Kaffeemacher: Von der NGO zur 10-Mio.-Kaffee-Brand (#164)
Shownotes
Benjamin Hohlmann hat aus einem Freiwilligendienst in Bolivien und einer NGO-Karriere heraus ein außergewöhnliches Kaffeebusiness aufgebaut: Die Kaffeemacher vereinen heute Cafés, Rösterei, Kaffeeschule und Online-Shop mit rund 50 Mitarbeitenden und knapp 10 Millionen Umsatz.
Das Rückgrat: ein YouTube-Kanal mit 131.000 Abonnenten, 35 Millionen Aufrufen und acht Minuten Watchtime. Die deutsche Tochter macht allein 4 Millionen, entstanden aus zu viel Nachfrage aus dem deutschen Markt, welche aus der Schweiz logistisch schwierig zu bedienen war.
Ben erklärt, warum alle Testmaschinen selbst gekauft werden, wie ein Corona-Home Barista Online Kurs in wenigen Wochen 50.000 Franken einspielte – und was es bedeutet, eine Kaffeeplantage durch staatliche Enteignung zu verlieren. Dazu: Purpose Business ohne Investoren, Employee Ownership und die Frage, wie man als Gründer rechtzeitig loslässt.
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Transkript anzeigen
Andy: Hallo und herzlich willkommen zu Folge 164 von Happy Bootstrapping.
Andy: Da die heutige Folge etwas länger geworden ist, ich glaube es ist meine längste
Andy: Folge, gibt es nur ein kurzes Intro.
Andy: In der heutigen Folge spreche ich mit dem Benjamin Hohlmann,
Andy: der aus einem freiwilligen Dienst heraus in Bolivien und einer kleinen NGO-Karriere
Andy: ein außergewöhnliches Kaffee-Business aufgebaut hat, nämlich die Kaffeemacher.
Andy: Und die vereinen heute Cafés, Rösterei, Kaffeeschule und Online-Shop mit 50
Andy: Mitarbeitenden und knapp 10 Millionen Euro Umsatz.
Andy: Und das Rückgrat ist ein YouTube-Kanal mit über 130.000 Abonnenten.
Andy: Und wie man das so schafft, einbaut im Daily Business, wie die Businesses gegenseitig sich supporten.
Andy: Darüber haben wir sehr ausführlich gesprochen, auch über Enteignungen,
Andy: über die Testmaschinen, die sie alle selber kaufen, damit die Tests neutral
Andy: sind. und was ich eigentlich beachten muss beim Kaffeemachen,
Andy: habe wahnsinnig viel gelernt.
Andy: Ich wünsche dir deshalb jetzt gleich ganz viel Spaß bei der Folge.
Andy: Bevor es losgeht, bewert doch gern den Podcast oder empfehle ihn kurz weiter
Andy: oder abonniere auch den Kanal bei YouTube. Das wird mir auch sehr helfen.
Andy: Und jetzt geht es auch direkt los. Viel Spaß mit der Folge.
Andy: Guten Morgen, Ben, und herzlich willkommen bei Happy Bootstrapping.
XXXX: Ja, guten Morgen, lieber Andreas. Ich freue mich sehr, dass ich hier bei dir
XXXX: sein darf und dass wir mal ausführlich quatschen.
Andy: Da freue ich mich auch schon sehr drüber, weil ihr seid ja sehr umtriebig unterwegs.
Andy: Jetzt gibt es vielleicht ein paar, die dich auf YouTube schauen und daher auch schon kennen.
Andy: Vielleicht gibt es auch den einen oder anderen oder die andere,
Andy: die deine Stimme kennt von Videos.
Andy: Aber für die, die dich nicht kennen, kannst du mal erzählen,
Andy: wo kommst du her und was machst du eigentlich?
XXXX: Also einmal vielleicht den Schnelldurchlauf. Ich bin im Ruhrgebiet durchgeboren.
XXXX: Ich komme also ursprünglich aus Deutschland, lebe aber heute in der Schweiz
XXXX: und habe hier in den letzten rund 20 Jahren viel mit Kaffee gemacht,
XXXX: darunter ein Unternehmen aufgebaut, das heißt die Kaffeemacher,
XXXX: die KaffeemacherInnen und wir sind vor allem im deutschsprachigen Raum,
XXXX: einerseits bekannt natürlich durch unsere YouTube-Videos, wobei die.
XXXX: Ich sage mal, ein Element unserer Tätigkeit sind, die war nicht am Anfang.
XXXX: Eigentlich sind wir, also ich komme eigentlich aus der Gastronomie und ich habe
XXXX: eigentlich, ja, ich habe einige Cafés gegründet.
XXXX: Heute haben wir zwei, bald drei.
XXXX: Dann haben wir eine Rösterei, da rösten wir den Kaffee, den wir in unseren Cafés
XXXX: verwenden, aber den wir auch verkaufen.
XXXX: Das ist ein wichtiges Element für unsere Monetarisierung.
XXXX: Und dann haben wir eine Kaffeeschule, sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz.
XXXX: Da kann man ganz analog physisch was über Kaffee lernen, was man im digitalen
XXXX: Raum bei YouTube und in unserem Blog machen kann.
XXXX: Dann haben wir einen Online-Shop, eine Bäckerei und natürlich einen Online-Shop
XXXX: in der Schweiz und einen in Deutschland.
XXXX: Und in Deutschland gibt es eben zwischenzeitlich ein Tochterunternehmen,
XXXX: welches auch Kaffee verkauft und vor allem Zubehör.
XXXX: Das ist noch interessant, kann ich gleich auch noch ein bisschen mehr erzählen.
XXXX: Relativ viel Zubehör, aber natürlich auch Kaffee. Ich bin 43,
XXXX: ich habe zwei Töchter, die sind in der Regel die Hälfte der Zeit oder noch ein bisschen mehr bei mir.
XXXX: Und die habe ich heute Morgen abgeliefert, um dann mit dir in Ruhe jetzt quatschen
XXXX: zu können, lieber Andreas.
Andy: Trinken die auch schon Kaffee, die Töchter?
XXXX: Die sind gerade so in einer starken Kaffee-Emanzipationsphase und blocken Kaffee eher ab.
XXXX: Andererseits fängt die Größere so langsam an, sich dafür zu interessieren,
XXXX: womöglich mal ein bisschen im Kaffee arbeiten zu wollen.
XXXX: Dann könnte man ja auch ein bisschen Taschengeld verdienen. Also das fängt so
XXXX: langsam an, aber im Moment ist es noch eher, nee, das ist das,
XXXX: was der Abba macht und wir machen andere Sachen.
Andy: Und ich glaube, du hast einen Teil noch unterschlagen oder vergessen,
Andy: oder ich bin mir nicht mehr ganz sicher, wie der letzte Stand war.
Andy: Ihr habt auch eine eigene Plantage gehabt.
XXXX: Ja, stimmt, genau. Das ist gut, dass ich das schon weggelassen habe.
XXXX: Ich bin noch dran, das zu internalisieren.
XXXX: Wir wurden enteignet. Wir haben diese Farben nicht mehr.
XXXX: Ich kann also ein bisschen mehr nachher noch dazu erzählen, warum wir die nicht mehr haben.
XXXX: Wir waren über acht Jahre Eigentümer einer kleinen Kaffeeplantage in Nicaragua
XXXX: und im letzten August tatsächlich hat der Präsident,
XXXX: der macht sowas, was er will da in Nicaragua,
XXXX: der hat entschlossen, dass diese Farm uns nicht mehr gehört,
XXXX: beziehungsweise hat eigentlich 15 Kilometer Grenzland komplett enteignet.
XXXX: Da gehört niemandem mehr eine Farm, sondern das ist jetzt alles Staatsland.
XXXX: Und ja, insofern gehört die Farm nicht mehr uns. Die war praktischerweise schon
XXXX: abgeschrieben, aber ist trotzdem ein Einschnitt.
XXXX: Stimmt aber auch für uns, weil wir eigentlich, ich komme übrigens gerade aus Mexiko.
XXXX: Das passt eigentlich auch zur Geschichte. Ich war in Brasilien und Mexiko.
XXXX: Wir arbeiten sehr nah mit unseren Partnern zusammen, von denen wir Kaffee einkaufen.
XXXX: Und wir haben gemerkt, wir müssen nicht Eigentümer sein von Land,
XXXX: um Impact zu haben, sondern wir
XXXX: können das aufbauen in der Zusammenarbeit direkt mit den Leuten vor Ort.
XXXX: Und das ist eigentlich der richtigere Weg, haben wir gemerkt.
XXXX: Also wir müssen nicht überall jetzt ein bisschen Land kaufen.
XXXX: Vielleicht finanzieren wir mal eine Anlage mit oder so.
XXXX: Aber eigentlich wollen wir in Zukunft eher partnerschaftlich mit Partnern arbeiten,
XXXX: anstatt selbst Landeigentümer zu sein, irgendwo weit entfernt,
XXXX: wo es dann auch schwierig ist, so Prozesse zu managen.
Andy: Ich bin schon sehr gespannt. Also gehen wir später auf jeden Fall ins Detailenteignung.
Andy: Das hatte ich jetzt, glaube ich, auch noch bei keinem Gast. Also sehr interessant.
Andy: Kannst du jetzt, das hört sich auf jeden Fall ein bisschen größer an,
Andy: kannst du ein bisschen erzählen, wie groß sind die Kaffeemacher,
Andy: wie viele Menschen arbeiten da?
Andy: Kannst du grob was zu den Umsätzen sagen?
XXXX: Klar, wir sind praktischerweise schon weit mit unseren 25er-Zahlen.
XXXX: Wir haben knapp 10 Millionen Umsatz geknackt.
XXXX: Wir sind rund 50 Mitarbeitende.
XXXX: Davon, ich würde sagen, wir sind über beide Orte hinweg rund 35 Vollzeit-Äquivalente.
XXXX: Und ja, der größte Teil in der Schweiz natürlich auch durch die Gastronomien.
XXXX: Gastronomie ist extrem personalintensiv und in Deutschland sind es,
XXXX: ich glaube jetzt 14 Leute, aber aufgeteilt dann vielleicht auf 6, 7 Vollzeitstellen.
XXXX: Also deutlich weniger, aber gesamthaft so 35.
Andy: Also nachher lernen wir noch ein bisschen, wie sich der Umsatz verteilt.
Andy: Das ist ja schon ganz schön groß, wenn man nur den YouTube-Channel sieht,
Andy: dann ist das ja nur die Spitze des Eisbergs, da sprechen wir ja auch noch drüber.
Andy: Wie hat das Ganze damals angefangen? Dann mit der Gastro selber und ihr habt
Andy: dann einen Kaffee gehabt oder wie ging das los?
Andy: Also wie kommt man auf die Idee dann, das ist ja schon die ganze Wertschöpfungskette,
Andy: die ihr heute habt, aber kannst du uns ein bisschen auf die Reise mitnehmen?
Andy: An welcher Stelle habt ihr da angefangen und wie ging es los und dann weiter von da?
XXXX: Sehr gerne. Ich musste gerade selber schmunzeln. Ich habe ja gesagt,
XXXX: ich komme eigentlich aus der Gastronomie. Mittlerweile kann ich das sagen,
XXXX: aber das ist natürlich überhaupt nicht richtig.
XXXX: Ich habe mal irgendwann Rechtswissenschaften studiert und bin dann sehr quer
XXXX: in die Gastronomie eingestiegen.
XXXX: Und vorher habe ich einen Freiwilligendienst in Bolivien gemacht,
XXXX: der ist irgendwie auch ein wichtiger Teil meiner Biografie.
XXXX: Dadurch kann ich Spanisch und dadurch fällt mir heute das Gespräch mit Menschen,
XXXX: die Kaffee produzieren, vor allem in Südamerika natürlich viel einfacher.
XXXX: Und das sind alles irgendwie wichtige Elemente auf dem Weg.
XXXX: Ich habe irgendwann mal in einer NGO gearbeitet, also eigentlich in der Entwicklungszusammenarbeit.
XXXX: Für diese Arbeit habe ich mein Studium abgebrochen und nie abgeschlossen. Und.
XXXX: Das ist so passiert. Ich war damals in einem Coworking-Space,
XXXX: habe diese NGO geleitet und habe, wie ich finde, eine sinnvolle Arbeit gemacht.
XXXX: Aber ich habe mich immer genervt darüber, wie kompliziert es ist,
XXXX: NGO-Arbeit zu finanzieren, weil du musst ja immer Spenden reinholen und Stiftungsgelder.
XXXX: Und das ist wirklich einfach anstrengend.
XXXX: Und wir haben so viel Zeit damit vergoldet, anstatt sinnvolle Projekte zu machen.
XXXX: Deswegen war meine Frage, wie gründe ich ein Social Business?
XXXX: Eigentlich schon immer in dieser Zeit. Und da hat es sich dann gut getroffen,
XXXX: dass dieser Coworking Space über einem großen Kaffeehaus, also das größte sogar
XXXX: in der Schweiz, in Basel sich befand.
XXXX: Cooles altes Gebäude, Schweizer Volksbank, wahnsinnig schön.
XXXX: Die alte Schalterhalle umgebaut zu einem Café. grandios.
Andy: Der Kaffee lagert im Tresor sozusagen.
XXXX: Der alte Tresor war noch begehbar. Wir haben immer wieder mal Installationen da gemacht.
XXXX: Also geniales Haus, tolles Haus und ein Kulturhaus, welches sich auch als Social
XXXX: Business verstanden hat mit viel Kulturarbeit und es hat vor allem aber auch
XXXX: die Gewinne, die es gemacht hat, wieder in Kultur und Soziales in Basel gesteckt.
XXXX: Und das fand ich interessant und aus dieser NGO-Perspektive habe ich eben gesagt,
XXXX: ich möchte eigentlich lernen, wie das funktioniert und gleichzeitig haben die
XXXX: dort jemanden gesucht, der verantwortlich für die Gastronomie mit einsteigt.
XXXX: Und da hat mich der Gründer dann gefragt, hast du Lust, hast du Bock?
XXXX: Und ich hatte Bock, das war 2007.
XXXX: Und so bin ich plötzlich von dem Rechtswissenschaftsstudium mit Schwerpunkt
XXXX: Spanisch in Mainz hinein über NGO in dieses Kaffeehaus gerutscht.
XXXX: Ich war jung, ich war damals 24, hatte dann Direktverantwortung auch für 35
XXXX: Leute und eben dieses Kaffeehaus.
XXXX: Rund vier Millionen Franken Umsatz. Und eines hat mich von vornherein interessiert.
XXXX: Da habe ich gesagt, da muss ich reingehen. Ich habe in Bolivien gelebt,
XXXX: habe ich gerade kurz gesagt. Da habe ich einen Freiwilligendienst gemacht als
XXXX: Alternative zum Zivildienst.
XXXX: Und mir war klar, wenn ich Kaffee kaufe, dann muss ich wissen, wo der herkommt.
XXXX: Also wer produziert denn eigentlich? Und das will ich eigentlich von allen Produkten
XXXX: wissen. Also habe ich mich auf die Suche gemacht, eine Rösterei gesucht,
XXXX: die Kaffee transparent einkauft. Das war 2007 nicht so einfach.
XXXX: Es gibt in der Schweiz rund 115 Röstereien und eine Handvoll war dann ein bisschen offener.
XXXX: Mit einer dieser Röstereien habe ich dann damals eine eigene Mischung kreiert
XXXX: und bin dann hingereist zu all diesen Orten, wo der Kaffee herkam.
XXXX: Also den Kaffee, den wir selber in unserer Mischung hatten. Und so ist über
XXXX: dieses Interesse an dem Ursprung auch, dieser Rucksack-Entwicklungszusammenarbeit
XXXX: irgendwo, dann eben eigentlich ein tieferes Interesse für Kaffee entstanden.
XXXX: Und daraus haben sich dann Projekte entwickelt.
XXXX: Ich habe dann ein paar Jahre dieses Kaffeehaus gemanagt, viel über Kaffee gelernt,
XXXX: bin dann selber eingestiegen in so ein Thema Barista-Meisterschaften,
XXXX: Verkostungsmeisterschaften und habe dann gemerkt, so jetzt habe ich dieses Kaffeehaus
XXXX: über mehrere Jahre fortgeführt und sanft weiterentwickelt. Aber...
XXXX: Ich hatte schon immer einen unternehmerischen Impuls in mir und habe dann auch
XXXX: gemerkt, ich muss jetzt mal was selber gründen.
XXXX: Und dann habe ich angefangen in diesem Unternehmen, Unternehmen Mitte heißt
XXXX: das, Unternehmen Mitte GmbH, in Basel neue Projekte zu starten.
XXXX: Eine Kaffeemobilflotte in Basel, die an verschiedenen Stellen steht.
XXXX: Ein Specialty-Coffeeshop, wo ich alles ausprobieren konnte, was ich in diesem
XXXX: großen Kaffeehaus nicht machen konnte.
