeiter, PC-Programm wird sich jetzt, also das ist ein witziger Name,
Andy: sprechen wir auch drüber, da geht es darum, Bruttoentgeltumwandlung und dann
Andy: kannst du deinen Mitarbeitenden elektrische Geräte zur Verfügung stellen,
Andy: Handys, Tablets und so weiter.
Andy: Und bei ihm funktioniert es sehr gut, über so Benefit-Firmen wie Spendit und
Andy: so das an den Markt zu bringen.
Andy: Also er hat ganz viel so Partner, vielleicht bringe ich dich mit ihm zusammen,
Andy: Dominik heißt er und das scheint bei ihm sehr gut zu funktionieren,
Andy: dass er selber dann gar nicht den ersten Schritt machen muss, sondern das machen die,
Andy: die sowieso die Benefit-Programme machen in verschiedenster Form,
Andy: egal ob es so Essensgutscheine oder Sprit oder andere Dinge,
Andy: was es eben so alles gibt.
Andy: Und wenn du dir die Vorarbeit machen lässt, für Wellbeing gibt es ja auch so
Andy: Eat, Gym, Wellpass und solche Sachen, da haben die auch Partner für.
Andy: Vielleicht macht es ja Sinn, das so zu machen. Ja, das ist jetzt so ein öffentlicher
Andy: Tipp, aber sprechen wir gleich nochmal im Nachgespräch drüber.
Andy: Krankenkassen, müssten nicht die Krankenkassen auch ein Interesse daran haben,
Andy: dass das besser funktioniert?
Andy: Wenn du zu starke Regelschmerzen hast, das kriege ich jetzt zum Beispiel so
Andy: mit, dass manchmal fallen die ein, zwei Tage aus, also wenn es gar nicht auszuhalten
Andy: ist, müsste die Krankenkasse ja verhindern wollen.
Andy: Die müsste doch ein Interesse daran haben, dass euer Gerät publik wird,
Andy: sage ich mal. Hast du da schon mal was versucht oder ist das noch langsam?
Polina: Da ist die Herausforderung, dass wir eben kein Medizinprodukt sind.
Polina: Wir müssten eins sein, damit wir da ins Hilfsmittelverzeichnis kommen und dann
Polina: ist es auf jeden Fall interessant, weil eben auch Krankenkassen schmücken sich
Polina: gerade mit dem Thema, wie du es gesagt hast und,
Polina: haben auch schon selbst kleine Umfragenstudien durchgeführt und sehen,
Polina: dass es ein großes Thema sein kann.
Polina: Aber ja, da müssen wir erstmal ein Medizinprodukt werden.
Andy: Ja, du hast ein bisschen schon erzählt, dass ihr von Tag 1 bootstrapped seid.
Andy: Das interessiert mich immer. Hast du da mal Anfragen mitbekommen?
Andy: Also gab es mal Interesse von Firmen oder von den Mittelständlern,
Andy: den du vorhin genannt hast, dass die mit euch zusammenarbeiten?
Andy: Haben die euch mal ein Angebot gemacht? Oder seid ihr aus Überzeugung bootstrapped
Andy: und du willst das komplett ohne Investoren schaffen?
Polina: Ich glaube, auch das kommt auf die Tagesverfassung an. Hättest du mich irgendwie
Polina: im Mai gefragt, hätte ich gesagt, bitte, bitte, bitte, wir brauchen Support.
Polina: Aktuell bin ich der festen Überzeugung, dass wir das weiter bootstrappen können.
Polina: Natürlich sehe ich dann immer die Beispiele, dass man wesentlich schneller wachsen
Polina: kann, wenn man einfach ein bisschen Spielgeld hat, sage ich mal, durch Investoren.
Polina: Andererseits sehe ich es, ehrlich gesagt, auch nicht einen Anteil dafür aktuell
Polina: abzugeben, weil ich so sehr an das Produkt glaube und ich eben sehe,
Polina: dass es auch funktionieren kann.
Polina: Die Frage ist dann natürlich, auf welches Niveau man das bekommt, aber ich glaube, ähm.
