14 Jahre profitables Bootstrapping: Dropscan, die digitale Poststelle (#112)
Shownotes
In Folge 112 von Happy Bootstrapping spreche ich mit Christian Schulte, Gründer von Dropscan - einem Service zur Digitalisierung von Briefpost und Papierdokumenten in der Cloud, den er 2011 ohne externes Kapital aufgebaut hat. Christian erzählt, wie aus einer Idee, Papierdokumente zu digitalisieren, ein Unternehmen mit heute 30.000 Kunden und Europas modernstem Scanproduktionszentrum wurde, das täglich tausende von Briefen und Dokumenten verarbeitet.
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Besonders interessant ist Christians Entscheidung, bewusst auf Venture Capital zu verzichten, um unternehmerische Freiheit zu bewahren und nachhaltig statt übermäßig schnell zu wachsen. Und das obwohl (oder vielleicht gerade deshalb) er früher selber einmal bei einer Venture Capital Firma gearbeitet hat! Er beschreibt, wie Dropscan durch intensiven Kundenkontakt, Qualitätsfokus und organisches Wachstum auch dann bestehen konnte, als venture-finanzierte Wettbewerber mit subventionierten Preisen am Markt scheiterten.
Für Christian steht die Lösung eines konkreten Problems für seine Kunden im Vordergrund – nicht der schnelle Exit oder die Maximierung von Wachstumszahlen. Sein Erfolgsgeheimnis: absolute Fokus auf einen qualitativ hochwertigen Service und glückliche Kunden statt auf Marketinghype und Geld einsammeln bei Investoren. Und natürlich auch viel Spaß zu haben an der Arbeit am eigenen Service!
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Mein Name ist Andreas Lehr und im Podcast "Happy Bootstrapping" interviewe ich wöchentlich wechselnde Unternehmer:innen zu Ihrer Geschichte.
Show-Notes
- Dropscan Website
- Christian Schulte bei Linkedin
- Briefpost Service von Dropscan
- Kunden und Success Stories
- Angebot und Preise für gewerbliche Kunden
- "Handwerkskunst" in der ARD Mediathek
- Gründerszene Interview mit Christian von vor 11 Jahren
- Mein "allesnurgecloud" Newsletter zu Cloud, DevOps, IT und Security
- Werbung: Dev-Ops as A Service mit We Manage
- Werbung: Start-up Angebot bei We Manage buchen
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Schick mir gerne Fragen oder Feedback zum Podcast per E-Mail an hallo@happy-bootstrapping.de - viel Spaß mit der Folge!
Transkript anzeigen
Andy: Hallo und herzlich willkommen zu Folge 112 von Happy Bootstrapping.
Andy: In der heutigen Folge habe ich ein Digitalisierungs-Urgestein und zwar den Christian
Andy: Schulte, den Gründer von Dropscan, interviewt.
Andy: Dropscan ist ein Service zur Digitalisierung von Briefpost und Papierdokumenten,
Andy: den der Christian seit 2011 bootstrappt.
Andy: Heute haben sie über 30.000 Kunden und schaffen mit 14 Mitarbeitenden mehrere
Andy: 10.000 Briefe am Tag zu digitalisieren.
Andy: Ich kannte Dropscan schon, habe es aber selber nie genutzt, bin jetzt aber auch
Andy: Kunde, weil irgendwie ist es natürlich total bescheuert, das selber zu machen.
Andy: Dann habe ich die Dokumente schief oder bin nicht zufrieden oder sie stapeln sich hier.
Andy: So hat man einfach jemanden, der sich darum kümmert. Einfach über Nachsendeauftrag
Andy: kann man das auch einfach mal testen. und ja, fände ich eine mega Story.
Andy: Was er da aufgebaut hat, wie sie das machen.
Andy: Ich habe ja beim Vorgespräch gefragt, gibt es euch überhaupt noch,
Andy: weil im Blog gibt es Artikel von 2022 und das waren die aktuellsten.
Andy: Tja, und der Fokus ist halt einfach zufriedene Kunden.
Andy: Alles andere ist irgendwie Nebensache. Ich habe auch gelernt,
Andy: dass er zum Beispiel selber Support macht. Fand ich mega cool.
Andy: Ja, wir haben auch über viele andere Sachen noch gesprochen,
Andy: gehört er dann im Podcast. Ist eine wirklich coole Folge. Er hat mir zum Beispiel
Andy: Handwerkskunst empfohlen.
Andy: Das ist ein Programm vom SWR. Jetzt muss mich ein Berliner als Schwabe über
Andy: öffentlich-rechtliche Mediathek Diamanten aufklären.
Andy: Bei Handwerkskunst geht es genau um Handwerker aus dem Ländle,
Andy: die hier coole Sachen machen.