XXXX: Und dann eben, und das ist eine zweite Ebene, die schon noch wichtig ist in
XXXX: meinem Leben. Und ich finde, immer wenn man etwas kann, dann kann man das weitergeben.
XXXX: Dann kann man andere mitnehmen, dann kann man anderen Unterricht geben oder
XXXX: diese Informationen zur Verfügung stellen.
XXXX: Ich finde, das kann man. Und einerseits und andererseits hat man auch eine gewisse
XXXX: Verpflichtung, was man kann, weiterzugeben.
XXXX: Das treibt mich an, das motiviert mich.
XXXX: Und ich merke, wie schön das ist, weil gleichzeitig lerne ich natürlich mehr.
XXXX: Das kennen wir alle. Wenn wir früher Nachhilfeunterricht gegeben haben,
XXXX: nachher wusstest du immer mehr. Die Person, der du was beigebracht hast,
XXXX: wusste mehr, aber du hast es auch besser gecheckt.
XXXX: Und deswegen haben wir eine Kaffeeschule gegründet. Und das ging noch ein paar Jahre so, bis 2016.
XXXX: Und dann Ende 2016 habe ich gesagt, ich will noch konsequenter Kaffee machen.
XXXX: Noch konsequenter vom Anbau bis in die Tasse.
XXXX: Und da war die Frage, geht das in diesem anderen Unternehmen?
XXXX: Ich war zwischenzeitlich schon Partner,
XXXX: 50% Mitgesellschafter von diesem Unternehmen und dann haben wir gemerkt,
XXXX: nein, es braucht ein neues Gefäß und dann habe ich die Projekte,
XXXX: die ich angefangen habe schon aufzubauen,
XXXX: in diesem alten Unternehmen rausgekauft, rausgelöst mit einem Darlehen und habe
XXXX: die dann direkt überführt in eine neue GmbH.
XXXX: Und seit dem 01.01.2017 gibt es dann die Kaffeemacher GmbH in der Schweiz.
XXXX: Mit den Tätigkeiten, die wir heute machen, beziehungsweise in dem ersten Jahr
XXXX: kamen dann auch die Rösterei und die Farm dazu.
Andy: Wahnsinn. Also das ist ja schon eine illustre Geschichte. Das heißt,
Andy: du hast das Studium abgebrochen und das war...
Andy: Ja gut, hat man da schon wahrscheinlich viel Kaffee gebraucht für das Studium
Andy: damals, aber dein erster Berührungsrund.
Andy: Und jetzt bist du, hat sich das alles so ergeben, das ist ja auch interessant.
Andy: Okay, und dann hast du am 01.01.2017 angefangen, da hast du auch schon Umsätze
Andy: logischerweise gemacht.
Andy: Du hast ja dann Privatarlehen aufgenommen, um dann diese Geschichten zusammenzukaufen sozusagen.
XXXX: Das sind dann ja so interessante juristische Konstellationen.
XXXX: Ich habe das quasi als Privatdarlehen aufgenommen und dann direkt überführt
XXXX: in die GmbH, als die GmbH dann existierte.
XXXX: Ja, genau. Und du hast schon Umsatz gemacht.
Andy: Sozusagen.
XXXX: Ja, wir haben zum Start rund eine Million Franken Umsatz gemacht, damals 2017,
XXXX: also 700.000 mit dem Kaffee und rund so 250.000, würde ich sagen,
XXXX: mit dem Online-Shop, mit dem Online-Shop noch nicht, mit der Akademie,
XXXX: mit der Kaffeeschule, die gab es ja eben auch schon.
XXXX: Ja, die haben wir mitgenommen und das ging dann aber schlagartig,
XXXX: schlaghaft dann weiter, weil die Rösterei dazu kam und dann die Farm,
XXXX: wobei die Farm hat immer nur Geld gekostet, die hat nichts auf den Satz gemacht,
XXXX: aber ja, die kamen dann relativ schnell als Projekte dazu und so richtig Gas
XXXX: gegeben haben wir dann aber,
XXXX: 2019, als an einerseits der YouTube-Kanal entstanden ist und andererseits wir
XXXX: noch ein zweites Café geöffnet haben, nämlich im Bahnhof, also das erste richtige Kaffeemacher-Café.
XXXX: Das erste Café, das ist auch nicht so stark gebrandet als Kaffeemacher,
XXXX: sondern das heißt Kaffee Frühling. Man sieht auch, das ist von uns, aber die,
XXXX: Ist nicht ein typisches jetzt, das war nicht unser Kaffeemacher-Café,
XXXX: sondern das gibt es jetzt noch immer.
XXXX: Das ist ein tolles Café und das ist auch immer mehr gebrandet in unserem Namen.
XXXX: Aber dann mit dem Café im Bahnhof, welches dann heute auch nochmal deutlich
XXXX: mehr Umsatz macht, haben wir dann nochmal einen großen Entwicklungsschritt gemacht.
Andy: Und mit dem YouTube-Channel, wann ging es damit los? Ist es das Thema Weitergeben,
Andy: was du gerade angesprochen hast, dass es dann zu dem YouTube-Channel kam und
Andy: dass du dann da angefangen hast, dein Wissen weiterzugeben oder wie ging es damit los?
XXXX: Ja, dieser YouTube-Channel, also da können wir ganz viel drüber sprechen,
XXXX: weil der natürlich schon ein sehr, sehr spannender Antriebsmotor unseres Unternehmens ist.
XXXX: Also wenn du mich heute fragst, warum wachsen wir, warum sind wir erfolgreich,
XXXX: dann muss ich sagen, ist das wegen diesem YouTube-Channel ganz, ganz stark.
XXXX: Also deshalb sind wir sichtbar im internationalen Raum. Den Channel,
XXXX: den habe ich, ich habe es hier gerade mal aufgemacht, 2014 angemeldet.
XXXX: Und im Dezember 2018 habe ich gesagt, zu dem Zeitpunkt hatten wir 15,
XXXX: 20 Abonnenten, im Dezember 2018 habe ich gesagt, ab jetzt mache ich jede Woche
XXXX: ein Video. Und das mache ich seitdem.
XXXX: Und heute sind es über 500 Videos und 35 Millionen Aufrufe und Corona war natürlich wichtig.
XXXX: Da sind wir krass gewachsen nochmal als Channel.
XXXX: Aber es war eigentlich diese Entscheidung damals zu sagen, wir müssen jetzt
XXXX: unseren Content mehr teilen, nicht nur in Blogs, das habe ich schon immer gerne gemacht.
XXXX: Sondern auch in Videos, weil das ist eigentlich das richtige Format und vor
XXXX: allem auch nicht mehr nur nerdig.
XXXX: Wir haben lange, lange geblockt und ich habe immer geblockt,
XXXX: so ein bisschen mit der Idee, ich muss die Speerspitze der Kaffeewissenschaft
XXXX: sein und das haben dann nur meine 50 Mitnerds oder 100 Mitnerds gecheckt oder
XXXX: die fanden das interessant.
XXXX: Das heißt, wir haben eigentlich für unseren eigenen Zirkel ein bisschen geblockt,
XXXX: für die, die auch Meisterschaften gemacht haben oder für die,
XXXX: die sich intensivst mit Kaffee beschäftigt haben.
XXXX: Aber das kannst du dir vorstellen, war seotechnisch jetzt auch nicht so wahnsinnig
XXXX: super cool, wenn du über Refraktometer und TDS, also Total Dissolved Solids in Kaffee schreibst.
XXXX: Totale Nerd-Themen oder Ride of Race beim Rösten.
XXXX: Also mit welchem prozentualen Anstieg gehst du in die Röstung rein und solche Geschichten.
XXXX: Hat kein Schwein interessiert. Deswegen waren die Blogs auch ziemlich Nischenthema.
XXXX: Außer einen Blogartikel über Filterkaffee.
XXXX: Und der war lange auch Top 1 in Deutschland zum Thema Filterkaffee,
XXXX: also Filterkaffee zubereiten.
XXXX: Und das hat mir schon ein bisschen so, hat mir schon Spaß gemacht zu sehen,
XXXX: dass dieser Artikel performt. Und da habe ich gedacht, das müssen wir auch in YouTube versuchen.
XXXX: Und gleichzeitig eben noch andere Themen erschließen, die jeden und jede interessieren.
XXXX: Und es gibt so viel im Café zu erzählen. Und dann haben wir gesagt,
XXXX: eben einfach konsequent, wir bleiben jetzt einfach dran.
XXXX: Wir machen das jetzt jede Woche und gucken mal, was dabei entsteht.
XXXX: Und entstanden ist vor allem Traffic.
XXXX: Das erste Video ging dann vier, fünf Monate später viral für unsere Verhältnisse damals.
XXXX: Hatte viele Aufrufe, hat dann relativ schnell viele neue Subscriber gebracht.
XXXX: Und seitdem haben wir nicht mehr aufgehört.
XXXX: Und das ist unsere einzige Werbung, die wir heute machen.
XXXX: Also ich kann das so klar sagen, es gäbe unsere deutsche Firma nicht,
XXXX: wenn es nicht YouTube gäbe und die deutsche Firma ist heute,
XXXX: ja die macht von den 10 Millionen 4, nur über den Online-Shop.
XXXX: Und ja, die ist deswegen entstanden, die ist eigentlich so entstanden,
XXXX: dass wir, wir hatten dann, ja kurz, wann war das? Das ist gar nicht mehr auswendig so.
XXXX: Rund um Corona hatten wir so viele Anfragen aus Deutschland für Kaffee,
XXXX: dass mir meine Kollegin gesagt hat, du Ben, wenn du jetzt nicht ein deutsches
XXXX: Tochterunternehmen gründest oder irgendwie organisierst, dass wir auch Kaffee
XXXX: in Deutschland verschicken können, dann mache ich es.
XXXX: Nein, dann höre ich auf. Ich habe die Nase voll, allen zu erzählen,
XXXX: dass du kannst aus Basel nicht direkt nach Deutschland schicken.
XXXX: Das ist logistisch einfach der Wahnsinn.
XXXX: Also aus der Schweiz nach Deutschland, das macht überhaupt keinen Sinn.
XXXX: Das heißt, wir mussten ein Setup aufsetzen, auch eine kritische Masse,
XXXX: um dann eine gewisse Menge Kaffee nach Deutschland zu schicken.
XXXX: Und ja, dann haben wir das damals gemacht und mein Bruder Florian,
XXXX: der heute auch der Geschäftsführer ist in Deutschland,
XXXX: Und der hat ohnehin auch die Frage sich gestellt, was will ich in Zukunft machen?
XXXX: Und er hat dann gesagt, komm, ich mache das und hat dann angefangen.
XXXX: Wir haben die Palette dann in sein Wohnzimmer geschickt und er hat erstmal dann
XXXX: von zu Hause aus das weiter verschickt.
XXXX: Und ja, irgendwann hat ihn seine Frau rausgeschmissen, weil es dann doch ein bisschen viel wurde.
XXXX: Also nur das Geschäft rausgeschmissen.
Andy: Um es klar zu machen. Er lernt ja von seinem Leben, okay.
Andy: Ja, YouTube ist noch ein gutes Stichwort. Hier hinten hast du die silberne Plakette
Andy: hängen, dass die Leute, die es jetzt nur hören, die gibt es bei 100.000 Followern.
Andy: Und ihr habt jetzt gerade 131.000, wenn ich es richtig gesehen habe. Das ist ja der Wahnsinn.
Andy: Du hast gerade kurz das erste Video angesprochen, mit dem ihr dann so viral
Andy: gegangen seid. War das dann eines, das eine breite Audience angesprochen hat?
Andy: Was habt ihr da getestet?
Andy: Filterkaffee oder was war es?
XXXX: Ich glaube, das erste Video, was richtig gut lief, war so eins nach dem Motto 10 Fehler.
XXXX: 10 Fehler, die du machen kannst und wie du was dagegen tun kannst.
XXXX: Also eigentlich zehn Tipps und Tricks relativ bündig für unseren damaligen Stil
XXXX: zusammengeschnitten. Heute denke ich, meine Güte.
XXXX: Aber ja, recht hohe Pace und recht dicht. Und man hat gemerkt, wir sind kompetent.
XXXX: Und es konnten trotzdem viele was damit anfangen. Also das lief dann super und
XXXX: hat dann direkt so einen Boost gebracht.
XXXX: Und wenn du dann zum ersten Mal merkst, ah, sowas funktioniert,
XXXX: dann motiviert es dich natürlich noch mehr.
XXXX: Weiterzumachen, Neues auszuprobieren und dann bis heute, was natürlich immer
XXXX: gut funktioniert, sind einfach günstige Espresso-Maschinen-Videos,
XXXX: So, wir machen auch heute das vor allem. Sollen wir ein bisschen drüber sprechen
XXXX: über den YouTube-Kanal?
Andy: Ja, auf jeden Fall.
XXXX: Also, was sind das für Videos heute? Ich meine, Kaffee ist ein breites Thema.
XXXX: Du kannst wahnsinnig viel damit machen und alle Leute trinken Kaffee.
XXXX: Und das Faszinierende ist ja, dass wir trotzdem relativ wenig über Kaffee wissen.
XXXX: Es gab lange zumindest noch ein paar Wein-Nerds und man wusste ein bisschen
XXXX: darüber über den Wein oder hat zumindest so getan.
XXXX: Aber über Kaffee hat kaum jemand gesprochen und das fand ich schon immer interessant,
XXXX: dass wir die Pflanze kaum kennen und auf der anderen Seite kenne ich selber
XXXX: von mir und erinnere mich auch an meine Kindheit, so eine große Unsicherheit, wie viel,
XXXX: also wie mache ich jetzt eigentlich einen guten Kaffee, ich fand das schon immer
XXXX: geruchstechnisch interessant und habe die Kaffee Dose gerne aufgemacht,
XXXX: aber wenn ich dann gefragt habe, wie viel Löffel pro Tasse,
XXXX: Dann waren immer alle ein bisschen überfragt und haben gesagt,
XXXX: ja, so zwei, drei oder so. Und das ist natürlich alles andere als präzise.
XXXX: Und passenderweise, ein Video von uns heißt auch, wie viel Löffel pro Tasse,
XXXX: glaube ich, Kaffee. Und das performt auch ganz gut.
XXXX: Ja, und das ist ein Thema. Also wie mache ich einfach gut zu Hause Kaffee und einfach.
XXXX: Und auf der anderen Seite ist ein Thema, das kennen wir ja alle,
XXXX: welches Equipment ist gut. Also du hast mir eben erzählt von Equipment,
XXXX: was du dir kaufen wolltest.
XXXX: Da fragt man sich, ja, wie finde ich eigentlich raus, was wirklich gutes Equipment ist?
XXXX: Und wer erzählt mir nicht nur Influencer-Bullshit, beziehungsweise irgendwie
XXXX: gekaufte Informationen, sondern gibt mir eine authentische Meinung und hat auch
XXXX: eine Fachkenntnis darüber zu urteilen?
XXXX: Und das haben wir dann zunächst mit verschiedensten Maschinen gemacht und haben
XXXX: gemerkt, das hat eigentlich am meisten Potenzial, diese Reviews für und von und mit Maschinen.
XXXX: Und ich würde heute sagen, wir sind eine wirklich gute,
XXXX: unabhängige, neutrale Testplattform geworden für das Testen von Espresso-Maschinen
XXXX: in einer Preisrange von 100 Franken bis 10.000 Franken oder 100 Euro bis 10.000 Euro.
XXXX: Und mittlerweile haben wir ein Testprotokoll für Espresso-Maschinen und für,
XXXX: Mühlen, das eine ist 13 Deiner vier Seiten lang, weil wir durch so viele Kriterien
XXXX: durchgehen und wir versuchen auch, das möglichst zu objektivieren.
XXXX: Natürlich mit der Reichweite steigt auch deine Verantwortung.
XXXX: Du darfst da keinen Mist bauen.
XXXX: Sonst zerstörst du im schlechtesten Fall einen Hersteller zu Unrecht sein Geschäft
XXXX: und wenn du es zerstörst, dann willst du es nur zurecht tun,
XXXX: weil die Maschine kacke ist, aber nicht, weil du einen Fehler gemacht hast.
XXXX: Insofern musst du da extrem vorsichtig sein und Und deswegen sind wir da immer
XXXX: tiefer reingegangen, wir sind immer präziser geworden,
XXXX: zum Teil auch nördiger, wobei wir versuchen es trotzdem so zu machen,
XXXX: dass jeder unsere Videos gucken kann und am Ende aber dann wirklich eine qualitative
XXXX: Kaufentscheidung treffen kann auf einer Basis von Informationen.
XXXX: Nach dem Motto, du willst Milchgetränke machen,
XXXX: dann brauchst du eine Maschine mit einer guten Schäumperformance,
XXXX: du willst schnell Kaffee machen, dann brauchst du eine Maschine,
XXXX: die schnell heiß ist, du willst Strom sparen, dann geben wir dir auch die richtigen Informationen.