Polina: Ja, also unser Stand gerade jetzt ist, wenn wir nächstes Jahr die Medizinproduktzertifizierung
Polina: angehen oder sobald wir das Thema angehen und wir wirklich merken,
Polina: dass es doch so ist, dass wir zwölf Monate und 500.000 Euro benötigen,
Polina: mal angenommen, dann werden wir auf jeden Fall Investoren und Investoren ansprechen
Polina: müssen, weil das können wir nicht aus eigener Tasche zahlen oder vom Umsatz
Polina: heraus. Das wird leider nicht funktionieren.
Polina: Und dann werden wir auch Experten brauchen, die uns auf dem Gebiet unterstützen.
Polina: Bis dahin, wenn das nicht der Fall sein sollte und das weniger kostet,
Polina: dann würden wir tatsächlich weiterhin versuchen, das selbst zu machen und weiterhin
Polina: gebootstrapped zu bleiben, weil ja, auch da, es gibt gar kein richtig oder falsch.
Polina: Ich höre so viele Horrorszenarien von nicht gebootstrappeden Startups und dass
Polina: die natürlich die Herausforderung haben, überhaupt profitabel mal zu werden.
Polina: Das ist das eine. Plus eben, dann hast du irgendwie sehr viele mit drin,
Polina: plötzlich, die da eine Meinung zu haben und hast da irgendwie zu viele Anteile
Polina: abgegeben gefühlt, weil du vielleicht in einer brenzlichen Situation warst oder, oder, oder.
Polina: Und ja, wir sind eh schon vier Gesellschafter, muss man fairerweise dazu sagen.
Polina: Und ich weiß nicht, ob es das dann einfacher macht.
Andy: Hast du eigentlich die meisten Anteile dann oder habt ihr das gleich verteilt?
Andy: Weil offensichtlich machst du ja die meisten Arbeiter.
Polina: Ja, genau. Also ich habe mehr als die anderen drei. Und die anderen drei haben gleich viel.
Andy: Okay, verstehe. Da brauchen wir auch nicht ins Detail gehen.
Andy: Was, glaube ich, noch interessant ist, ist das Thema Bankdarlehen,
Andy: was du angesprochen hast.
Andy: Und jetzt ist das ja, die Bank bekommt das ja auch mit wahrscheinlich,
Andy: was von hin und her das gibt. Du hast erwähnt, 25.000 Euro hast du mal aufgenommen.
Andy: Weiß nicht, ob das im Vorgespräch war oder hast du auf LinkedIn mal geschrieben.
Andy: Musst du da selber persönlich haften? Wie läuft sowas ab? Was zahlt man da dann
Andy: für Zinsaufschläge? Wenn man so ein junges Start-up ist, kannst du da mal ein
Andy: bisschen was dazu erzählen?
Polina: Ja, also Haftung geht tatsächlich. Das ist relativ überschaubar,
Polina: aber die Kosten sind enorm hoch. Also ich glaube, für diese 25.000 zahlen wir
Polina: dann irgendwie 4.000 oder so, nur für den Kredit, 4.000, 5.000, sowas um den Dreh.
Polina: Und es kommt immer darauf an, also wir haben jetzt unterschiedlichste Modelle
Polina: ausprobiert. Wir haben teilweise über Bankswarekredit sehr oft aufgenommen.
Polina: Was für uns einfach eine Herausforderung immer war, ist, als dann ja natürlich
Polina: monatlich einfach Raten zurück.
Polina: Und in Monaten oder in Wochen, wo dann es vielleicht nicht so gut lief,
Polina: hat diese Rate dann einem schon ein bisschen Angst gemacht, sag ich mal.
Polina: Und dann wiederum haben wir dann auch bei Shopify, weil Shopify hat mittlerweile
Polina: auch einen Kreditrahmen, den man zur Verfügung gestellt bekommt.
Andy: Shopify selber? Also ich dachte, die machten das immer über so eine Integration
Andy: oder Banks, wer wäre so eine, dass die sehen, so und so viel wird verkauft und
Andy: dann können wir euch so und so viel Kredit einräumen.
Polina: Ja, nee, genau. Shopify, ich glaube, seit diesem Jahr ist das.
Polina: Also noch gar nicht so lange. Ist ganz frisch. Shopify Capitals heißt das.
Polina: Die geben dir dann auch einen Kreditrahmen. Genau, je nachdem,
Polina: wie viel Umsatz du gerade machst, wird das immer neu bemessen.