Andy: Egal ob Schwarzwälder Kirschtorte, eine Sauna selber bauen in so einem Schäferwagen
Andy: und ganz viel Content zum Anfassen. Fand ich cool, ist auch verlinkt in den
Andy: Shownotes, wie auch Dropscan und alles, was dazugehört.
Andy: Ja, wie immer, empfiehle die Folge gern weiter, bewerte sie mit 5,
Andy: 4, 3, 2, 1, Sternen, egal.
Andy: Schick mir Feedback, Fragen oder Vorschläge für neue Gäste an hallo-at-happy-bootstrapping.de
Andy: oder kontaktiere mich über den Link in den Shownotes.
Andy: Falls deine erste Happy Bootstrapping-Folge ist hier, es gibt mittlerweile 111
Andy: andere Folgen aus dem Bereich SaaS, App, E-Commerce, Content,
Andy: Und ein Newsletter auf happy-bootstrapping.de, der jetzt auch wirklich wöchentlich
Andy: kommt und auch sonst ganz viel Content.
Andy: Ja, vielen Dank, dass du zuhörst. Jetzt geht es direkt los. Viel Spaß.
Andy: Guten Morgen, Christian. Und herzlich willkommen bei Happy Bootstrapping.
Christian: Ja, schönen guten Morgen, Andreas. Grüß dich. Wie geht's dir?
Christian: Sehr gut, Leute. Auf die Nacht haben wir uns gebracht, was?
Andy: So kann man das sagen, ja. Wir nehmen heute auf am 24. Februar,
Andy: einen Tag nach der Bundestagswahl.
Andy: Und ja, Demokratie lebt in Deutschland, würde ich sagen.
Christian: Definitiv. Spannendes Ergebnis, ja. Auf jeden Fall. Viel zum drüber nachdenken
Christian: und jetzt liegt es an der Politik, was draus zu machen.
Andy: Ich bin sehr gespannt, weil wir reden ja heute viel über Digitalisierung.
Andy: Das kam ja zum Beispiel jetzt im Wahlkampf viel zu kurz.
Andy: Wie du heißt, wissen wir jetzt schon, aber was machst du, wo kommst du her?
Christian: Ja, ganz kurz, Christian Schulte, Jahrgang 1970, Alter könnt ihr euch selber ausrechnen.
Christian: Ich komme ursprünglich aus Frankfurt am Main, bin dort aufgewachsen,
Christian: zur Schule gegangen und habe dann nach Abi und Zivildienst mich in Richtung
Christian: Bayern verabschiedet tatsächlich zum Wirtschaftsinformatikstudium nach Bamberg, sehr schöne Stadt.
Christian: Kann ich empfehlen und habe dort dann auch irgendwann meinen Abschluss dann
Christian: tatsächlich in BBL gemacht.
Christian: Ich bin durch nochmal Studiengang gewechselt und ja, das war kurz nach der Wende
Christian: und ich bin dann nach Berlin gegangen.
Christian: Also Berlin war wirklich so damals eine ganz faszinierende Stadt,
Christian: weil sie halt völlig anders war als alles andere, was man so in der Republik kannte.
Christian: Große Aufbruchsstimmung und ich habe gesagt, hey,
Christian: nach dem Studium, ich suche mir jetzt nicht den Job aus, sondern ich suche mir
Christian: erstmal den Ort aus und suche mir dann einen Job und bin nach Berlin gelangt
Christian: und lebe seitdem auch mit einer kurzen Unterbrechung von ein paar Jahren,
Christian: wo ich in den USA war mit der Familie,
Christian: hier in Berlin und fühle mich hier immer noch sehr wohl.
Andy: Und was genau machst du mittlerweile beruflich? Auf die Geschichte davor kommen
Andy: wir glaube ich nochmal rein, aber so, dass die Leute wissen,
Andy: mit wem sie da zu tun haben heute?
Christian: Genau, das ist ja auch der Grund, warum du mich heute hier eingeladen hast,
Christian: nicht weil ich im schönen Berlin lebe,
Christian: sondern weil ich 2011 die Firma Dropscan,
Christian: ein Digitalisierungsservice für Briefposts und Papierdokumente im Internet gegründet
Christian: habe und seitdem das eben in gebootstrappter Form, wie sich das gehört für deinen Podcast hier,
Christian: das heißt komplett ohne Investoren,
Christian: ohne Fremdkapital, diese Firma hochgezogen habe inzwischen 2025.
Christian: 25, also ein paar Jahre später, sind wir bei rund 30.000 Kunden tatsächlich auf der ganzen Welt.