XXXX: Also das findest du heute in unseren Tests und das entwickeln wir immer weiter.
Andy: Ja, also ich kann mir, wir haben uns ja, muss ich kurz ausholen,
Andy: Folge 140 hatte ich mit den Jungs, den Gründer von Maro Coffee im Podcast,
Andy: da sind wir auch nochmal zu Gast, da sind wir in Kontakt gekommen und ich habe zur Vorbereitung,
Andy: also als ich mich auf die Folge vorbereitet habe, habe ich euer Video geschaut
Andy: über die Kaffeemaschine. So ist die Story.
Andy: Das war Folge 140, verlinke ich auch noch mal. Und das habe ich mir angeschaut,
Andy: damit ich es mal verstehe.
Andy: Was macht eine 5000 Euro Kaffeemaschine aus? Oder warum brauche ich das eigentlich so?
Andy: Ich kann mir vorstellen, dass
Andy: du die heute von den Herstellern gestellt bekommst, dass du die testest.
Andy: Damals, als er kleiner war, war das vermutlich noch nicht so.
Andy: Weil du 1000 Follower hattest, haben die dir die auch schon gestellt?
Andy: Hast du die alle gekauft oder habt ihr die sowieso vertrieben und dann getestet?
Andy: Wie hat es am Anfang funktioniert und wie funktioniert es heute,
Andy: dass man dann, also dass man einen authentischen Test dann hinbekommt,
Andy: darf man sich ja nicht bezahlen lassen, sage ich jetzt mal.
Andy: Aber wie hat es funktioniert am Anfang und wie dann heute?
XXXX: Bis heute kaufen wir alle Maschinen selbst und lassen uns keine stellen.
XXXX: Natürlich würden uns die Hersteller Maschinen stellen und sie fragen uns auch
XXXX: ständig an und wollen uns gerne, also die, die uns noch nicht so gut kennen,
XXXX: versuchen uns in ihre Werbekampagnen einzuspannen und wir sagen dann immer dankend
XXXX: ab, beziehungsweise erklären, wie wir es machen.
XXXX: Wir haben immer schon alle Maschinen gekauft. Früher, wir waren in der Schweiz auch Händler.
XXXX: Wir hatten einen kleinen Offline-Shop.
XXXX: Wir haben Maschinen nicht online verkauft, sondern offline vor Ort.
XXXX: Eine kleinere Auswahl, beziehungsweise Maschinen, die dann in unseren Tests
XXXX: gut funktioniert haben.
XXXX: Dieses Geschäft haben wir mit der Zeit irgendwann eingestellt,
XXXX: weil wir gesagt haben, wir wollen noch neutraler, noch unabhängiger sein.
XXXX: Und ich würde zwar bis heute sagen, die Maschinen, die wir selbst verkauft haben,
XXXX: haben wir noch kritischer durchleuchtet, eben um diese Neutralität zu unterstreichen.
XXXX: Aber trotzdem haben wir gesagt, das ist konsequenter und haben diese Business Unit quasi gestrichen.
XXXX: Also wir verkaufen keine Espresso-Maschinen mehr. Jetzt seit,
XXXX: ich glaube, zwei Jahren.
XXXX: Aber wir haben immer die Maschinen gekauft. In ganz seltenen Fällen haben wir
XXXX: bei den ganz teuren Maschinen Leihverträge gemacht.
XXXX: Das heißt, haben darauf bestanden, dass man uns eine Leihgebühr verrechnet.
XXXX: Und ja, jetzt gibt es einen ganz neuen Fall. Da hat ein Hersteller gesagt,
XXXX: er kann uns jetzt eine Maschine schicken. Sie können jetzt noch keine Rechnung
XXXX: machen, weil das ist eine Pre-Sales-Unit oder was.
XXXX: Und dann habe ich gesagt, okay, dann schickt uns die. dann spenden wir das,
XXXX: was ihr uns verrechnet hättet, wenn wir sie nachher regulär gekauft oder kaufen
XXXX: würden, um diese Neutralität zu wahren. Und ja, das war immer unser Ansatz.
XXXX: Deswegen immer gekauft und früher einfach aus den eigenen Beständen oder eben
XXXX: trotzdem mit Händlerkonditionen meistens so 50% Rabatt oder 30% Rabatt.
XXXX: Und das macht auch, denke ich, unseren Channel stark mit aus,
XXXX: dass wir da wirklich total unabhängig sind. Wir haben keine monetären Interessen,
XXXX: wieder beteiligt zu sein oder dann nachher an Verkäufen zu partizipieren.
XXXX: Wir haben jetzt zwar auch ein leichtes Affiliate-Programm mal begonnen,
XXXX: dass wir gucken, gibt es Fachhändler, die wir cool finden, auf die wir verweisen
XXXX: können und mit denen dann eine Affiliate-Partnerschaft schafft.
XXXX: Aber das machen wir bei Maschinen, die wir schlecht testen, genauso wie bei
XXXX: solchen, die wir gut testen.
XXXX: Also das beeinflusst uns jetzt nicht gerade stark oder beeinflusst uns nicht.
XXXX: Wir experimentieren da ein bisschen rum.
Andy: Okay, also alle Maschinen gekauft. Habt ihr jetzt wahrscheinlich einen ganz
Andy: schönen Fuhrpark zusammen oder was passiert mit den Maschinen,
Andy: wenn ihr die gekauft habt? Also testest du die immer wieder zum Vergleich?
Andy: Kommen die dann in die Kaffeehäuser oder was passiert damit?
Andy: Werden die gebraucht verkauft irgendwann, wenn sie zu lange rumstehen?
Andy: Ist ja auch nicht gut, wenn sie nicht benutzt werden, oder?
XXXX: Wir verkaufen viele wieder. Dann halt relativ günstig.
XXXX: Wir haben so einen Occasionsshop oder einen Occasionsbereich in unserem Schweizer Online-Shop.
XXXX: Also da kann man immer mal wieder was finden. Wir behalten halt oft die,
XXXX: die wir gut finden, weil wir die vielleicht später nochmal gegen andere gegentesten
XXXX: wollen oder wir nehmen die in die Kaffeeschulen.
XXXX: Also gute aktuelle Maschinen nehmen wir auch in die Kaffeeschulen,
XXXX: weil ein Teil von diesen Kursen ist, dass du, also wenn du jetzt siehst,
XXXX: ah ja, guck mal, die Zuriga Espresso-Maschine performt ja gut,
XXXX: kann ich die mal irgendwo testen, dann können wir dir anbieten,
XXXX: du kannst die in unseren Kursen auch benutzen.
XXXX: Man kann immer seine eigene Maschine mitbringen, wenn man möchte,
XXXX: in diese Kurse oder man kann dann die Maschinen testen, die da sind.
XXXX: Und ja, sonst verkaufen wir halt die, die wir nicht mehr brauchen.
XXXX: Und das ist ein bisschen problematisch, wenn du dann eine Maschine,
XXXX: die du schlecht testest, verkaufst, dann musst du schon mit dem Preis ziemlich
XXXX: runtergehen, um die dann loszuwerden.
Andy: Darfst du das Video zum Testgericht nicht verlinken, sozusagen.
XXXX: Ja, das gehört natürlich zu der Transparenz dazu, dass das dann sogar eingebunden
XXXX: ist. Das ist ja klar, weil sonst fällt das auf uns zurück.
Andy: Und testet dann auch so super günstige Maschinen und auch Kaffee vom Discounter
Andy: zum Beispiel und vergleicht das mit dann hochwertigen Geräten. Macht er sowas auch?
XXXX: Also wir haben auch schon mal eine Maschine, wie heißt diese Marke von Lidl
XXXX: oder Aldi, Ambiano, glaube ich, haben wir auch schon mal getestet.
XXXX: Dann ist es eine Mischung aus Test und Hack Video.
XXXX: Wie holst du auch aus der Maschine was Cooles raus? so.
XXXX: Ja, aber sonst fängt es eigentlich an mit der DeLongby Dedica.
XXXX: Die kostet, glaube ich, 150 Euro und dann aufwärts.
XXXX: Aber das interessiert uns natürlich am meisten, die günstigsten Maschinen, denn,
XXXX: Unsere Mission ist, guten Kaffee zugänglich machen und dazu brauchst du eine
XXXX: gute Maschine und gleichzeitig wollen wir, das können wir vielleicht auch noch später besprechen,
XXXX: wie wir als Social Business heute funktionieren, aber gleichzeitig wollen wir,
XXXX: dass guter Kaffee verkauft wird.
XXXX: Gut bedeutet für mich, für Mensch und Umwelt entlang der Kaffeekette verträglich.
XXXX: Und damit das eben funktioniert, brauchst du eine gute Maschine.
XXXX: Sonst macht dir das keinen Spaß, sonst wird der Kaffee nicht gut und dann lohnt
XXXX: es sich auch nicht zu investieren, weder in Kaffee noch in irgendwas anderes.
XXXX: Aber wenn die Maschine eben mitspielt und ein gutes Gegenüber ist,
XXXX: dann kannst du aus dem Kaffee, den tollen Kaffee, den du dann auch kaufst und
XXXX: der vielleicht ein bisschen mehr kostet, weil er sauber gehandelt ist,
XXXX: ja, dann kannst du da einfach mehr rausholen.
Andy: So, und jetzt haben wir den YouTube Channel. Also kannst du noch kurz sagen,
Andy: du hast glaube ich, vorhin nachgeschaut, aber welches Video hat denn die meisten Views gehabt dann?
Andy: Und wie viele hat es so? Damit wir einen Vergleich haben, ich hatte ja neulich
Andy: hier den Car Ranger im Podcast, der hat irgendwie so 230.000 Follower jetzt,
Andy: natürlich nochmal 1.000 gewonnen durch den Podcast.
Andy: Und ich glaube, sein größtes Video hat 690.000, 700.000 Views,
Andy: wenn ich es mich nicht irre.
XXXX: Ja, bei uns hat das beste Video jetzt 850, glaube ich.
XXXX: Das ist ein Video zur Delonghi-Dedica, die ich gerade angesprochen habe.
XXXX: Eine coole Einsteigermaschine.
XXXX: Ansonsten, ich kann dir noch so ein paar Sachen sagen. Wir sind jetzt bei 35 Millionen Aufrufen.
XXXX: Auch eine schöne Zahl. Wir haben 4 Millionen Stunden Wiedergabezeit. Abgefahren, oder?
Andy: Ja, das ist abgefahren.
XXXX: Ich rechne das immer mal wieder aus, wie viel Live-Lebenszeit hätte ich in Vorträgen
XXXX: oder so verbringen müssen, um mit so vielen Menschen so viel Zeit zu verbringen.
XXXX: Unfassbar. Es sind so sieben Millionen Aufrufe pro Jahr.
XXXX: Was noch interessant ist, wir sind ja schon im Langformat-Bereich unterwegs und,
XXXX: Je nach Quelle, ich hatte das mal letztens rausgearbeitet auf LinkedIn oder
XXXX: so gepostet, ich weiß so ungefähr noch genau, aber so durchschnittlich 8,5 Minuten
XXXX: gucken die Leute bei uns die Videos.
XXXX: Also schon relativ lange für so eine schnelllebige Realzeit.
XXXX: Also sie verbringen wirklich viel Zeit lange auf dem Kanal.
Andy: Okay. Und so ein Video hat dann 30, 40 Minuten, so ein Testvideo oder eine Stunde?
XXXX: Ja, die meisten haben so zwischen 25 und 35 Minuten.
Andy: Okay. Und dann guckst du achten, okay, das ist natürlich cool.
XXXX: Der Kanal selbst hat über die Jahre 115.000 Franken umgesetzt,
XXXX: also so 100.000 Euro. Der Euro ist schön schwach gerade.
XXXX: Also so 100.000 Euro selbst, wobei
XXXX: ich immer mal wieder Monetarisierung ausgemacht habe, angemacht habe.
XXXX: Jetzt im Moment habe ich sie komplett aus. Bei einigen alten Videos sind sie
XXXX: aber noch an, aber wenn ich neue Videos gerade veröffentliche,
XXXX: ist die Monetarisierung aus, weil für uns ist die jetzt nicht zentral.
XXXX: Wir monetarisieren uns nicht über die Werbeanzeigen von YouTube,
XXXX: sondern über die sonstigen Geschäftstätigkeiten, vor allem die Shops natürlich.
XXXX: Aber mich hat schon immer diese Frage interessiert. SEO hat mich immer interessiert,
XXXX: aber natürlich im Videobereich auch.
XXXX: Gibt es einen Einfluss? Habe ich mehr Traction, wenn ich die Monetarisierung ausmache?
XXXX: Das könnte ja im Interesse von YouTube sein oder nicht. Deswegen,
XXXX: ich hatte eine Zeit lang das Gefühl, dass es für mich besser ist für meine Performance,
XXXX: wenn ich die Videos oder die Werbung anhabe.
XXXX: Und bei einzelnen Videos ist das vielleicht auch der Fall, aber ich würde heute
XXXX: sagen, es geht genauso gut ohne die Monetarisierung.
XXXX: Man kann ja auch so wachsen. Also es ändert sich jetzt nicht wahnsinnig viel in den Aufrufen.
XXXX: Und du hast mal Phasen, da bist du super gut unterwegs. Und du hast Phasen,
XXXX: da bist du mal schlechter unterwegs. Das heißt, wir haben sie gerade wieder aus.
XXXX: Es haben einfach so viele...
XXXX: Bewerber in Anführungsstrichen oder andere Online-Shops im Kaffeebereich Werbung vor uns geschaltet,
XXXX: dass dann einige Subscriber, Besucher, regelmäßige Zuschauer unseres Kanals
XXXX: selbst nicht mehr gewusst haben, ist das jetzt dieser Online-Shop oder sind
XXXX: das jetzt die Kaffeemacher oder wer ist das eigentlich?
XXXX: Und das hat mich dann irgendwann genervt, dann habe ich es ausgemacht.
Andy: Okay, verstehe. Das ist ja interessant.
Andy: Das heißt, Konkurrenten oder Mitbewerber haben dann auf die Keywords geboten
Andy: und sind dann im Video-Feed vor eurem Video gekommen.
Andy: Das ist ja auch, weil du es selber halt nicht gemacht hast.
XXXX: Aber das ist ja logisch. Die haben wahrscheinlich so viele Klicks darüber bekommen,
XXXX: weil das ist ja deine Zielgruppe.
XXXX: Also das war wahrscheinlich ziemlich oder ist wahrscheinlich ziemlich stark umboten.
XXXX: Wenn nachher ein Kaffee-Video kommt, dann willst du ja da vorher mit deiner
XXXX: Marke sein. Das ist ja eigentlich logisch.
Andy: So, und jetzt gibt es den Online-Shop, der jetzt, wie wir gelernt haben,
Andy: in Deutschland schon sehr groß ist.
Andy: Wie funktioniert das? Kannst du das denn messen, wie viele kommen als Quelle von YouTube?
Andy: Weil heute lernen wir ja, also meine meisten Gäste, die kaufen ihren Traffic
Andy: ein, entweder bei Google, bei Meta oder die machen geile Social Media Werbung selber.
Andy: Jetzt, du hast gesagt, ihr macht ja eigentlich nur YouTube als Marketing.
Andy: Da habe ich natürlich dann auch noch ein paar Fragen dazu. Aber kannst du denn
Andy: messen, wie viele Conversions aus YouTube kommen von den Käufen?
XXXX: Nee, kann ich nicht genau messen. Oder ist es nicht eindeutig genug?
XXXX: Aber wir haben viel mehr über unseren Blog, beziehungsweise wir haben sehr viel Traffic.
XXXX: Und vielleicht mache ich das so rum auf und dann komme ich noch ein bisschen auf die Zahlen.
XXXX: Was ich gemerkt habe, ist, es gibt diese Videos und es gibt zu jedem Video einen Blogbeitrag.
XXXX: Und damit sind wir eigentlich einmal in der Regel vertreten bei einer Suchmaschine.
XXXX: Und wann rankt ein Blogartikel gut, wenn er relevant ist?
XXXX: Wann ist er relevant, wenn Leute viel Zeit auf diesem Blogbeitrag verbringen?
XXXX: In diesen Blogbeiträgen sind natürlich immer die Videos eingebunden.
XXXX: Das heißt, wenn jetzt jemand auf einen Artikel zum Thema einer Espressomaschine
XXXX: geht und dann auf diesen Blogbeitrag lange Zeit verbringt und von Google kommt,
XXXX: dann weiß Google auch, und die Person dann möglicherweise das Video noch schaut
XXXX: in dem Blogartikel selbst, dann ist die Person super lange in diesem Artikel unterwegs.
XXXX: Das heißt, wir haben auch auf den Blogbeiträgen sehr lange Aufrufezeiten oder Aufenthaltszeiten.