Polina: Und da ist das Charmante, der ist natürlich auch genauso unfassbar teuer.
Polina: Aber das Charmante ist, dass du prozentual vom Umsatz zurückzahlst.
Polina: Das heißt, in der Woche, wo es dann
Polina: nicht so gut lief, zahlst du halt dementsprechend auch weniger zurück.
Polina: Und das gibt einem gebootstrappeden Startup ehrlich gesagt ein besseres Gefühl.
Polina: Vor allem den Gründern, die können dann besser schlafen, weil die wissen,
Polina: okay, gut, da gehen jetzt trotzdem nicht, keine Ahnung, 2000 Euro diese Woche
Polina: ab, nur für den Kredit. Sondern da geht ein bisschen weniger ab.
Polina: Also das war für uns jetzt einfach sinnvoller.
Polina: Und das ist immer so ein bisschen, es kommt darauf an, also jetzt haben wir
Polina: für die Warenfinanzierung auch wieder einen Kredit aufnehmen müssen,
Polina: haben aber nicht so viel bekommen, weil wir eben sehr wenig Umsätze gemacht
Polina: haben in den letzten Monaten.
Polina: Und da haben wir jetzt nur einen kleinen Kredit aufgenommen,
Polina: aber trotzdem haben wir gesagt, lieber bei Shopify, damit wir prozentual zurückzahlen,
Polina: als zum Beispiel bei Banksware.
Polina: Ja, aber ich weiß auch, dass Banksware und so daran arbeiten,
Polina: da neue Modelle für Startups und Gerutsstrappede Startups rauszubringen,
Polina: dass das nochmal attraktiver wird. Also ich glaube, da ist viel im Wandel und
Polina: man kann da echt viel machen.
Polina: Wir hatten auch eine Zeit lang überlegt, einfach irgendwie zur Hausbank zu gehen,
Polina: zu fragen, okay, können wir mal eine Summe X Kreditlinie da haben,
Polina: damit wir das immer wieder abrufen können, damit eben auch die Zinsen einfach
Polina: ein bisschen niedriger werden.
Polina: Sind wir aber echt einfach noch nicht dazu gekommen also irgendwie ja ist auch
Polina: total bescheuert aber wir zahlen aktuell lieber gefühlt drauf als dass wir uns
Polina: dann irgendwie was größeres ans Bein binden sondern wollen da möglichst flexibel bleiben.
Andy: Das hört sich auf jeden Fall nach einer flexiblen Lösung an,
Andy: aber es ist natürlich auch immer ein bisschen ein Hin und Her,
Andy: wie das ganze letzte Jahr bei euch.
Andy: Von daher, ich traue mich ja fast nicht zu fragen, aber du hast jetzt natürlich
Andy: ein großes persönliches Ziel für das nächste Jahr.
Andy: Und du hast schon ein bisschen anklingen lassen, dass ihr ein Ziel auch für
Andy: die Firma habt, was so Milestones und sowas betrifft.
Andy: Was gibt es ansonsten noch? Möchtest du internationalisieren?
Andy: Möchtest du, ich traue mich fast nicht zu fragen, würdest du eher ein zweites
Andy: Produkt in die Richtung launchen oder würdest du schauen, dass das ein medizinisches Produkt wird?
Polina: Ich würde eher schauen, dass wir ein Medizinprodukt werden, weil dadurch uns
Polina: natürlich ganz andere Türen eröffnen, wie eben Krankenkassen,
Polina: was du vorhin angesprochen hast. Auch wenn das natürlich auch nochmal ein sehr,
Polina: sehr langer und zäher Weg ist.
Polina: Das ist auch nicht von heute auf morgen passiert, aber für uns wäre das natürlich
Polina: ein absoluter Game Changer, wenn wir dann auch ins Hilfsmittelverzeichnis kommen.
Polina: Was bedeuten würde, dass Ärzte und Ärzte in unser Produkt verschreiben dürfen.
Polina: Also das wäre so the big, big, big, big picture, ehrlicherweise,
Polina: weil ab dann wird es zu einem bestimmten Zeitpunkt einfach ein Sales-Läufer.
Polina: Also wenn die Gynäkologin zu dir sagt, hey, hier ist ein OneFlow und hier ist
Polina: das Rezept dazu und du zahlst nur, keine Ahnung, deine 5 Euro drauf,
Polina: das ist natürlich genial.