Christian: In erster Linie gewerbliche Kunden, kleinen mittelständischen Unternehmen bis hin zu DAX-Konzernen,
Christian: die unseren Service nutzen, aber auch tatsächlich jede Menge Privatpersonen,
Christian: die auf einer Segelreise um die Welt sind oder die eine Finca auf Mallorca haben
Christian: und immer mal wieder auf die Problematik stoßen,
Christian: wie komme ich denn an meine Brieffost in digitaler Form ran oder wie kriege
Christian: ich die ganzen Aktenordner, die bei mir im Regal stehen,
Christian: noch digitalisiert, sodass ich wirklich ein für alle Mal mich verabschieden
Christian: kann von dem ganzen Papierkram und komplett digital arbeiten kann.
Christian: Also unsere Idee dahinter ist so ein bisschen, das papierlose Büro wirklich
Christian: übers Internet konkret praktischer Form anzubieten.
Andy: Seit 14 Jahren, wow. Alle reden immer über Digitalisierung und ihr macht es einfach so.
Christian: Das war am Anfang sehr spannend, weil also du glaubst nicht,
Christian: meine Mutter glaubt ja bis heute nicht, wie es sein kann, dass irgendwelche
Christian: Leute mir ihre Briefpost schicken und wir die auch machen und da reinschauen.
Christian: Das war zu Beginn, die ersten paar Jahre, war das tatsächlich die größte Hürde.
Christian: Also die Leute einfach, es ist nicht so, dass wir das erfunden haben,
Christian: das Scannen oder auch das Scannen von Briefposts oder sonst irgendwas.
Christian: Wir waren tatsächlich die Ersten, die das als einen Self-Service über das Internet angeboten haben.
Christian: Aber es gibt natürlich vom kleinen Copyshop bis hin zu Großkonzernen wie Deutsche
Christian: Post oder Bertelsmann genug Anbieter, die Papierdokumente digitalisieren.
Christian: Aber dieser Gedanke am Anfang überhaupt erstmal gerade kleinere mittelständische
Christian: Unternehmen dazu zu bringen, zu sagen, da gibt es einen externen Service für.
Christian: Ich muss mir jetzt nicht beim Mediamarkt einen Scanner kaufen,
Christian: um dann selber zu digitalisieren mit der Sekretärin, sondern ich kann das jemandem
Christian: abgeben, der das professionell für mich macht und ich bekomme dann täglich einfach
Christian: nur noch einen Strom von PDF-Dokumenten.
Christian: Das hat eine Menge Überzeugungsarbeit kostet. Zum Glück sind wir inzwischen
Christian: im Jahr 2025 angekommen.
Christian: Ja, wir haben noch einen großen Nachholbedarf in der Republik,
Christian: was Digitalisierung angeht und das ist immer noch ein großes Thema.
Christian: Deswegen wachsen wir auch sehr stark.
Christian: Aber grundsätzlich muss ich nur noch sehr selten wirklich erklären,
Christian: was die Vorteile der Digitalisierung sind.
Christian: Und die Leute kommen zu uns und wissen schon, was sie wollen und haben konkrete
Christian: Vorstellungen davon, welche Vorteile sie sich davon versprechen.
Andy: 30.000 Kunden, mit wie vielen Mitarbeitenden macht ihr das heute?
Christian: Wir sind 14 Leute aktuell.
Andy: Das hört sich sehr schmal an. Sind an denen 14 auch die dabei,
Andy: die tatsächlich die Scan-Arbeit machen?
Christian: Absolut, genau. Wir machen ja tatsächlich inzwischen seit ein paar Jahren alles komplett selber.
Christian: Also die gesamte Wertschöpfungskette wird wirklich bis auf ein paar kleine Ausnahmen
Christian: von uns selber abgedeckt.
Christian: Wir haben ein Scan-Produktionszentrum mit weit über 1000 Quadratmeter Fläche
Christian: hier in Berlin, was wahrscheinlich nicht unbedingt das Größte in Europa,
Christian: aber wahrscheinlich das Modernste ist, wo wir sehr, sehr stark selber natürlich
Christian: auch auf Digitalisierung und damit auch auf Automatisierung setzen.
Christian: Also die gesamte Software, die zum Beispiel unseren Produktionsprozess steuert,
Christian: haben wir über die Jahre selber entwickelt.
Christian: Es ist also nicht nur die Web-Applikation, die unsere Kunden nutzen,
Christian: wo sie halt dann in digitaler Form ihre Dokumente und ihre Briefe sehen,
Christian: sondern auch im Hintergrund.
Christian: Alles, was wirklich jeder einzelne Produktionsschritt ist, digital abgedeckt
Christian: und wird, sobald es geht, automatisiert.