XXXX: Deswegen würde ich sagen, ist YouTube ein super Mechanismus und das habe ich
XXXX: gedacht, erzähle ich heute einfach mal.
XXXX: Vielleicht, das ist garantiert super interessant für viele Leute,
XXXX: die in dem Bereich unterwegs sind oder sich überlegen, wie kann ich auch meine
XXXX: Positionierung sowohl in den LLMs als auch bei Suchmaschinen optimieren.
XXXX: Hey Leute, Videos einfach einbinden und ich meine, YouTube ist ja auch Google-Universum
XXXX: und die Links sind einfach super relevant.
XXXX: Wenn wir heute einen Artikel machen und ein Video dazu, dann ist das in der
XXXX: nächsten Woche in den Top 10.
Andy: Ja, krass.
XXXX: Funktioniert einfach. Total zuverlässig. Also es gibt ein paar sehr umkämpfte.
XXXX: Du musst schon was tun, damit du
XXXX: in der Schweiz auf das Thema Kapselkaffee rankst. Aber das geht trotzdem.
XXXX: Und dieses Zusammenspiel aus Video- und Blogartikel ist einfach super.
XXXX: Und deshalb ist das auch nicht so ganz klar sichtbar, wie viele Verkäufe direkt
XXXX: aus YouTube kommen oder wie viele dann eigentlich über die Webseite kommen.
XXXX: Unsere Conversion ist jetzt bei letztes Jahr quasi bei 3,7.
Andy: Aber schon ordentlich, wenn ich mir das richtig im Kopf habe.
XXXX: Hatten ungefähr Ja,
XXXX: 700.000, 800.000 Sitzungen und das hat dann zu rund 65.000 Bestellungen geführt.
Andy: Was kann ich denn eigentlich alles kaufen? Also ich kann euren Kaffee kaufen
Andy: und anderen Kaffee kaufen.
Andy: Kaffeemaschinen kann ich nicht kaufen, aber es gibt ein bisschen Zubehör.
Andy: Aber was sind so die meistverkauftesten Produkte im Onlineshop?
XXXX: Es ist Kaffee zur Hälfte und die andere Hälfte ist Zubehör.
XXXX: Genau, und Zubehör, das ist natürlich auch verbunden dann wiederum mit den YouTube-Videos
XXXX: und aber auch mit dem, was du zu Hause als Bedarf hast.
XXXX: Du brauchst eine Waage, um das richtige Brühverhältnis immer sicherzustellen.
XXXX: Um zu schauen, habe ich die gleiche Menge Kaffee immer wieder in der Verwendung,
XXXX: sind es immer 18 Gramm in und habe ich beim Espresso auch dann wieder 45 Gramm
XXXX: in der Tasse. Also eine Waage ist wichtig.
XXXX: Und dann solche Sachen wie Reinigungspulver für Mühlen und für Maschinen.
XXXX: Temper sind natürlich wichtig.
XXXX: Und solche kleinen Tools, die dir einfach das Leben erleichtern,
XXXX: Es gibt tolle Temper mittlerweile, die auch so einen Anpressdruck mit simulieren,
XXXX: dass du weißt, es klackt, wenn ich fest genug gedrückt habe.
XXXX: Ich habe meine zwölf Kilo ungefähr gedrückt oder kleine Nadel tust,
XXXX: mit dem du ein bisschen besser die Oberfläche des Kaffees, des Kaffeepulvers
XXXX: verteilen kannst. Solche Geschichten, die nutzen wir natürlich in den Videos.
Andy: Ich habe ganz viel zu lernen. Ich muss mehr Videos von euch schauen.
XXXX: Ja, ich meine, klar, wir versuchen dann möglichst guten Kaffee zu machen und
XXXX: nutzen dann auch wirklich die
XXXX: sinnvollen Tools und die, die nur Spielerei sind, nutzen wir eher nicht.
XXXX: Aber das hängt ganz eng zusammen. Wenn du eine schlechte Mühle hast,
XXXX: dann kriegst du klumpigen Kaffee aus der Mühle.
XXXX: Das sieht man dann schon an den Kaffeeklümpchen im Siebträger.
XXXX: Und dann macht es absolut Sinn mit einem kleinen Nadel-Tool.
XXXX: Das sind so 4, 5, 6, 7, 8 Mini, wie so Stecknadeln eigentlich.
XXXX: Kann man sich auch selber bauen. Einfach in Korken reinstecken.
XXXX: Dann kann man da die Klümpchen aufbrechen. Und dann hast du da schon mal weniger Klumpenbildung.
XXXX: Und ein Klumpen ist immer die Gefahr, dass der, wenn du ihn anpresst,
XXXX: sich herum einen kleinen Rand bildet, der dann nicht so homogen in einer Verteilung
XXXX: mit dem restlichen Kaffee gut ist.
XXXX: Und dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass dort schneller das Wasser durchfließt
XXXX: und dann dieses sogenannte Channeling passiert, recht hoch oder höher.
XXXX: Das heißt, vor allem eine günstigere Mühle lädt sich eigentlich ein,
XXXX: ein paar Tools mehr zu benutzen, während die teuren Mühlen das im Idealfall
XXXX: eigentlich selber schön machen, wenn du einen sauberen Ablauf hast in der Bearbeitung.
XXXX: Und diese Dinger, diese Tools verwenden wir natürlich.
XXXX: Und dann sagen unsere Zuschauerinnen und Zuschauer, ja, das macht ja Sinn.
XXXX: Schau mal, wie die arbeiten.
XXXX: Die trinken einen viel guten Kaffee da. Die haben die Erfahrung,
XXXX: probieren wir das auch aus.
XXXX: Und vor allem können sie sich darauf verlassen, dass wir nur die Sachen anbieten,
XXXX: die wir auch wirklich super finden.
XXXX: Wir haben alle Tools auf dem Markt getestet. Wir haben da zum Teil mit Universitäten
XXXX: zusammen Testreihen gefahren.
XXXX: Das heißt, was dann bei uns im Shop landet.
XXXX: Davon sind wir überzeugt, es ist das Beste, was es auf dem Markt gibt und sonst wäre es dann nicht.
XXXX: Also nur das, was uns wirklich selber Spaß macht, was wir selber verwenden,
XXXX: kommt in den Shop oder was wir selber entwickeln.
XXXX: Und ja, dann zeigt sich das natürlich in den Videos und Leute sagen,
XXXX: ich gebe dir mal einen Test. Und das ist übrigens noch, wir haben 80% wiederkehrende Käufer dann.
XXXX: Okay. Also recht viele, die dann sagen, ja, wir wurden gut begleitet,
XXXX: wir wurden gut beraten, wir kaufen wieder was bei euch, Kaffee,
XXXX: Abos oder das nächste Tool oder das nächste Reinigungsmittel.
XXXX: Das heißt, wir strengen uns schon stark an, super guten Service dann auch zu
XXXX: liefern und verstehen uns da eigentlich als Community-Unternehmen.
XXXX: Wir wollen, dass unsere Community supergeilen Kaffee macht.
XXXX: Mit jeder Maschine, zu jeder Zeit.
Andy: Jetzt habe ich ein paar Fragen zu den Sachen, die du gesagt hast.
Andy: Das heißt, ihr entwickelt auch eigenes Zubehör unter eurer eigenen Marke und
Andy: das gibt es im Shop genauso zu kaufen wie dann Produkte von Wettbewerbern.
Andy: Aber ihr seht so viele Produkte, dass ihr seht, was machen die anderen vielleicht
Andy: gut und was machen die nicht so gut und könnt dann daraus die optimale Mühle
Andy: entwickeln oder was ist so Eigenentwicklung?
XXXX: Ja, Mühlenentwicklungen machen wir zum Beispiel nicht, weil da sind wir ja Tester
XXXX: und Maschinenentwicklungen werden wir selber auch nicht machen,
XXXX: weil unser USP ist ja wirklich jetzt, dass wir die größte Testplattform im Kaffeebereich eigentlich sind.
XXXX: Was wir aber machen sind auch da
XXXX: wieder Tools, die zum Beispiel einzelne Espressomaschinen besser machen.
XXXX: Nehmen wir das Beispiel mit diesen günstigen Espresso-Maschinen von DeLonghi
XXXX: zum Beispiel oder auch von KitchenAid oder um verschiedene Marken zu nennen.
XXXX: Die sind oft okay in der Basisausstattung, haben aber einige Probleme.
Andy: Zum Beispiel ganz oft bei günstigen Espresso-Maschinen,
XXXX: Die kommen, jetzt muss ich ein bisschen nerdig werden, die kommen mit einem
XXXX: doppelwandigen Sieb. Was bedeutet das?
XXXX: Die Hersteller gehen davon aus, dass wer sich so eine günstige Espressomaschine
XXXX: kauft, vielleicht keine Mühle zu Hause hat.
XXXX: Das heißt, sie machen ein doppelwandiges Sieb mit in den Verpackungsumfang.
XXXX: Das simuliert eigentlich den Widerstand, den du hättest, wenn du selber malen
XXXX: würdest und den richtigen Mahlgrad hättest.
XXXX: Wenn du also nun vorgemahlenen Kaffee nimmst, alten Kaffee nimmst,
XXXX: dann ist dieses doppelwandige Sieb dafür da, selbst einen Widerstand aufzubauen,
XXXX: dass du nicht so rausschießenden Kaffee hast, beziehungsweise trotzdem eine Crema.
XXXX: Du kannst da also wirklich einen alten, abgelaufenen Kaffee nehmen, der einfach schlecht,
XXXX: der tot ist, der kein CO2 mehr hat und trotzdem,
XXXX: das Wasser läuft erst durch ein Sieb, was aussieht wie ein Sieb und dann läuft
XXXX: es durch ein winziges Löchlein und dieses Löchlein sorgt dafür,
XXXX: dass hinter dem Löchlein halt eine große, eine Expansion stattfindet und dadurch
XXXX: cremt der so auf, der schäumt auf.
XXXX: Und dann hast du eine Crema, die aussieht wie eine Crema, die normalerweise
XXXX: anzeigt, ich bin ein frischer Kaffee, weil in mir ist noch CO2.
XXXX: Die schäumt halt auf, weil das eben diesen Expansionsmoment gibt.
XXXX: Damit kannst du eigentlich nicht arbeiten, wenn du eine Mühle hast,
XXXX: weil wenn du eine Mühle hast, willst du ein sauberes Sieb.
XXXX: Also verkaufen wir das richtige Sieb zu der Maschine, mit dem du dann eben guten Kaffee machen kannst.
XXXX: Das heißt, dann ist unser Test, gerade bei den günstigeren, das habe ich glaube ich.
Andy: Sozusagen, ihr verkauft Upgrades für die Maschinen.
XXXX: Das ist auch eines der besten Videos dann, was wir damals gemacht haben mit meinem anderen Bruder.
XXXX: Alle meine Brüder sind mittlerweile bei uns im Unternehmen.
XXXX: Ich habe drei davon mit einem anderen Brüder. Wir waren schon immer handwerklich
XXXX: sehr interessiert unterwegs.
XXXX: Nicht immer gut, aber umso leidenschaftlicher. Und dann haben wir einen Griff
XXXX: für einen Siebträger selbst gedrechselt, haben eine Dampflanze dran gebaut,
XXXX: die besser ist und haben dafür das Ding auseinandergenommen,
XXXX: haben einen anderen Siebträger reingemacht, ein anderes Sieb.
XXXX: Und diese Dinge haben wir dann zwischenzeitlich auch selber in die Produktion
XXXX: genommen und mit Herstellern zusammen in die Volumenproduktion gebracht und
XXXX: verkaufen diese Tools eben auch. Und das ist ein wichtiger Teil von unserem Umsatz.
Andy: Und welches ist der meistverkaufte Kaffee bei euch im Shop? Ist es der eigene
Andy: Kaffee oder ist es dann ein anderer Kaffee?
Andy: Und pusht ihr den eigenen irgendwie im Shop? Also wird der besser gerankt, featured?
Andy: Oder wie ist da das Verhältnis?
XXXX: Das ist noch eine wichtige Frage. Das hast du eben auch gefragt. Teste dir auch Kaffees.
XXXX: Und welche Kaffees verkaufen wir? Wir verkaufen nur Kaffees, die wir selber rösten.
XXXX: Also in unserem Shop gibt es nur Kaffee aus unseren Röstungen. Mhm.
XXXX: Und der bestverkaufte Kaffee ist der, den wir am allermeisten in den Videos einsetzen.
XXXX: Und das ist jetzt in diesem Fall APAS, ein Kaffee von der Kooperative,
XXXX: die ich vor drei Wochen besucht habe in Brasilien.
XXXX: Und ja, der ist vor allem so populär, weil es der Kaffee ist,
XXXX: mit dem wir alle Espressomaschinen getestet haben.
XXXX: Da brauchst du ja einen Benchmark-Kaffee, der immer der gleiche ist,
XXXX: damit du auch dann über den gleichen Geschmack sprechen kannst.
XXXX: Und das ist ein Kaffee, der einfach toll ist, balanciert ist, zugänglich.
XXXX: Der, ich sag mal, 70% der Menschen schmeckt, weil er ein bisschen in das Dunkle
XXXX: geht, was man so als klassischen Espresso kennt, aber gleichzeitig auch noch
XXXX: ein moderneres Spektrum ab,
XXXX: und ein sehr balancierter, solider Kaffee, der ja toll ist.
XXXX: Und vor allem eine schöne Arbeit mit einer tollen Kooperative in Brasilien,
XXXX: mit denen wir jetzt sehr lange schon zusammenarbeiten.
XXXX: Und jetzt probieren oder nutzen wir den aber weniger in den Videos,
XXXX: weil wir einen noch zugänglicheren Kaffee entwickelt haben, der noch mehr Leuten
XXXX: schmeckt. Der ist mehr ein italienischer Espresso.
XXXX: Compadre heißt der. Und der ist jetzt der Kaffee, der stark wächst,
XXXX: weil er regelmäßig in den Videos vorkommt.
Andy: Okay. Und weil er gut ist. Das macht brutal einen Eindruck. Ja,
Andy: okay, natürlich, natürlich.
Andy: Bevor wir jetzt in die Plantagen-Rösterei-Geschichte und die Wörtschöpfungskette
Andy: abtauchen, Du hast kurz Abos angesprochen, machen das Privatmenschen,
Andy: Firmen und wie viele machen das so?
Andy: Also habe ich, denke ich sage, einfach günstiger, so wie ich es von Amazon kenne,
Andy: wenn ich ein Abo mache und dann kriege ich einmal im Monat, was weiß ich,
Andy: vier Päckchen Kaffee oder weiß nicht, wahrscheinlich ein bisschen viel, zwei Päckchen.
XXXX: Du kannst selber sagen, wie oft du den bekommst. Es sind vor allem private.
XXXX: Ich habe die Zahl nicht im Kopf, aber es ist stetig wachsend.
XXXX: Sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland. Du kannst einfach sagen,
XXXX: ich will jeden Kaffee als Abo.
XXXX: Dann wird eben der in dem Rhythmus dir geschickt, wie du ihn möchtest.
XXXX: Er wird ein bisschen günstiger und es sind vor allem Private.
XXXX: Und das ist vielleicht noch wichtig. Wir sind wirklich ein B2C-Unternehmen bis heute.
XXXX: Das war immer unser Schwerpunkt, weil Private gucken diese Videos.
XXXX: Leider viel zu wenig Gastronomen und Gastronominnen. Es würde ihnen guttun.
XXXX: Die Videos öfters zu schauen.
XXXX: Es hätte auch Potenzial für ihr eigenes Geschäftsmodell, aber vielleicht in Zukunft.
XXXX: Aber wir fokussieren uns ganz stark auf diesen B2C-Markt.
XXXX: Es ist für uns auch toll, weil wir dadurch wirklich diversifiziert sind beziehungsweise
XXXX: wir haben sehr viele Kundinnen und Kunden.
XXXX: Das muss ich dir auch sagen. In der Schweiz, wir haben natürlich auch Gastronomie-Kunden,
XXXX: aber wenn dann einer aussteigt und der hat eine Tonne von dir gekauft,
XXXX: dann ist die einfach weg.
XXXX: Und da wir den Kaffee vorfinanzieren, langfristig kaufen, das ist vielleicht
XXXX: auch schon eine Überleitung hin zu dem, wie wir dann auch mit Plantagen arbeiten,
XXXX: dann haben wir einfach die Tonne da rumstehen, die wir für den Kunden gekauft haben.
XXXX: Und Private kaufen nie eine Tonne, sondern wenn es hochkommt,
XXXX: vielleicht 50 Kilo oder so im Jahr.
XXXX: Und dadurch bist du natürlich viel besser abgesichert als mit einem großen Schwerpunkt in der Gastro.
XXXX: Und in Corona war das natürlich extrem.
XXXX: Die Abhängigkeit von der Gastro für viele Röstereien, das war schon richtig kritisch.