Polina: Das wäre wirklich Hammer. Aber ich weiß natürlich auch, dass das ein sehr langer
Polina: Weg dahin ist. Weiter Weg.
Polina: Ich möchte ihn beschreiten, das auf jeden Fall, aber da würde ich eher zweigleisig
Polina: fahren. Also wir müssen natürlich schauen, dass wir unser Online-Business trotzdem
Polina: am Laufen halten und das nochmal zum Wachsen bringen und dann parallel eben das Thema angehen.
Polina: Und das Thema Einzelhandel sehe ich natürlich auch weiterhin.
Polina: Also da kann ich mir auch vorstellen, dass es funktionieren kann.
Polina: Da ist auch einfach nur die Herausforderung, das muss man sich erstmal leisten können.
Polina: Das ist mir wieder beim Thema gebootstraptes Start-up. Weiß ich noch nicht,
Polina: wie wir uns das leisten können.
Polina: Also auch da wäre dann die Überlegung, wenn wir sagen, okay,
Polina: wir holen für die Medizinproduktzertifizierung eh Investoren rein,
Polina: dann, dass man da auch schaut, dass man mit dem Geld, also eben einmal das Thema
Polina: Einzelhandel angeht und einmal Medizinproduktzertifizierung.
Andy: Okay. Kannst ja auch nicht alles auf einmal machen. Du musst ja dir schon ein
Andy: bisschen ein paar Fokuspunkte setzen, was du machen möchtest.
Andy: Im Vorgespräch hast du mir, glaube ich, gesagt, dass dir ein bisschen an Mentorinnen
Andy: fehlt, die dir ein bisschen Support geben.
Andy: Hast du da inzwischen jemanden gefunden, der dir ein bisschen helfen kann und
Andy: der dadurch das letzte halbe Jahr, dreiviertel Jahr durchgeholfen hat?
Andy: Oder suchst du da noch? Und falls ja, was würdest du dir wünschen da?
Polina: Tatsächlich habe ich jemanden gefunden gehabt. Das war eben die Zeit,
Polina: wo es mir dann auch dieses Jahr nicht so gut ging, weil eben alles zusammenkam
Polina: und ich mir dachte, okay, wie soll das Ganze weitergehen?
Polina: Und ich habe über eine bekannte Gründerin einen Kontakt hergestellt bekommen
Polina: zu einer wundervollen Mentorin, die ich quasi auf Abruf, wo ich mir Termine
Polina: bei ihr buchen kann, die mich unterstützt.
Polina: Und das hat mir extrem geholfen, weil meistens war es dann so,
Polina: okay, ich habe ein akutes Thema und habe einfach jemanden zum Sprechen gebraucht
Polina: und eine externe Meinung und zwar eine ehrliche Meinung.
Polina: Ich bin selbst eine sehr ehrliche Haut und das ist, glaube ich,
Polina: die größte Krux bei der Geschichte gewesen, dass viele dann irgendwie durch
Polina: die Blume dir was sagen oder dich nicht verletzen wollen.
Polina: Und ich habe ihr von Anfang an gesagt, hey, bitte einfach frei raus.
Polina: Also hier gibt es keine Emotionen, ich nehme nichts persönlich,
Polina: sondern ich brauche einfach wirklich verdammt ehrliches Feedback.
Polina: Und das hat mir extrem geholfen durch die Zeit, muss ich ehrlich sagen,
Polina: einfach darüber sprechen zu können, zu schauen können,
Polina: Wenn ich jetzt den Weg einschlage, was ist deine Meinung dazu?
Polina: Und dann anhand dessen für mich selbst zu entscheiden.
Polina: Und manchmal, das war eigentlich auch ganz charmant, weiß man innerlich selbst
Polina: schon die Antwort auf seine Frage.
Andy: Kriegt sie nochmal bestätigt? Das hilft ja aber auch wahrscheinlich.
Polina: Ja, entweder man kriegt sie bestätigt oder man muss es einfach einmal aussprechen.
Polina: Und manchmal traut man sich vielleicht auch nicht, die Antwort auszusprechen,
Polina: weil sie vielleicht gewisse Konsequenzen oder wie auch immer mit sich bringt
Polina: und man vielleicht Angst davor hat.