Andy: Okay, jetzt haben wir zwei Themen auf jeden Fall, über die ich noch unbedingt
Andy: da sprechen möchte in dem Bereich. Du hast jetzt kurz Corona angesprochen.
Andy: Da habt ihr ja was gemacht, was euch ein bisschen den Arsch gerettet hat.
Andy: So habe ich es verstanden im Vorgespräch.
Andy: Ihr habt Online-Videokurse gemacht, weil ihr, was weiß ich, die Kaffees warst wahrscheinlich zu.
Andy: Du musst trotzdem schauen, dass du irgendwas mit deiner Zeit machst.
Andy: Also es hat, glaube ich, recht gut funktioniert.
Andy: Gibt es die heute noch die Videokurse und ist es so der Einstieg und dann kommt
Andy: man in die Kaffee Schule oder wie funktioniert das Geschäft?
XXXX: Ja, als dann der Lockdown kam, also erstmal zu dem Zeitpunkt,
XXXX: als Corona kam, war 60 Prozent unseres Umsatzes Gastronomie.
XXXX: Nach Corona waren es noch 35 Prozent.
Andy: Gab es einen kleinen Switch?
XXXX: Du merkst schon, da gab es einen kleinen Switch. Wir mussten uns überlegen,
XXXX: wie gehen wir jetzt damit um, was machen wir auch mit unserem Team,
XXXX: wie können wir improvisieren, was können wir verändern.
XXXX: Und wir haben auf allen Ebenen dann improvisiert. Unter anderem haben wir uns
XXXX: zu dreht eingeschlossen und gesagt, komm, wir machen jetzt einfach den ersten
XXXX: Homebarista Online-Kurs.
XXXX: Von uns und veröffentlichen den so schnell wie möglich.
XXXX: Ich glaube im April war der dann schon draußen. März, Lockdown,
XXXX: April war der Kurs draußen. Und der läuft bis heute.
XXXX: Das sind so 40 Videos. Wir sind jetzt gerade daran, die wieder zu überarbeiten,
XXXX: weil der eben immer noch läuft.
XXXX: Der hat im ersten Jahr dann rund 50.000 Franken Umsatz gemacht. Einfach so.
Andy: Super geil.
XXXX: Megaschön. Und seitdem läuft der. Und Produktionsaufwand, ja,
XXXX: wir, die wir nichts zu tun hatten in dem Monat und uns eingeschlossen haben,
XXXX: haben den Kurs gemacht und ich glaube, der kostet 50, 60 Euro,
XXXX: läuft einfach, hat monatlich seine neuen Bestellungen und es ist mittlerweile auch eine Community.
XXXX: Also da sind richtig viele Leute
XXXX: dann halt dabei, die sich gemeinsam unterstützen, guten Kaffee zu machen.
XXXX: Und wir beantworten alle Fragen, die da kommen nach wie vor und begleiten die
XXXX: Leute bei ihrem guten Kaffee.
XXXX: Und das war so der Kurs, der hat gesagt, okay, du packst deine Maschine aus,
XXXX: wie nimmst du den Betrieb und so weiter. Und das machen wir auch heute neu und
XXXX: noch anders, denn wir haben angefangen, solche Kurse für individuelle Maschinen zu entwickeln.
XXXX: Das ist eines der Felder, die wir uns auch vorgenommen haben für die Zukunft.
XXXX: So wie man das von Kameras kennt, dass es für die spezifische Kamera,
XXXX: für die spezifische Maschine von uns mit unseren Experten und Expertinnen einen
XXXX: hergestellten Kurs gibt, der dir hilft, dass du da am Ende aus deiner Maschine guten Kaffee holst.
XXXX: Und dann bist du nachher in dieser Community hinter einer Paywall,
XXXX: wo du auch nochmal anders beraten und begleitet wirst beim Zubereiten.
XXXX: Das andere, was wir damals gemacht haben, wir haben unser Café Frühling zum
XXXX: Supermarkt gemacht, weil Supermarktmärkte durften geöffnet haben.
Andy: Okay.
XXXX: Und haben dann einerseits To-Go-Kaffee verkauft und gleichzeitig...
XXXX: In der Zeit, es war ja alles zu, außer die Supermärkte. Wir hatten aber auch
XXXX: Lieferanten und ein Teil von unserem Konzept ist nicht nur von Kaffeeproduzenten direkt zu kaufen,
XXXX: sondern auch von Bäuerinnen oder von Teeherstellern und so weiter, möglichst direkt.
XXXX: Und dann haben wir gesagt, komm, wir werden jetzt einfach für euch eine Verkaufsstelle.
XXXX: Das heißt, wir haben zum Beispiel die Milch direkt vom Bauern,
XXXX: wir haben die Kühe auch mitfinanziert, coole Geschichte und er hat uns die Milch gebracht, sozusagen.
XXXX: Und die haben wir verkauft. Dann die Eier und das Brot und andere Gastronomien.
XXXX: Ein Cocktailladen hat Cocktails abgefüllt, also quasi Bottles und wir haben
XXXX: die Cocktails verkauft für ihn.
XXXX: Bei uns, weil wir waren ja im Supermarkt, wir waren ja verfügbar.
XXXX: Das heißt, wir hatten wirklich so einen kleinen Supermarkt und insofern war
XXXX: dieser Betrieb auch noch in Betrieb.
XXXX: Und ja, das war eine spannende Zeit.
XXXX: Auch unternehmerisch sich zu hinterfragen, was kann man jetzt machen,
XXXX: was braucht diese Zeit und ich finde, das ist ja eine der Aufgaben von Unternehmerinnen
XXXX: und Unternehmen, zu jeder Zeit zu gucken, was brauchen einfach die Leute,
XXXX: was ist jetzt gefragt und dann dafür Lösungen zu entwickeln und das haben wir
XXXX: gemacht und eigentlich haben wir diesen Modus beibehalten, eigentlich immer
XXXX: hinzuhören, was ist gefragt und aus dem entstehen dann neue Geschäftsideen.
Andy: Okay, da habe ich jetzt schon wieder eine Frage fürs Ende dann,
Andy: an was ihr da gerade arbeitet.
Andy: Für die, die jetzt das Kaffee-Business gar nicht kennen, du hast jetzt,
Andy: also wir haben jetzt ein bisschen gelernt, ihr habt eine eigene Rösterei,
Andy: ihr habt den Online-Shop, die Videos, ihr habt eigene Plantagen gehabt,
Andy: die enteignet wurden, was echt verrückt ist.
Andy: Wie funktioniert denn das, der Lebenszyklus, bis der Kaffee bei mir in der Maschine
Andy: landet? Und wenn du jetzt, du hast gesagt, du warst jetzt in Mexiko und warst
Andy: da in Nicaragua, wahrscheinlich hast du eine kleine Südamerika-Tour gemacht.
Andy: Du kaufst dann da jetzt heute Kaffee für dieses Jahr, bestellst eine Menge,
Andy: dann wird der produziert, der kommt mit dem Schiff irgendwann rüber zu eurer
Andy: Rösterei. Wie lange dauert sowas?
Andy: Wie viel musst du da vorausplanen, dass du eben nicht die Tonne wegwirfst?
Andy: Und hast du dann den Kaffee im Lager? Und was ist dann das Kritische?
Andy: Musst du den dann schnell rösten und dann kannst du eine Weile lagern?
Andy: Oder musst du ihn so lagern und erst rösten, wenn die Mengen...
XXXX: Also viele Fragen, großes Thema, könnten wir natürlich auch einen ganzen Podcast mitfüllen.
Andy: Wahrscheinlich, ja.
XXXX: Ich mache mal ganz kurz klassisch. Klassischerweise kaufen die meisten Röstereien
XXXX: von einem Kaffeehändler.
XXXX: Der sitzt in Hamburg oder in Bremen oder in,
XXXX: wo auch immer, vielleicht sitzt er auch aus steuerrechtlichen Gründen bei uns in der Schweiz,
XXXX: aber sein Lager ist ziemlich sicher in Hamburg oder Bremen und der hat dann
XXXX: eine Webseite oder einen Katalog und dann rufst du Kaffee quasi von einem Stock
XXXX: ab und hast immer den gleichen Kaffee,
XXXX: Hast vielleicht Informationen darüber, dass der von einer bestimmten Farm kommt
XXXX: oder kaufst einfach nur eine bestimmte Qualität,
XXXX: die normiert ist durch eine Anzahl von Fehlern in dem Café und vielleicht durch
XXXX: den Verschiffungshafen und das ist dann ein großer Blend.
XXXX: Ein typisches Beispiel ist so Santos, größter Verschiffungshafen der Welt.
XXXX: In Brasilien wird ein Drittel der weltweiten Ernte von Kaffee gemacht und das
XXXX: kommt dann einfach so geblendet zu dir und du hast jedes Jahr die gleiche Qualität.
XXXX: Oder du kaufst über den gleichen Händler immer von der gleichen Farm oder und
XXXX: du gehst in eine Direct Sourcing-Geschichte.
XXXX: Direct Sourcing sagt jetzt erstmal nichts darüber aus, ob du mehr oder weniger bezahlst.
XXXX: Nutzen zwar viele Leute gerne als Marketing-Claim, Direct Trade,
XXXX: aber ist jetzt erstmal keine Aussage darüber, ob du mehr gezahlt hast oder nicht.
XXXX: Was wir machen ist auch Handel direkt mit den verschiedenen Produzierenden.
XXXX: Wir haben zum Teil Verträge direkt mit Farmen und sagen, nächstes Jahr brauchen
XXXX: wir so viel Kaffee, den nehmen wir auf jeden Fall.
XXXX: Und dann sagen wir oft noch, schick uns auch, wenn du besondere Lots hast,
XXXX: bestimmte tolle Qualitäten, die wir vielleicht nochmal anders vermarkten können,
XXXX: schick uns doch da Samples.
XXXX: Dann gucken wir uns die an, probieren wir die und dann kaufen wir zusätzlich noch ein paar Samples.
XXXX: Und das machen wir mit einem coolen Startup. Also wenn du im Kaffee weitergehen
XXXX: willst, dann, wobei die sind nicht gebootstrapped.
XXXX: Aber Algerano, das ist so eine Art Plattform.
XXXX: Ich sage immer, das ist wie so eine Dating-Plattform zwischen Röstereien und Produzierenden.
XXXX: Denn das Coole ist ja, oder das Herausfordernde ist, wenn du eine kleine Rösterei
XXXX: bist, wir sind jetzt eine mittelgroße Rösterei, nicht supergroß,
XXXX: aber auch nicht mehr superklein.
XXXX: Dann, wenn du direkt einkaufen willst, das geht fast gar nicht,
XXXX: weil du brauchst ja einen Container, sonst rechnet sich das nicht.
XXXX: Und du kannst nicht mit fünf Sacken Container füllen, sondern du brauchst einfach 20 Tonnen oder 18.
XXXX: Und Algrado macht quasi konsolidierte Container, die aus verschiedenen Verschiffungshafen
XXXX: der Welt dann eben Microlots oder kleinere Lots zusammenführen.
XXXX: Und so haben wir eine Zeit lang gearbeitet und heute machen wir mit denen auch
XXXX: viele Container aus verschiedenen Ursprungsorten und führen dann aber Cafés zusammen.
XXXX: Also von verschiedenen Produzenten aus einer Region, Mexiko zum Beispiel.
XXXX: Das heißt, wir versuchen da auch dann Partnerschaften aufzubauen mit verschiedenen
XXXX: Plantagen, Farmen, Versenders in den Ländern.
XXXX: Um das dann in Containern zu konsolidieren und dann nach Bremen oder nach Hamburg
XXXX: zu holen und dann auf dem Schiffsweg oder mit dem Zug, meistens mit dem Schiff
XXXX: über den Rhein, nach Basel zu holen.
XXXX: Und dann liegt das hier bei uns im Hafen und wir können das erst entweder im
XXXX: Hafen lassen, dann haben wir natürlich die ganzen Lagerkosten noch oder wir
XXXX: holen das in unser eigenes Lager, wenn es eher eine Menge ist,
XXXX: die wir relativ schnell wegrösten.
XXXX: Kaffee ist, ich würde sagen, in der Regel ein Jahr super nach dem Produzieren.
XXXX: So eine Pflanze braucht drei bis vier Jahre, bis sie dir die ersten Kirschen
XXXX: gibt, dann kommt die Ernte, dann wird sie verarbeitet, das dauert dann nochmal
XXXX: so getrocknet, geschält, entpult, fermentiert, je nachdem, was du im Anbau damit machst.
XXXX: Dann braucht sie so zwei Monate Schiffsweg, gibt auch mal einen Kaffee,
XXXX: der vier Monate unterwegs ist, aber bis sie dann bei dir ist.
XXXX: Geh mal von zwei Monaten aus, dann bist du schon gut unterwegs.
XXXX: Vor allem auch das, Corona schrecklich, Logistikprobleme, Containerknappheit,
XXXX: die stehen alle irgendwo in Asien und du hast keine Container im Anbau,
XXXX: weil Container in den Anbau zu bringen, macht einfach keinen Sinn.
XXXX: Das ist halt nicht so interessant, wie irgendwelche Chips aus Shanghai zu transportieren.
XXXX: Wer will schon in Nairobi oder Mombasa oder so mit einem Container rumstehen,
XXXX: gehst du lieber auf die lukrativen Routen.
XXXX: Ja, das ist nicht so eine einfache Zeit gewesen, aber dann kommt der Kaffee
XXXX: an, dann hast du ihn nach der Ernte, ja vielleicht vier, fünf,
XXXX: sechs Monate nach der Ernte da und dann fängt er schon an, langsam älter zu werden.
XXXX: Und ich würde sagen, so ein Jahr hast du nach der Ernte.
XXXX: Immer mit manchen Kaffeeprovenienzen hast du vielleicht auch anderthalb Jahre.
XXXX: Aber dann verliert der Kaffee vom Rohkaffee vor dem Rösten. Vor dem Rösten,
XXXX: dann verliert er die Qualität.
XXXX: Nach dem Rösten würde ich sagen zwei Monate.
XXXX: Zwei Monate sind die Topzeit für einen Kaffee. Danach merkst du langsam eine
XXXX: sensorische Verschlechterung, die nicht Spaß macht.
XXXX: Also wir sagen immer, Kaffee ist ein semifrisches Produkt.
XXXX: Ein Jahr nach dem Produzieren, zwei Monate nach dem Rösten, eine Stunde nach dem Malen. Ist so...
XXXX: Weil wenn du ihn gemahlen hast, dann hast du die Oberfläche aufgebrochen und
XXXX: alle volatilen Komponenten sind dann in der Luft und du willst sie ja in der Tasse.
Andy: Ja, das heißt, eigentlich macht es schon Sinn, das Abo zu machen und den Kaffee
Andy: nicht kiloweise hier ins Lager zu legen, für sich selber auch.
Andy: Also, wenn ein Angebot ist oder sowas.
XXXX: Wie viel Kaffee du trinkst, ne?
Andy: Ja, verstehe.
XXXX: Ich finde, man kann schon einen Kiffel kaufen. Ich kaufe mir immer nur 250 Gramm
XXXX: Beutel oder ich nehme immer 250 Gramm Beutel mit.
XXXX: Zumal sie in dem Moment, wenn du die Tüte aufmachst, die Tüte ist das beste
XXXX: Behältnis, um den Kaffee eigentlich recht lange haltbar zu haben.
XXXX: Vor allem, solange der Kaffee noch in seinem eigenen CO2 steht,
XXXX: weil das ist dann auch nochmal eine Schutzschicht.
XXXX: In dem Moment, wenn du ihn vielleicht öffnest, umschüttest, das CO2 entfliegt
XXXX: und dann Sauerstoff reinkommt, dann beginnt der Sauerstoff halt mit den Ölen
XXXX: zu reagieren, Oxidation startet und dann beginnt die Alterung so richtig.
Andy: Okay. Ich habe wieder was dazu gelernt.
Andy: Ich habe so ein Behältnis, in dem ich das immer umfülle und dann das Luftlicht
Andy: verschlossen. Also, aber ja.
XXXX: Genau, aber du packst eben dann Sauerstoff mit rein. Also im Idealfall würdest
XXXX: du die Tüte nehmen und mit der Tüte da reinfüllen.
XXXX: Oder du musst so einen haben, mit dem du den Sauerstoff auch rauspumpen kannst. Das geht auch.
Andy: Okay. Gibt es als Zubehör wahrscheinlich bei euch. Dann muss ich mal gucken. Natürlich.
Andy: Okay. Und die Tüte, die lasse ich dann neben der Kaffeemaschine stehen,
Andy: muss die in den Kühlschrank oder unter welchen Temperaturen habe ich die, ist egal.
XXXX: Tja, neben der Kaffeemaschine, einfach nicht in der Sonne. In den Kühlschrank
XXXX: würde ich sie nicht packen, wenn die Tüte da nicht 100% dicht ist, dann im Zweifelsfall.
XXXX: Der Kaffee ist hydroskopisch, der zieht die Feuchtigkeit ein und sonst schmeckt
XXXX: nachher dein Kaffee nach Rollmops und das willst du auch nicht.
Andy: Okay, dann hast du das Thema Social Business noch angesprochen.
Andy: Was bedeutet das für dich?
XXXX: Ja, auch ein ganz eigenes, großes Thema.
XXXX: Wir haben uns als Purpose Business konstituiert von Anfang an.
XXXX: Das heißt, wir haben gesagt, die Gewinne bleiben im Unternehmen.
XXXX: Die Gründer, also die Gründer, wir waren nur Gründer, zahlen sich die Gewinne
XXXX: nicht aus, sondern sie verbleiben im Unternehmen und werden immer wieder reinvestiert
XXXX: in die Entwicklung des Unternehmens. Das haben wir statuarisch festgelegt.
XXXX: Und gleichzeitig haben wir in diesem Darlehensvertrag, den wir aufgenommen haben, auch ein Vetorecht.
XXXX: Solange der Darlehensvertrag läuft, können wir das auch nicht verändern,
XXXX: beziehungsweise dann könnte der Darlehensvertrag gekündigt werden.
XXXX: Das heißt, das hatten wir von Anfang an als Idee und gleichzeitig haben wir
XXXX: den Purpose festgelegt, nämlich ausgleichend.
XXXX: Als Wissensaustausch, aber auch in der Art und Weise, wie wir entlang der Kaffeekette
XXXX: handeln, da fair und auf Augenhöhe tätig zu sein.
XXXX: Und das finanzieren wir ja auch aus dem Gewinn, beziehungsweise das verkalkulieren
XXXX: wir direkt in den Preisen.
XXXX: Deswegen ist unser Ziel nie Gewinn, also unser Ziel war nie Gewinn des Gewinneswegens,
XXXX: sondern immer unseren Zweck zu erfüllen.
XXXX: Wir brauchen einen Plus am Ende des Jahres, um unseren Zweck zu erfüllen.
XXXX: Und das ist eben ausgleichend entlang der Kaffeekette tätig zu sein.
XXXX: Und das haben wir von der Gründung her so gedacht und so gemacht.
XXXX: Wir haben auch festgelegt, dass die Gründer die Anteile nur nominal weitergeben dürfen.
XXXX: Das heißt, die Anteile wachsen nicht mit dem Wachstum des Unternehmens.
XXXX: Das heißt, als ich dann vor vier, fünf Jahren entschieden habe mit meinem Bruder
XXXX: zusammen, Felix, der 25 Prozent der Anteile am Anfang hatte,
XXXX: ich hatte 50 Prozent, äh, 5 Prozent,
XXXX: als wir gesagt haben, wir wollen jemanden dazunehmen, dann konnte der dazukommen,
XXXX: weil wir ihm die Anteile nominal haben weitergeben können.
XXXX: Und das bedeutet für mich erstmal Purpose-Konstruktion,
XXXX: also dauerhaft eine Konstellation, wo es möglich ist, dass die Eigentüme an
XXXX: der GmbH im Unternehmen weitergegeben werden an diejenigen, die das Unternehmen
XXXX: machen und nicht irgendwo extern.
XXXX: Ich halte das für eine super langfristige, nachhaltige, sinnvolle Konstruktion,
XXXX: weil uns kann niemand reinquatschen.
XXXX: Wir dürfen die Anteile auch nicht extern verkaufen. Das haben wir ausgeschlossen.
XXXX: Und wir sind da gerade in einer super interessanten Transformation nochmal,
XXXX: weil wir jetzt ein bisschen größer geworden sind und weil wir das noch dauerhafter
XXXX: verstetigen wollen, wird dieses Jahr passieren.
XXXX: Mir war das wichtig und mir ist es wichtig, vor allem auch um noch,
XXXX: bevor wir noch mehr wachsen, noch klarer, noch dauerhafter diese Konstellation so festgelegt zu haben.
XXXX: Ja, das ist mal die Ebene Purpose und eben Social Business bedeutet für mich,
XXXX: sicherzustellen, dass es allen entlang der Kaffeekette geht,
XXXX: dass wir eigentlich Mehrwert schaffen auf sozialer, ökologischer und ökonomischer
XXXX: Ebene entlang der Kaffeekette.
XXXX: Das heißt, dass die Kaffeeproduzenten mit ihren Böden und mit dem,
XXXX: wie sie leben, Schritte voran machen und am Ende fragen wir dort nach,
XXXX: was braucht ihr für den Kaffee, das für euch stimmt.
XXXX: Wir sagen nicht, was ist der Preis, das ist in der Regel so,
XXXX: wie das funktioniert im Kaffeehandel.
XXXX: Wir fragen, was brauchst du, damit es für dich funktioniert und welche Projekte
XXXX: willst du machen und deswegen waren wir jetzt auch vor Ort, um nachzuhören,
XXXX: was ist deine Idee, was ist eure Vision, wo wollt ihr hin mit eurer Farm?
XXXX: So auf der Ebene, das gleiche natürlich mit den Mitarbeitenden im Unternehmen,
XXXX: Da steht im Zentrum, dass die ihre Biografie entwickeln können und da bin ich
XXXX: total von überzeugt, wenn du ein Unternehmen schaffst, in dem die Menschen,
XXXX: die da arbeiten, zufrieden sind, sich selber weiterentwickeln,
XXXX: dann entwickelt sich das Unternehmen.
XXXX: Also eigentlich easy peasy.
XXXX: Und das Ganze auch als Unternehmen der sozial-ökologischen Transformation,
XXXX: das heißt, wir gucken, wie ist unser CO2-Fußabdruck, was können wir da auch erarbeiten an Wissen,
XXXX: welches anderen, die auch mit Kaffee arbeiten, weiterhelfen,
XXXX: sich weiterzuentwickeln.
XXXX: Wir haben einen Umweltingenieur angestellt, der hat Rechner erstellt für Röstereien
XXXX: und für Kaffeefarben, um den CO2-Fußabdruck zu berechnen, findet man auf unserer Webseite.
XXXX: Damit kannst du gucken, wie viel CO2 du imitierst bzw.
XXXX: Entlang der Kaffeekette entstanden ist, wenn du jetzt diesen oder jenen Kaffee
XXXX: mit dieser oder jener Zubereitungsmethode brüchst.
XXXX: Aber auch als Rösterei kannst du mit einem Rechner von uns gucken,
XXXX: wie ist dein CO2-Fußabdruck.
XXXX: Oder du kannst sogar deine ganze Farm rechnen und möglicherweise sagen,
XXXX: ah ja, Kaffee in Zentralamerika mit super viel Schattenbewuchs,
XXXX: der könnte ja vielleicht weniger Kaffee ausscheiden, als er verbraucht,
XXXX: beziehungsweise könnte eine positive Bilanz haben.
XXXX: Dann kannst du natürlich auch hingehen und sagen, ich überlege,
XXXX: ob ich CO2-Zertifikate verkaufe als Farm und dann kannst du vielleicht dein
XXXX: Einkommen auch diversifizieren.
XXXX: Das sind so Elemente, die wir machen. Wir haben eine Gemeinwohlbilanz gemacht
XXXX: und da einmal uns durchzertifiziert, aber auch gleichzeitig so einen inneren
XXXX: Prozess gemacht, um uns zu fragen, wo legen wir unser Geld an,
XXXX: bei welcher Pensionskasse sind wir, wie legt die Pensionskasse das Geld an,
XXXX: bei welchen Versicherungen sind wir.
Andy: Ganz schön Aufwand.
XXXX: Ja, mega Aufwand, aber auch total spannend. Ich kann dich jedem nur empfehlen,
XXXX: vor allem so als junges Unternehmen, Du hast oft viele Werte,
XXXX: vieles sind nicht niedergeschrieben.
XXXX: Das ist das eine. Auf der anderen Seite, wie entwickelst du dich weiter?
XXXX: Und wenn du so einen Gemeinwohl-Bilanzprozess machst, das machst du mit zwei anderen Unternehmen.
XXXX: Und zu dritt geht man diesen Fragenkatalog durch und stellt sich wirklich gute Fragen.
XXXX: Vor allem so nach drei, vier Jahren, wenn du dann jung bist,
XXXX: wenn du noch nicht genau weißt, wie funktionieren einfach andere Businesses,
XXXX: dann da durchgehst und das einmal durcharbeitet, das war für uns wie ein Consulting-Prozess,
XXXX: ohne dass wir dafür viel bezahlt haben, weil wir selber uns einfach diese wichtigen
XXXX: Struktur-Fragen gestellt haben, wie wollen wir in Zukunft Entscheidungsprozesse
XXXX: führen in einem Unternehmen,
XXXX: wie machen wir Mitarbeiterpartizipation,
XXXX: was sind die richtigen Pensionskassenlösungen und so weiter.
XXXX: Das sind ja Fragen, die du dir vielleicht, gerade wenn du viel wächst und total
XXXX: operativ unterwegs bist, die du dir nicht stellst, die du dir aber stellen musst,
XXXX: wenn du 30, 40, 50 Mitarbeiterinnen hast, dann musst du dir die Fragen irgendwann
XXXX: stellen, weil sonst fällt dir das nachher auf die Füße.
XXXX: Und ich glaube, dass wir damit, dadurch, dass wir uns die Fragen frühzeitig
XXXX: gestellt haben, auch wie eine Unternehmensübergabe stattfinden kann,
XXXX: uns recht ordentlich aufstellen.
Andy: Ja, das ist natürlich, da hast du ja schon einiges gemacht.
Andy: Also es ist sehr interessant. Ich habe zu den Vor-Ort-Besuchen noch kurz eine
Andy: Frage, das ist mir gerade noch eingefallen.
Andy: Da warst du jetzt, wie lange warst du da jetzt unterwegs? Machst du das einmal im Jahr?
Andy: Und wie stellst du das sicher, dass nicht alles in Ordnung ist,
Andy: wenn du vor Ort bist, dass alles auf Hochglanz poliert wird und so,
Andy: wie man das vielleicht vermuten lässt.
Andy: Jetzt kommt hier unser größter Abnehmer, jetzt müssen wir alles putzen,
Andy: muss alles sauber sein und Vier Wochen später ist es dann wieder ein anderer Zustand.
Andy: Also gibt es da vor Ort dann Menschen, die das kontrollieren oder ist das gar
Andy: nicht nötig, weil es so partnerschaftlich funktioniert?
Andy: Oder bist du sogar öfters im Jahr vor Ort?
XXXX: Ja, wir teilen das als Team auf. Ich mache das gar nicht so oft mehr,
XXXX: sondern Philipp, der unsere Rösterei leitet und auch Partner ist im Unternehmen,
XXXX: der ist eigentlich derjenige, der verantwortlich ist.
XXXX: Auch immer wieder einzelne Länder und Farmen zu besuchen, der reist einmal im
XXXX: Jahr, aber natürlich nicht zu allen Partnern.
XXXX: Wir kaufen aus so vielen verschiedenen Ländern und auch unterschiedliche Mengen,
XXXX: das kriegen wir nicht organisiert, alle einmal im Jahr zu besuchen.
XXXX: Aber wir sind einmal im Jahr irgendwo und wir versuchen natürlich unsere großen
XXXX: Partner regelmäßig zu besuchen.
XXXX: Und die sind dann ganz unterschiedlich in der Art und Weise,
XXXX: wie sie arbeiten und brauchen dann auch eine unterschiedliche Begleitung.
XXXX: In Brasilien hast du super professionelle Unternehmen, zum Teil,
XXXX: das sind mittelständische Farmen.
XXXX: Die machen vieles mechanisch. Das ist nicht die gleiche Art von Kaffeeanbau,
XXXX: die du in Zentralamerika findest. Es gibt Länder, die wir gar nicht besuchen.
XXXX: Da machen diese Begleitungsarbeit dann andere Röstereien.
XXXX: Da arbeiten wir dann auch eng mit anderen Röstereien zusammen,
XXXX: die vielleicht eher gut sind in Äthiopien oder in Kenia und da eine genauere
XXXX: Tuchfühlung aufnehmen oder eben doch auch Händler, Händler unseres Vertrauens.
XXXX: Von denen wir den Kaffee verkaufen, immer wieder auch kaufen,
XXXX: die aber eigentlich dafür verantwortlich sind, Partner oder gegenüber zu sein für eine Farm.
XXXX: Und dann ist das eine spannende Frage, wie kontrollieren wir was?
XXXX: Es gibt natürlich unterschiedlichste Dinge, die du kontrollieren kannst.
XXXX: Am Ende ist für uns wichtig, natürlich, dass wir einen Kaffee von einer Farm
XXXX: bekommen, die sozial-ökologisch sauber arbeitet.
XXXX: Für die ist es dann aber, wenn du auf Augenhöhe handelst, dann musst du dir
XXXX: eigentlich die Frage stellen, genauso finde ich, wie können auch die Pharma
XXXX: das bei dir kontrollieren.
XXXX: Denke, wie können wir dort was kontrollieren, hat immer schon so eine Perspektive,
XXXX: wie Handel sehr lange funktioniert hat, nämlich hat so ein bisschen was Postkoloniales.
XXXX: Das sind wir gewöhnt, aber da finde ich, muss man mit ganz viel ganz vorsichtig
XXXX: dabei sein. Wir wollen wissen, dass das da gut funktioniert und wir schauen
XXXX: das auch gemeinsam an und wir sprechen auch darüber, aber wir sind nicht in
XXXX: einem Verhältnis, das wir kontrollieren, sondern wir.
XXXX: Wir haben da mit einem Gegenüber zu tun, die sind souverän, die wollen ihre
XXXX: Farm weiterentwickeln, die wollen auch, dass die Böden besser werden,
XXXX: deswegen finden wir uns, deswegen werden wir Partner,
XXXX: weil wir eine ähnliche Haltung oder eine ähnliche Vision haben und deswegen
XXXX: berichten wir uns auch transparent gegenseitig, wie wir uns entwickeln.
XXXX: Wir machen einen Transparenzbericht, den wir mit den Farben teilen und wir wünschen
XXXX: uns auch, dass die Farben offen und transparent über ihre Herausforderungen sprechen.
XXXX: Und wenn wir dann vor Ort sind, dann sehen wir trotzdem Dinge,
XXXX: die nicht gut laufen, dann sprechen wir die an und tauschen uns darüber aus.
XXXX: Und bei manchen läuft es immer vorbildlich und da können wir uns wünschen,
XXXX: dass wir so vorbildlich sind, wie die arbeiten.
XXXX: Und jetzt haben wir aber auch Beispiele gesehen in Mexiko.
XXXX: Sehr spannendes Beispiel bei einer Community, einer indigenen Gemeinschaft,
XXXX: mit denen arbeiten wir jetzt seit vier Jahren zusammen im Hochland von Mexiko.
XXXX: Und für die ist das erste Mal die Zusammenarbeit mit uns eine Situation,
XXXX: wo sie direkt wissen, wem sie den Kaffee eigentlich verkaufen.
XXXX: Sie haben den immer sonst an irgendwelche Zukäufer verkauft und jetzt zum ersten
XXXX: Mal direkt mit uns und die wurden bisher eigentlich in ihrem Leben immer nur über den Tisch gezogen.
XXXX: Von Aufkäufern, haben nicht das bekommen, was sie an Qualität verdient haben, aber.
XXXX: Sind regelrecht ausgenutzt worden und das ist wirklich eine Vertrauensarbeit.
XXXX: Über Jahre musst du da echt was aufbauen und im ersten Jahr war das ein Verkauf mit großem Abstand.
XXXX: Im zweiten Jahr haben sie dir die Hand geschüttet, im dritten Jahr hast du dich
XXXX: schon freundlicher begrüßt, die haben sich schon gewundert, warum kommen die
XXXX: schon wieder, das ist eigentlich ungewohnt und jetzt im vierten Jahr wurden
XXXX: wir umarmt bei der Begrüßung und haben aber gleichzeitig gemerkt,
XXXX: dass trotzdem die Kommunikation nicht funktioniert hat, irgendwelche Maschinen
XXXX: nicht funktioniert haben, Sie haben uns nicht mitgenommen und nicht erzählt,
XXXX: wir haben nicht gemeinsam Lösungen gefunden,
XXXX: weil man sich noch gar nicht vorstellen kann, dass die Kunden,
XXXX: also wir als Rösterei wirklich interessiert sind an der Zusammenarbeit.
XXXX: Aber da spielt rein einfach komplett auch koloniale Geschichte.
XXXX: Diese indigene Gemeinschaft war einstmals im Tiefland Mexikos und ist jetzt
XXXX: irgendwo in die Berge abgedrängt worden, weil die Nachkommen der Einwanderer
XXXX: oder Eroberer, Einwanderer ist das freundliche Wort, eigentlich sind es ja Eroberer,
XXXX: die indigene Gemeinschaft ins Hochland gezwungen hat.