Polina: Aber das war tatsächlich auch bei mir so ein, zweimal der Fall,
Polina: wo sie zu mir gesagt hat, Polina, du kennst doch eigentlich die Antwort schon darauf.
Polina: Und dann aber überhaupt diesen Schritt zu wagen und es laut auszusprechen und
Polina: zu sagen, ja, okay, stimmt, das ist wahrscheinlich der sinnvollste Schritt.
Polina: Das hilft auch extrem. Mit eben einer neutralen Person, die nicht irgendwie,
Polina: dich persönlich, also in dem Sinne persönlich kennt, dass das emotional aufgeladen
Polina: sein könnte oder dass sie würde, ja.
Andy: Nächste Frage, du hast ja im Beraterjob sicherlich keinen 9-to-5-Job gehabt.
Andy: Den hast du jetzt während der Start-up-Gründung auch nicht gehabt.
Andy: Hast du denn heute normale Arbeitszeiten oder ist das nach wie vor ein Full-Time-Job mit Wochenende?
Andy: Kannst du da mal ein bisschen erzählen, wie da dein Arbeitsalltag aussieht?
Polina: War sehr lange ein 24-7-Job, ehrlicherweise. Also wirklich so bis,
Polina: ich würde sagen, Anfang dieses Jahres, Ende letztens.
Polina: Ich hatte ja vorhin erwähnt, dass ich letztes Jahr kurz vor einem Burnout stand, gefühlt.
Polina: Und das war eben die Phase, wo ich gemerkt habe, okay, ich bin einfach überarbeitet,
Polina: weil für mich gab es keine Unterbrechung.
Polina: Und das hat auch teilweise mit unseren internen Strukturen zu tun.
Polina: Also teilweise damit, teilweise mit meiner Einstellung zur Arbeit.
Polina: Ich bin einfach ein Workaholic. Ich liebe es zu arbeiten. Ich gehe darin auf
Polina: und habe mir selbst keine, es gab für mich keine Bremse. Es gab eigentlich nur
Polina: Vollgas und das durchgehend.
Polina: Und da musste ich natürlich sehr viel an mir selbst erst mal arbeiten,
Polina: um zu verstehen, okay, Polina, ich weiß auch noch ganz genau und ich habe mir
Polina: das immer versucht vor Augen zu führen, aber es hat leider nie geklappt,
Polina: weil das eigene Unternehmen zu führen, ist schon immer was anderes, als angestellt zu sein.
Polina: Aber ich weiß noch, im Angestelltenverhältnis hat mir mein Chef,
Polina: weil ich eben, wie gesagt, schon immer gern gearbeitet habe und einer meiner
Polina: Chefs hat mir immer mal gesagt, Polina, ich möchte jetzt wirklich,
Polina: das war ein B2B-Vertrieb, Polina, ich möchte dir nicht zu nahe treten,
Polina: aber du operierst hier gerade nicht am offenen Herzen.
Polina: Deshalb, ob du es heute Abend noch machst oder morgen früh.
Polina: Ist egal. Der Kunde wird dir nicht wegrennen, er hat dir schon zugesagt.
Polina: Ja, aber dann geht das alles schneller und dann kriegen wir schneller Umsatz.
Polina: Durchatmen, kein Herz, kein Mensch.
Polina: Mach es doch einfach morgen. Und das musste ich, das ist wirklich ein Prozess
Polina: gewesen für mich, das auch damals zu lernen. Und im Angestelltenverhältnis würde
Polina: ich sagen, ist es vielleicht nochmal einfacher.
Polina: Obwohl im Vertrieb hatte ich auch eine Umsatzbeteiligung. Da hatte ich trotzdem
Polina: natürlich auch die Motivation, das alles immer schnell durchzukriegen. Klar.
Polina: Genau. Und ich habe mir das immer wieder versucht vor Augen zu führen.
Polina: Polina, du operierst nicht am offenen Herzen. Du operierst nicht am offenen
Polina: Herzen. Aber nichtsdestotrotz wollte ich immer jetzt sofort.
Polina: Ich konnte einfach nicht bis morgen warten.
Polina: Und der zweite Punkt war bei uns. Ich hatte ja vorhin erwähnt,
Polina: ich bin die Einzige, die Vollzeit daran arbeitet.