XXXX: Und das ist natürlich generationelles Trauma, mit dem du dann da arbeitest.
XXXX: Und das sind riesige Herausforderungen. Aber das sind eben auch die spannenden
XXXX: Prozesse, für die es sich dann lohnt.
XXXX: Und das sind auch die Geschichten, die Spaß machen zu erzählen.
XXXX: Und das macht dann schon auch klar, warum wir eigentlich so eine Arbeit machen.
XXXX: Das ist schon auch etwas, da wollen wir was bewegen und zeigen,
XXXX: dass man mit so einer kleinen indigenen Gemeinschaft guten Kaffee machen kann.
Andy: Ja, jetzt radikaler Themenschwenk zum Thema KI.
Andy: Jetzt lesen wir ja gerade zumindest die ganzen Software-Modelle,
Andy: die sind brutal oder SaaS und sonstige Dinge, die werden an der Börse abgestraft.
Andy: Da stellt man sich die Frage, ob es die in Zukunft noch geben wird oder ob jeder
Andy: sich so Tools vibe codet.
Andy: Bei Kaffee scheinen da ja schon ziemlich KI sicher unterwegs zu sein.
Andy: Ist das so, also wie blickst du da in die Zukunft und wie setzt ihr heute selber
Andy: KI schon ein, dann für Content, für Videos, für Kaffeetests?
Andy: Gibt es bei euch einen Bot, mit dem ich sprechen kann und der hat das Wissen von all euren Tests?
Andy: Also wie siehst du da auf die Zukunft?
XXXX: Ich sehe für uns vor allem Chancen, eigentlich keine Gefahren.
XXXX: Ich nutze selber sehr viele verschiedene KI-Tools, um meine Videos zu transkribieren
XXXX: und dann nachher damit auch den Schreibprozess von meinen Artikeln zum Beispiel zu unterstützen.
XXXX: Aber wir haben auch zum Beispiel gevibe-coded mit Claude, ein Mini-Tool,
XXXX: mit dem wir nach einer Verkostung eines Kaffees einen Vorschlag oder eine Idee bekommen können,
XXXX: in welche Richtung wir diesen Kaffee entwickeln und rösten können auf Basis
XXXX: unserer Erfahrung mit dieser Art von Kaffees, Dichte, sensorisches Profil.
XXXX: Kriegen wir dann eine Idee, machen wir daraus ein Espresso und wie könnten wir
XXXX: den eventuell rösten aufgrund der Basis all unserer Röstungen.
XXXX: Also da haben wir ein paar Experimente schon gemacht.
XXXX: Das ist sicherlich super spannend, auch damit weiterzudenken.
XXXX: Du darfst nicht vergessen, die Röstungen heute funktionieren alle digital,
XXXX: beziehungsweise werden alle aufgezeichnet.
XXXX: Wir haben, ich glaube, sechs verschiedene Sensoren im Röster und haben damit
XXXX: auch jede einzelne Röstung vektorisiert.
XXXX: Und wir haben natürlich die ganzen Verkostungsdaten von zigtausenden Kaffees auf digital.
XXXX: Damit kannst du schon einiges machen, wenn du dann sagst, ich will in diese
XXXX: Richtung, ich hatte diese Qualität.
XXXX: Und da werden sich natürlich auch die Röstmaschinen weiterentwickeln.
XXXX: Also es gibt jetzt schon die ersten, die auch eigentlich mehr oder weniger automatisiert
XXXX: dir ein sehr gutes Röstergebnis liefern.
XXXX: Nur aufgrund von feuchter Dichte und vielleicht einer Verkostung kannst du damit
XXXX: eine erste Röstung machen.
XXXX: Und da gibt es spannende Herausforderungen, zum Beispiel, wie skalierst du von
XXXX: einem Sample-Röster, 50 Gramm, auf einen Röster, der 15 Kilo oder 30 Kilo röstet.
XXXX: Kurz eingeschoben. Eines der größten Knackpunkte,
XXXX: jetzt vielleicht für jemanden, der da Bock drauf hat, das ist eine super Startup-Idee.
XXXX: Weißt du, warum die Großröstereien nicht wirklich gut im Specialty-Bereich unterwegs sein können?
XXXX: Naja, die können einfach nicht auf einem 300-Kilo-Röster einen Sample rösten
XXXX: oder einen Kaffee rösten, der vielleicht nicht 10 Dollar im Einkauf kostet,
XXXX: sondern 100 Dollar im Einkauf, irgendein Panama Geisha, ein Meisterschaftsslot.
XXXX: Kannst du halt nicht auf einem 300-Kilo-Röster rösten, weil wenn du das verröstest,
XXXX: dann ist der einfach zerstört.
XXXX: Wenn du jetzt aber solide das auf einen Kleinröster rösten kannst und das sauber
XXXX: hoch mit Hilfe von KI hoch skalieren kannst auf einen 300-Kilo-Röster,
XXXX: dann ist der 300-Kilo-Röster eigentlich der interessantere Röster,
XXXX: weil er aufgrund seiner großen thermischen Masse eigentlich konstanter funktioniert als ein Kleinröster.
XXXX: Damit könnte man noch einiges machen in Zukunft, wenn dieser Wissensübertragung
XXXX: funktioniert aufgrund der Basis, die du halt mit dem Kleinen geröstet hast.
XXXX: Wenn du das sauberer übertragen könntest auf den großen Röster,
XXXX: ich sehe da noch wahnsinnig viel Potenzial für die Zukunft.
Andy: Und je mehr Daten du hast, desto besser. Und das habt ihr ja offensichtlich.
XXXX: Je mehr Daten du hast, je mehr Verkostungsdaten du hast und je mehr du auch
XXXX: einfach physikalisch das messen kannst, kannst du dann das automatisieren. Also da machen wir viel.
XXXX: Probieren damit rum, experimentieren. Natürlich Buchhaltung und so weiter,
XXXX: die gleichen Fragen und Ideen, die alle haben.
XXXX: Da versuchen wir, unsere Prozesse zu vereinfachen und zu optimieren.
Andy: In der Regel habe ich ja noch einen größeren Bootstrapping-Teil.
Andy: Da hast du jetzt im Interview ganz viel schon beantwortet. Ihr habt nicht vor,
Andy: die Firma zu verkaufen. Ihr habt es sogar drinstehen.
Andy: Ihr habt dann wahrscheinlich auch keinen Bock auf Investoren.
Andy: Du holst Menschen mit rein, wo es Sinn macht.
Andy: Jetzt scheint ja aber alles zu laufen. Wir haben jetzt eine Stunde,
Andy: 20 schon viel gelernt, was funktioniert.
Andy: Was gab es denn alles, was nicht funktioniert hat? Also wie viele Dinge habt
Andy: ihr schon gemacht, die nicht funktioniert haben?
XXXX: Du, ich sage dir ganz kurz noch was zum Bootstrapping, dann gehe ich auf die
XXXX: Frage ein, wenn ich darf.
Andy: Klar, gerne.
XXXX: Nein, genau. Wir werden keine Investoren reinnehmen. Wir wachsen nur organisch
XXXX: aus dem Cashflow, aus dem, was wir haben.
XXXX: Wir haben jetzt mal hin und wieder auch bei einem Café einen Darlehen aufgenommen
XXXX: über eine Bank oder eine Pensionskasse, aber niemanden beteiligt und das haben
XXXX: wir ja, wie gesagt, ausgeschlossen. Und weißt du, warum ich das so gut finde?
XXXX: Unter anderem, weil wir einfach im richtigen Tempo wachsen, sodass ich als Geschäftsführer
XXXX: und mein Team mitwachsen kann.
XXXX: Wenn wir jetzt schneller wachsen würden, und ich meine, wir wachsen immer noch
XXXX: 25 Prozent oder so im Jahr, wenn wir schneller wachsen würden,
XXXX: dann würde ich gar nicht mitkommen.
XXXX: Also ich als Persönlichkeit, ich als Führender, ich als Mensch,
XXXX: der das organisieren muss und der Rest von meinem Team, die anderen Leitenden auch nicht.
XXXX: Wir müssen uns ja mitentwickeln und deswegen halte ich das für total gesund,
XXXX: in diesem Tempo zu wachsen und das jetzt nicht wie verrückt zu skalieren.
XXXX: Wir müssten überhaupt gar nicht skalieren, weil wir ja keine Externen da drin haben.
XXXX: Wir machen das nur, weil wir mehr Impact haben wollen und weil wir Bock haben
XXXX: und weil wir neue Ideen haben. Und damit wachsen wir in einem Tempo,
XXXX: das uns gut tut, das uns ermöglicht, mit unseren Familien einen schönen Alltag zu organisieren.
XXXX: Und wir schaffen damit eine Plattform, so hoffe ich.
XXXX: Und das ist ein wichtiges Ziel, auf der es allen Mitarbeitenden gut geht.
XXXX: Und das gefällt mir sehr gut an diesem Gebootstrappeden und nicht irgendwie
XXXX: externe Renditeerwartung.
XXXX: Und du korrumpierst natürlich nie deine Idee, wenn du nur dir selbst gehörst
XXXX: als Unternehmen, was dir oft passiert, wenn du eine externe Renditeerwartung
XXXX: hast oder Investoren, dann bleibt oft die Idee auf der Strecke.
XXXX: Und das finde ich immer schade.
Andy: Aber du hättest diese Supermarkt-Geschichte mit einem Investor wahrscheinlich
Andy: gar nicht so schnell machen können.
Andy: Das war ja wahrscheinlich auch eine relativ kurzfristige Entscheidung,
Andy: die du nirgends abstimmen musstest, außer vielleicht mit dem Amt oder so,
Andy: weil Kaffee zum Supermarkt mal kurz zu machen, stelle ich mir jetzt bürokratisch
Andy: auch nicht so einfach vor, aber hat ja offensichtlich funktioniert.
Andy: Wenn das Inhaber geführt ist, ist das sowas ja möglich.
XXXX: Ja, du kannst alles machen. Du kannst heute noch eine Bäckerei öffnen,
XXXX: haben wir gemacht. Du kannst morgen das machen. Du kannst auch einfach sagen, komm...
XXXX: Ich glaube daran, dass die 500.000 Franken Umsatz, die wir gemacht haben mit
XXXX: Espresso-Maschinen, dass wir die jetzt einfach von heute auf morgen in diesem
XXXX: Jahr streichen können, weil wir mehr eine Testplattform sein wollen.
XXXX: Das haben wir entschieden.
XXXX: Und dann haben wir einfach gesagt, wir machen den Umsatz nicht.
XXXX: Fertig, Emmelgelände. Und ich glaube, zwei Jahre später war das die richtige Entscheidung.
XXXX: Schon alleine, weil wir uns nicht mehr mit den Garantiefällen rumschlagen müssen.
XXXX: Aber das ist ein anderes Thema.
XXXX: Was hat nicht geklappt?
Andy: Die enteignete Plantage zum Beispiel, was noch? Aber gut, das ist ja ganz nichts machen.
XXXX: Ja, schon. Irgendwo schon, aber auch das. Am Ende ist es richtig.
XXXX: Wir hätten uns gewünscht, wir waren in dem Prozess, die Farm übergeben zu wollen,
XXXX: weil wir gemerkt haben, vielleicht kann man das sagen, ich würde keine Farm mehr kaufen,
XXXX: weil ich und wir als Team das nicht aus dieser Ferne, in Fernbeziehungen auf
XXXX: die Art und Weise leiten können, wie wir auch zum Beispiel mit Menschen arbeiten können.
XXXX: Dafür musst du näher dran sein. Das hat nicht geklappt.
XXXX: Das macht keinen Sinn. Aus meiner Sicht musst du nicht eine Rösterei, eine Farm kaufen,
XXXX: sondern du arbeitest lieber als Co-Investor mit oder eben finanzierst zum Beispiel
XXXX: eine Aufbereitungsanlage in Mexiko mit,
XXXX: anstatt dass du selber da den Boden kaufst und unterstützt dadurch lieber die
XXXX: Idee von einem Unternehmen, von einer Gruppe dort, als jetzt selber zu versuchen,
XXXX: da was aufzubauen. Das würde ich nicht mehr machen.
XXXX: Das ist sicherlich eine Konsequenz, aber was heißt, war das jetzt ein Fehler?
XXXX: Nein, das war ein Teil unserer Biografie.
XXXX: Es war super wichtig für unsere strategische Positionierung.
XXXX: Wir konnten sagen, wir machen Kaffee vom Anbau bis in die Tasse,
XXXX: weil wir eine eigene Farm hatten und wir waren eine der Handvoll Röstereien
XXXX: im deutschsprachigen Raum, die eine eigene Farm hatten.
XXXX: Also strategisch war das wiederum super.
XXXX: Es hat nicht geklappt. Ich kann sagen, dass ich in manchen Jahren zu viel gearbeitet
XXXX: habe, dass ich zu wenig für meine Family da war, dass ich gerade in der Gründung
XXXX: natürlich Risiken eingegangen bin und die habe ich kompensieren müssen.
XXXX: Da war ich nicht genug in der persönlichen Balance, da war ich nicht genügend bei mir.
XXXX: Das kann ich heute viel besser, aber das kann ich heute auch viel besser,
XXXX: weil ich da durchgegangen bin und für mich den Weg gefunden habe,
XXXX: mehr auf mich zu schauen und nicht über meine Verhältnisse, Kräfte zu verbrauchen.
XXXX: Auch das in diesem deshalb natürlich super wichtiges Learning.
XXXX: Bei einem Projekt habe ich zu spät reagiert, bin zu wenig hineingegangen,
XXXX: auch weil ich gerne einfach Räume gebe, damit Leute sich selbst ausprobieren können.
XXXX: Ich glaube, dadurch entwickelt sich ein Unternehmen auch, dass du wirklich vertraust.
XXXX: Also ich leite sehr gerne mit Vertrauen und Zutrauen.
XXXX: Das heißt, ich gebe Leuten den Raum, dass sie selbst Schritte machen können
XXXX: und dann auch auf die Nase fallen können und dann im Idealfall auch selber den
XXXX: nächsten Schritt machen.
XXXX: Und ich glaube, da war ich in einem Fall bei einem Projekt nicht nah genug dran,
XXXX: habe entweder nicht dann doch schnell genug reagiert.
Andy: Eins von 100 dann sozusagen. Es wäre trotzdem noch eine gute Quote wahrscheinlich.
XXXX: Ja, aber ein größeres Projekt hat uns ein paar hunderttausend Franken gekostet.
XXXX: Und dann haben wir gesagt, das macht man nicht weiter.
XXXX: Dann musste ich da quasi reingrätschen.
XXXX: Und das mache ich nicht so gerne. Das mache ich nur, wenn es wirklich nicht
XXXX: funktioniert, weil sonst gebe ich den Dingen lieber Zeit und auch den Leuten Zeit.
Andy: Wenn du zu Hause Kaffee trinkst, wie viele Maschinen stehen da?
Andy: Welchen Kaffee trinkst du da? und kannst du noch Kaffee trinken,
Andy: ohne ans Business zu denken, wenn du jetzt auch mal in einem anderen Café bist oder im Urlaub?
XXXX: Ja, das ist immer ein Reality-Check. Deswegen ist das ganz wichtig.
XXXX: Das mache ich gerne und über alle und auch alle Qualitäten.
XXXX: Und da habe ich keine Berührungsängste.
XXXX: Ich habe auch ein paar Jahre Supermärkte, große deutsche Supermarktketten und
XXXX: so, mal consultet und deswegen habe ich schon alle Qualitäten getrunken.
XXXX: Keine Angst davor, keine Berührungsängste. Zu Hause habe ich das Glück,
XXXX: dass ich immer wieder andere Maschinen habe,
XXXX: weil ich mir immer mal wieder eine neue Maschine mitnehme und dann auch sage,
XXXX: ich muss die im Alltag testen, weil wenn die Maschine im Alltag Spaß macht,
XXXX: dann ist sie wahrscheinlich auch gut.
XXXX: Und dann ist das ja auch ein wichtiges Element. Du kannst ja die genialste Maschine
XXXX: testen und alles erscheint dir erstmal gut und sinnvoll.
XXXX: Und dann merkst du aber zu Hause, nutzt du sie nicht, dann gibt es irgendein Problem.
XXXX: Wobei ich sagen muss, dass ich zu Hause sehr viel Filterkaffee trinke,
XXXX: Hand aufgebrüht, einfach eine Kanne, also 300 Milliliter mache ich mir mehrmals
XXXX: am Tag, da brühe ich mir dann einfach schnell von Hand frisch gemahlen, den Kaffee.
XXXX: Das ist eine Art und Weise, wie sehr viele Kaffeefreaks Kaffee trinken,
XXXX: nicht mit der Espressomaschine, sondern als Filterkaffee, weil du röstest anders.
XXXX: Nämlich heller und dadurch zeigt sich mehr von den Ursprungskomponenten,
XXXX: also wie der Kaffee, wie das Terror, wie der Boden, wie die Farm,
XXXX: wie die Fermentation selber schmeckt.
XXXX: Und wenn du Espresso machst, röstest du eigentlich immer ein bisschen dunkler,
XXXX: dann verlierst du auch etwas von diesem Ordinären, was das Land oder die Farm
XXXX: ausmacht. Deswegen trinke ich immer sehr gerne auch Filterkaffee von Hand gebrüht.
XXXX: Und das ist auch die Art und Weise, wie wir Qualität überprüfen.
XXXX: Nicht als Espresso, sondern wenn wir neue Samples kaufen, dann wird das immer
XXXX: erstmal als Cupping oder als Filterkaffee verkostet.
Andy: Passt, okay. Das heißt, wenn ich jetzt hier mich oute als,
Andy: ja, wir haben einfach einen Vollautomat da stehen, da würdest du erstmal schon
Andy: gleich den Kopf schütteln und ich sollte dann, also mit was für einer Maschine
Andy: sollte ich jetzt einsteigen, Wenn ich sage, wir wollen vielleicht doch mit Siebträger mal probieren,
Andy: dann, du hast das Citellonghi ein paar Mal angesprochen,
Andy: soll ich lieber mit Filterkaffee wieder arbeiten oder was würdest du jetzt so
Andy: einem Haushalt, einem klassischen Haushalt empfehlen, der jetzt nicht so ein Kaffee-Nerd ist?
XXXX: Ja, was genial ist, ist, wir haben mittlerweile in Deutschland beziehungsweise
XXXX: im Dachraum tolle Hersteller von Espressomaschinen.
XXXX: Mit Maro hast du schon gesprochen. Die sind natürlich preislich obere Kante.
XXXX: Aber du hast in Heidelberg oder bei Heidelberg ECM, die machen coole Geschichten.
XXXX: Du hast in der Schweiz Zuriga, die machen eine tolle Espressomaschine.
XXXX: Ich würde erst mal gucken, so ein KMU, was so aus dem deutschsprachigen Raum
XXXX: kommt, wenn du Bock hast auf Espresso.
XXXX: Es gibt noch ein interessantes Startup.
XXXX: Das ist aber nicht gebootstrapped, deswegen darfst du die nicht einladen.
XXXX: Die kommen auch aus Deutschland. Nunc heißen die. Die machen,
XXXX: würde dich auch garantiert interessieren, auch mit einer relativ starken Machine
XXXX: Learning Integration versuchen sie eine Maschine und eine Mühle zu koppeln und dadurch,
XXXX: ja, sie sprechen immer von einer Gelingbarantie, weil eben auch Maschine und Mühle gekoppelt sind.
XXXX: Und mal schauen, wann sie dann jetzt wirklich viel ausliefern und ob das gut kommt.
XXXX: Ich finde trotzdem eine super interessante Variante einfach den Filterkaffee.
XXXX: Den guten alten Filterkaffee, aber mit einer kleinen Mühle, einer elektrischen
XXXX: oder auch einer Handmühle.
XXXX: Und dann nimmst du 18 Gramm Kaffee, dann nimmst du 300 Milliliter Wasser,
XXXX: dann kaufst du einen coolen Kaffee von einer kleinen Rösterei,
XXXX: etwas heller geröstet, frisch geröstet.
XXXX: Dann prüfst du das auf und dann hast du eher ein teeartiges Getränk,
XXXX: Aber mit einer tollen Balance und das schmeckt einfach gut.
XXXX: Und du kannst auch ein bisschen rumexperimentieren.
XXXX: Viele machen dann Single Dosing, sie wiegen wirklich diese 18 Gramm ab,
XXXX: schmeißen sie in die Mühle, nehmen diese 18 Gramm dann und geben sie in den Filterkaffee.
XXXX: Das ist so eine coole, ehrliche, leckere Art.
XXXX: Da gibt es gar nicht, was man, ein italienischer Espresso mag irgendwie,
XXXX: hat so seine Geschichte, hat seine Tradition, aber ist jetzt auf keinen Fall
XXXX: ein besseres Getränk, ist ein anderes Getränk.
XXXX: Aber ein Espresso ist ja immer kurz. Du kannst ein Espresso auch nicht zum Gespräch trinken.
XXXX: Wenn du Schlimmste isst, du hast ein Date und dein Gegenüber bestellt sich ein
XXXX: Espresso, dann weißt du, der geht gleich. oder die besseren Filterkaffee oder
XXXX: eben Latte Macchiato oder Cappuccino.
XXXX: Aber auch Latte Macchiato und Cappuccino sind ja eigentlich nur Kompromisse.
XXXX: Da nutzt du ja Milch, um diesen Espresso dann länger zu machen und oft ist das
XXXX: auch eine Antwort, weil der Espresso selbst nicht balanciert ist und dann kippst
XXXX: du dann auch Milch rein, damit es schön süß ist.
XXXX: Lieber ein guter, ehrlicher Filterkaffee mit geilem Kaffee und gutem Wasser.
XXXX: Also du kommst mal einfach zu mir, dann machen wir zusammen Kaffee und dann
XXXX: kannst du dich danach entscheiden. Ich glaube, das ist der beste Weg.
Andy: Alles klar. Du hast mich schon angesprochen, Work-Life-Balance und dass das
Andy: in den letzten Jahren gelitten hat.
Andy: Würdest du heute sagen, dass du normale Arbeitszeiten hast, so 40 Stunden,
Andy: ist es schon deutlich mehr?
Andy: Arbeitest du am Wochenende? Und bei was kannst du besonders gut abschalten dann?
Andy: Und nicht an Kaffee denken und an YouTube.
XXXX: Ich kann das gar nicht gut sagen, wie viele Stunden ich effektiv arbeite,
XXXX: weil man arbeitet ja immer und nie oder doch nie, nie eigentlich nicht,
XXXX: aber immer ein bisschen beziehungsweise oft immer wieder.
XXXX: Ich arbeite irgendwas zwischen 30 und 60 Stunden, wahrscheinlich viele Stunden
XXXX: davon, aber auf dem Fahrrad oder auf dem Klo oder irgendwie unterwegs,
XXXX: wenn du halt über Dinge nachdenkst,
XXXX: darüber was reflektierst.
XXXX: Mittlerweile wirklich viel mit dem Fahrrad oder unterwegs mit dem Fahrrad.
XXXX: Ich fahre gerne zur Arbeit, das sind so 20 Kilometer, oft eine Tour am Tag und
XXXX: das ist dann eine Stunde oder wenn ich mir Zeit nehme und noch die schöne Naturrunde
XXXX: fahre, sind es dann auch mal zwei.
XXXX: Und das ist einerseits runterkommen, gleichzeitig so Ideen entwickle ich dann
XXXX: natürlich auch da oder über Gespräche denke ich da auch nach.
XXXX: Das ist für mich ein echt guter Moment geworden, um runterzukommen.
XXXX: Ich gehe gerne Kajak fahren.
Andy: Okay, aber so arbeiten heißt jetzt auf dem Fahrrad nicht, dass du mit den Earpods
Andy: fährst und telefonierst, sondern das ist dann schon Nachdenken und Ideen spinnen und so.
XXXX: Nachdenken, aber auch Podcasts höre ich dann schon auch und da ist dann auch
XXXX: schon die Frage, inwiefern ist das dann Arbeiten, inwiefern ist das einfach Weiterbildung.
XXXX: Hole ich mir da aber natürlich auch die guten Ideen bzw. bleibe auf dem Laufenden,
XXXX: um das Unternehmen weiterzuentwickeln.
XXXX: Deswegen ist das so ein fließender Übergang. Im Büro bin ich rund 25 Stunden
XXXX: und aber auch zu Hause nochmal 10, 15 Stunden sicherlich am Rechner.
XXXX: Also wahrscheinlich komme ich schon auf meine 30, 40 Stunden mit Mitarbeitern
XXXX: oder am Rechner, manchmal aber auch weniger. Also ich habe heute das Gefühl,
XXXX: ich komme runter, wenn ich will. Es ist aber auch mein Hobby.
XXXX: Also ich liebe das auch. Ich mache das super gerne. Und jetzt ist es dann auch
XXXX: so, die Kinder sind, habe ich gesagt, die Hälfte der Zeit bei mir.
XXXX: Wenn die nicht bei mir sind, dann sind es auch mal zwölf Stunden Tage.
XXXX: Aber es ist dann auch so, dass ich mal vier Stunden was mache,
XXXX: dann bin ich zwei Stunden auf dem Fahrrad, dann schneide ich nochmal was,
XXXX: weil ich dann doch wieder Bock habe, was selber zu schneiden oder dann telefoniere ich nochmal.
XXXX: Es ist sehr fließend. Es fühlt sich...
XXXX: Besser an denn je, mehr in Balance denn je.
XXXX: Und ja, ich bin auch happier als je zuvor, wie ich das heute manage,
XXXX: obwohl mehr Zeit mit den Kindern oder vielleicht auch gerade,
XXXX: weil mehr Zeit mit den Kindern. Klappt das sehr, sehr schön.
Andy: Macht immer viel aus, glaube ich, wenn man so einen Ausgleich hat.
Andy: Ja, interessant ist, glaube ich, der erste Gast, der nicht 40 bis Stunden gesagt hat, sondern 30 bis.
Andy: Und das finde ich interessant, weil das ist auf jeden Fall ehrlich und ich glaube,
Andy: das ist halt auch schon jetzt so groß, dass du nicht immer so viele Stunden
Andy: reinbuttern musst und manchmal bringen mehr Stunden auch nicht mehr Output.
XXXX: Absolut. Und ich glaube, eine der wichtigsten Aufgaben von einem Gründer ist
XXXX: eben auch von Anfang an darauf hinzuarbeiten, sich selbst abzuschaffen beziehungsweise,
XXXX: eine wichtige Aufgabe, deswegen auch die Art und Weise, wie wir das Unternehmen
XXXX: aufgebaut haben, auch deswegen.
XXXX: Dadurch, dass ich übergeben kann, dadurch, dass wir dieses Jahr von drei auf
XXXX: sechs Leuten gehen und eher Richtung Employee-Owned, dadurch hast du eigentlich
XXXX: schon von Anfang an angelegt, dass du selber dich auch rauslösen kannst,
XXXX: ohne dass du die Herausforderung hast.
XXXX: In einem klassischen Unternehmen, wo deine Anteile die ganze Zeit mitwachsen,
XXXX: muss dich dann ja irgendjemand rauskaufen und das blutet oft das Unternehmen
XXXX: aus, weil am Ende muss dann wahrscheinlich die Kohle eben doch wieder aus dem
XXXX: Unternehmen zu der Person fließen, die dich dann rauskauft.
XXXX: Da haben wir von vornherein eine Gegenmaßnahme und durch die Art und Weise,
XXXX: wie wir eigentlich seit Gründung, seit neun Jahren auch Verantwortung teilen,
XXXX: wir sind im Kreis mit zwölf Menschen in einem Leitungskreis,
XXXX: die tragen alle selbstverantwortlich im großen Rahmen ihre Projekte bzw.
XXXX: Die Felder, für die sie verantwortlich sind. Und deshalb kann ich auch da Schritte
XXXX: zurück machen und mehr strategisch beziehungsweise den Krisen begleiten.
XXXX: Und ich glaube, das ist eine der wichtigen Herausforderungen oder der wichtigsten
XXXX: Aufgaben auch von Gründerinnen und Gründern, von vornherein zu überlegen,
XXXX: wie kann es ihnen gelegen, über einen Prozess, und das dauert 10, 15, 20 Jahre,
XXXX: wie kann ich von Anfang an darauf hinarbeiten, dass ich irgendwann guten Gewissens
XXXX: gehen kann, beziehungsweise dass andere verantwortlich übernehmen und du eine
XXXX: Struktur geschaffen hast,
XXXX: dass dein Baby, so ein Unternehmen ist ja auch eines unserer Kinder, mit seinen Werten.
XXXX: Weitergehen kann, und das ist ja auch ein Übungsprozess mit sich selbst,
XXXX: dieses Übergeben die ganze Zeit zu üben, von, ich kann das nur empfehlen,
XXXX: von der Gründung an, darauf hinzuarbeiten, zu üben, zu übergeben,
XXXX: dann läuft man auf keinen Fall hinein in die Situation, dass man irgendwann 50, 60, 65 ist und,
XXXX: suchst dich nach einer Nachfolgerin oder nach einem Nachfolger,
XXXX: schaust du dich um und hast das einfach nicht auf die Reihe gekriegt.
XXXX: Wenn du dann anfängst, ist die Wahrscheinlichkeit relativ groß,
XXXX: dass es nicht funktioniert.
Andy: Dass es zu spät ist. Ja, super spannend.
Andy: Machst du das alles alleine? Hast du da jemanden, der dich coacht und wo du
Andy: dich hinterfragen kannst?
Andy: Hast du da einen Mentor, der dir da hilft oder ist das alles so im Laufe der
Andy: Jahre aus der eigenen Erfahrung heraus entstanden?
XXXX: Ich habe ein paar Mentoren, die ich mir für verschiedene Bereiche suche.
XXXX: Tatsächlich auch aus dem Kontext Unternehmensübergabe, Unternehmensnachfolge.
XXXX: Ich habe mich damit schon immer beschäftigt.
XXXX: Ich bin seit 15 Jahren in einer Stiftung tätig, die auch das Thema immer wieder bearbeitet.
XXXX: Also das ist so ein Aufhänger. Dadurch kenne ich Menschen, die sich mit dieser
XXXX: Frage beschäftigen und da auch schon Lösungen erarbeitet haben.
XXXX: Die Purpose-Community ist für mich ein spannender Aufhänger.
XXXX: Der Gemeinwohl-Bilanzierungsprozess habe ich kurz angeteasert.
XXXX: War für mich ein guter Prozess, auch uns selbst zu reflektieren,
XXXX: mit meinem Team, aber auch mit anderen.
XXXX: Also so eine Mischung aus allem, würde ich sagen, aus Mentoren.
XXXX: Gute Coaches, viel Reflexion, aber auch ein unternehmerisches Umfeld,
XXXX: wo ich nie Angst habe, auch Dinge zu teilen. Du hast jetzt gemerkt,
XXXX: ich spreche total offen über alles.
XXXX: Und so gehe ich auch mit anderen Unternehmern um, die vielleicht ein ähnliches
XXXX: Mindset haben. Und dann findet man auch andere Unternehmer, die ein ähnliches Mindset haben.
XXXX: Und dann kannst du da auch offen reden und über deine Stärken und Schwächen
XXXX: sprechen und auch reflektieren.
XXXX: Wie macht ihr jetzt den nächsten Schritt? Was sind deine Herausforderungen?
XXXX: Wie gehst du mit dem? Und hast du dafür schon Lösungen? Ich glaube,
XXXX: es braucht eine gute Mischung.
Andy: Ich würde sagen, das ist ein schönes Schlusswort. Ich glaube,
Andy: das ist die längste Episode, die ich jetzt bisher aufgenommen habe.
Andy: Aber ich habe auch sehr viel gelernt über Kaffee und generell über euer vielseitiges Businessmodell.
Andy: Und wie du das Ganze so siehst, vielen, vielen Dank fürs Teilen und fürs offene
Andy: Teilen vor allem von all den Punkten.
Andy: Das ist ja auch immer schwierig, aber jetzt super ehrlich und authentisch.
Andy: Also danke dafür auf jeden Fall.
XXXX: Danke für die Einladung, lieber Andreas. Hat total viel Spaß gemacht.
XXXX: Und ich freue mich aufs Hören, was ich da so alles erzählt habe.
Andy: Da kannst du ja dein Fahrrad fahren. Also vielen Dank.
XXXX: Mach's gut.
Andy: Ciao.
XXXX: Ciao, ciao.
Andy: Ja, und das war auch schon wieder Folge 164 von Happy Bootswapping.
Andy: Hast du bis zum Ende durchgehört, durchgeschaut.
Andy: Abonnier doch gern den Kanal und schick mir da Feedback. Wie hat es dir denn gefallen?
Andy: Gerne per Mail an hallo at happy-bootswapping.de. Da kannst du auch gerne einen
Andy: Vorschlag für neue Gäste machen oder dich selber für ein Interview vorschlagen.
Andy: Das geht auch auf der Website happy-bootshappy.de. An dieser Stelle nochmal
Andy: ein kleines Dankeschön an den Sponsor unserer der Folge.
Andy: Und ja, in der nächsten Woche habe ich mal wieder ein App-Business und habe
Andy: mit dem Stefan Lerner von der Haushaltsbuch-App Monet gesprochen.
Andy: Das ist wirklich super interessant. Er hat über 100.000 Nutzer und wir reden
Andy: ganz viel über Monetarisierung.
Andy: Also, wir hören uns nächste Woche, Folge 165. Würde mich freuen,
Andy: wenn du dabei bist. Bis dahin, mach's gut. Ciao, ciao.
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