Polina: Meine anderen beiden Co-Founder haben selbst eine Agentur für Webdesign und das ist deren Hauptjob.
Polina: Also das machen die Vollzeit und Men's to Flow ist on top in ihrer Freizeit,
Polina: was natürlich auch eine Doppelbelastung für die ist, aber dadurch hat natürlich
Polina: die Agentur immer Vorrang und Vortritt. Also genau so, das bringt das Geld ein.
Polina: Und dementsprechend hatten wir halt wirklich wilde Arbeitszeiten,
Polina: also die haben dann irgendwie abends angefangen anzuarbeiten,
Polina: wenn ich eigentlich hätte Feierabend machen sollen,
Polina: aber dann mussten Themen geklärt werden und ich war dann eben offensichtlich
Polina: nicht die Person, die da eine Grenze ziehen konnte und zu sagen,
Polina: hey, wir reden dann trotzdem morgen drüber oder schreib mir das zusammen,
Polina: weil ich wusste, wir können halt nur am Abend reden.
Polina: Das heißt, ich war wirklich 24-7 erreichbar für alle und jeden und das war wirklich
Polina: einfach anstrengend und dann ging das natürlich in die Wochenenden rein Und
Polina: dann war das ein Prozess von, ich habe angefangen, am Wochenende nicht zu arbeiten und jetzt aktuell,
Polina: versuche ich tatsächlich, also wirklich auch von den Arbeitszeiten,
Polina: ich bin jetzt nämlich in so einem Coworking und da kann ich immer erst ab neun
Polina: rein und muss um 18 Uhr wieder raus.
Polina: Das heißt, ich habe sehr geregelte Arbeitszeiten dahingehend.
Polina: Wenn natürlich noch was erledigt werden muss, dann mache ich das zu Hause.
Polina: Das steht außer Frage, aber das gibt mir ein besseres Gefühl.
Polina: Und ich schaffe auch plötzlich mehr, muss ich sagen. Also ich bin auch plötzlich
Polina: produktiver, weil ich weiß, okay, um 18 Uhr muss ich gehen. Bis dahin muss ich
Polina: das geschafft haben. Punkt.
Polina: Und trödel weniger. Sag es, wie es ist.
Andy: Das stimmt, ja, ich kenne das. Wie schaffst du es, das ist jetzt wirklich die
Andy: allerletzte Frage, mal abzuschalten und nicht über die Firma nachzudenken,
Andy: was hast du da für ein Lifehack für dich, was funktioniert bei dir gut?
Andy: Mein vorletzter Gast, der hat ein E-Foil gemietet, um einfacher,
Andy: er sagt so, wenn du da auf dem Wasser bist, musst du 100% dabei sein, sonst liegst du drin.
Andy: Das heißt, du kannst auch nichts anderes denken oder machen.
Andy: Hast du da irgendwas für dich, wo du abschalten kannst?
Polina: Ich setze einfach klare Grenzen in der Kommunikation. Also zum Beispiel auch,
Polina: mein Handy ist mein Privat- und Arbeitshandy.
Polina: Und das war natürlich auch ein Thema, wenn dann irgendwie abends nochmal eine Nachricht reinkommt.
Polina: Früher habe ich auch alles in meinem privaten WhatsApp gehabt.
Polina: Das war eine Totalkatastrophe. Und jetzt habe ich das wirklich ganz klar für
Polina: mich getrennt. Und ich habe ein iPhone und da kann man ja so Fokuszeiten einstellen.
Polina: Und ich habe eingestellt, zum Beispiel meine Fokuszeit heißt Feierabend.
Polina: Und sobald ich die reinmache, kommt kein Business-WhatsApp rein,
Polina: es kommt kein LinkedIn ein, es kommt kein Gmail rein, es kommt nichts Arbeitsbezogenes
Polina: rein. Ich kriege keine Benachrichtigung.
Polina: Und das persönlich hat mir extrem viel geholfen, weil, ja, was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.
Polina: Und wenn ich die Benachrichtigung nicht bekomme, dann fange ich auch nicht an,
Polina: irgendwie zu schauen, war da jetzt was oder nicht.
Polina: Da ist ja auch die Schwelle einfach nochmal größer, die App proaktiv zu öffnen,
Polina: weil ich habe mir auch wirklich dann so ein Bildschirm gemacht,
Polina: nur mit Arbeits-E-Mails.
Polina: Und den sehe ich gar nicht, wenn ich diesen Modus reinmache.
Polina: Das heißt, ich müsste wirklich nach der App suchen, proaktiv und dann schauen.
Polina: Genau, so und das, mir persönlich hat das extrem viel geholfen,
Polina: weil dann mache ich den Modus rein und ich kriege einfach nichts mit.
Polina: Und dann muss ich natürlich, das ist wie gesagt, dann wieder so,
Polina: dass es die Arbeit mit sich selbst, mir sagen, okay, kein offenes Herz,
Polina: an dem du operierst, du musst die App nicht proaktiv öffnen.
Polina: Es geht, es geht wirklich und das hilft mir extrem, weil ich dann es auch schaffe,
Polina: mittlerweile auch gar nicht daran zu denken, weil ich sage, okay,
Polina: Egal, was ich da gerade verpasse, ich werde es morgen früh lesen und es wird
Polina: reichen. Und wenn es dringend ist, wissen natürlich auch meine Kaufhörner,
Polina: sie können mich immer anrufen. Also das ist so der Deal.
Polina: Wenn die Hütte brennt und es nicht warten kann, dann ruft ihr mich an.
Polina: Ansonsten schreibt es mir, ich werde es morgen lesen.
Andy: Auf jeden Fall habe ich es auch noch nicht gehört, aber es ist natürlich naheliegend,
Andy: so naheliegend, dass man es wahrscheinlich nicht macht.
Andy: Von daher muss ich das vielleicht auch mal probieren. Paulina, vielen, vielen Dank.
Andy: Und cool, dass du es so lange durchgehalten hast und dass du hier so offen drüber
Andy: erzählt hast, was euch da bewegt hat oder auch dich und wie es hoch und runter
Andy: geht, ist ja auch schon ein wilder Ritt gewesen jetzt dieses Jahr.
Andy: Ich drücke auf jeden Fall die Daumen, dass es nächstes Jahr wieder dorthin kommt,
Andy: wo ihr dann, wo ihr sein wollt oder vielleicht auch in diesem Jahr,
Andy: dass es vielleicht auch schneller geht.
Andy: Und wenn der Podcast einen kleinen Teil dazu beiträgt, würde mich natürlich freuen.
Andy: Ansonsten viel Erfolg weiterhin und vielen Dank fürs Teilen der Geschichte.
Polina: Vielen, vielen Dank, dass ich dabei sein durfte. Hat richtig Spaß gemacht.
Andy: Danke dir. Dann mach's gut. Ciao. Ja, und das war auch schon wieder Folge 192
Andy: von Happy Bootstrapping.
Andy: Wie immer findest du alle Links in den Shownotes direkt bei YouTube oder in deinem Podcast Player.
Andy: Und die Paulina hat auch noch ein Gutscheincode mitgebracht,
Andy: falls du oder du das eben für deine Freundin, Frau bestellen möchtest.
Andy: Mit dem Code HAPPY10 bekommst du 10% auf die gesamte Bestellung.
Andy: Das gilt für einmalige Käufe und bei einem Mindestbetrag von 54 Euro.
Andy: Und ja, kannst du einmal pro Kunde eben nutzen.
Andy: Wenn du Fragen hast, dann Polina, dann kannst du gern bei LinkedIn kommentieren.
Andy: Da gibt es immer einen Artikel zur Folge und da ist sie auch mit am Start.
Andy: Genau. Ja, ansonsten kannst du mir auch Feedback schicken an hallo-bootstrapping.de.
Andy: Auch den Link findest du in den Shownotes.
Andy: Und in der nächsten Woche habe ich auch wieder was Cooles und zwar mit dem Fabian
Andy: Schreiber gesprochen von tracktv.com.
Andy: Und das ist ein GPS-Tracker für Wohnmobile.
Andy: Da geht es nicht nur um Security-Funktionen, sondern auch um ein automatisch
Andy: erzeugtes Reisetagebuch, welches er selber entwickelt hat, als er auf einer
Andy: oder während er auf einer längeren Reise war. Fand ich super interessant und
Andy: ist auch ein cooles Geschäftsmodell.
Andy: Hör also nächste Woche unbedingt wieder rein. Mach's gut. Ciao, ciao.
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