Christian: Das heißt, die Mitarbeiter haben tatsächlich in erster Linie die Aufgabe,
Christian: den Produktionsprozess zu steuern, die Dokumente, die gescannt werden müssen,
Christian: durch den Produktionsprozess zu begleiten, Qualitätssicherungsmaßnahmen durchzuführen etc.
Christian: Aber das eigentliche Doing passiert natürlich durch Maschinen.
Christian: Ansonsten könnten wir die Zehntausende von Briefen und Dokumenten,
Christian: die wir pro Tag verarbeiten, gar nicht machen, sondern wenn da jetzt Leute sitzen
Christian: würden mit dem Brieföffner oder was und alles einzeln aufmachen, sich angucken würden,
Christian: da wären wir jeden Tag erst eine Woche später fertig.
Christian: Und das ist natürlich nicht unser Service Level.
Andy: Zehntausende am Tag, das ist so, okay, was macht das so am Peak dann?
Andy: Sind es dann auch schon sechsstellige Zahlen?
Christian: Ja, also das nicht, aber du musst immer sehen, wir haben ja eine Mischgeschichte.
Christian: Also die große Challenge bei uns ist natürlich, wir wissen nie,
Christian: was kommt am nächsten Tag rein. Natürlich haben wir die Zahlen aus der Vergangenheit,
Christian: aber das ist wie bei Aktienkursen.
Christian: Ereignisse in der Vergangenheit haben nicht unbedingt Aussagekraft für die Zukunft.
Christian: Und wir kriegen ja nicht nur Briefpost, sondern bei uns gehen ja täglich auch
Christian: hunderte von Paketen ein mit Aktenordnern, also Umzugskartons,
Christian: alles Mögliche oder einfach nur der Schuhkarton mit Buchhaltungsbelegen etc.
Christian: Das heißt, wir scannen nicht nur die Briefe. Die Zahl sagt daher nicht unbedingt
Christian: alles darüber aus, was wir machen, sondern wir haben halt auch diese Vielzahl an Dokumenten.
Christian: Also wir scannen für eine große deutsche Airline zum Beispiel Flugzeugwartungsunterlagen
Christian: und da werden die Dokumente auf Paletten angeliefert aus der ganzen Welt.
Christian: Also da ist wirklich alles dabei, von der kleinen Postkarte bis hin zur Europalette
Christian: mit Unterlagen, die von uns gescannt werden müssen und natürlich alle in einem
Christian: vorher garantierten Servicelevel,
Christian: sodass wir jeden Tag schauen müssen, wie kriegen wir das denn heute wieder alles auf die Reihe.
Christian: Und alle Mitarbeiter können trotzdem noch pünktlich nach Hause gehen und wir
Christian: können sagen, hey, wir haben alles geschafft, alles durchgescannt und die Kunden sind happy.
Andy: Also über das Produkt reden wir nachher nochmal genauso. Es interessiert mich
Andy: ja schon auch so dieser Lebenszyklus dann von dem von so einem Brief, der dann ankommt.
Andy: Und da will ich nachher nochmal einsteigen. Mich interessiert es noch ein bisschen die Zeit dazwischen.
Andy: 2011 war die Gründung.
Andy: Du bist dann in Berlin unterwegs gewesen und hast gedacht, naja,
Andy: okay, hier fehlt noch ein Service, um Briefe zu digitalisieren.
Andy: Es erinnert mich an einen Tweet von einem Jeff Jarvis, ich weiß nicht,
Andy: ob du den kennst, das ist ein amerikanischer Journalist, der immer sich so witzig
Andy: über die Deutschen äußert, von wegen Data Privacy.
Andy: Das ist ja das höchste Gut, aber sie gehen nackig in die Sauna,
Andy: so auf die Art. Das sind die Amerikaner so überrascht darüber.
Andy: Und wie hast du damals, wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Andy: Du hast ja schon gesagt, anfangs war das auch ein bisschen so die Schwierigkeit,
Andy: mit der jemand anderes liest meine Briefe sozusagen.
Andy: Aber wie kam es zur Idee?
Christian: Ich hole mal ein kleines bisschen aus. Also ich bin ja, habe ich vorhin kurz
Christian: angedeutet, nach dem Studium nach Berlin erstmal ohne Job und habe dann,
Christian: mein erster Job war tatsächlich bei einer Venture Capital Gesellschaft.
Christian: Also das war so zum ersten Dotcom-Boom, Jahrtausendwende, wo ich bei einer Firma
Christian: war, die so 30, 40, 50 Unternehmen in allen möglichen Technologiebereichen investiert hat, europaweit.
Christian: Spannender Job, viele interessante Unternehmen kennengelernt,
Christian: die dabei unterstützten, interessante Produkte, Services auf den Markt zu bringen.
Christian: Aber ich habe dann irgendwann die Seiten gewechselt aus diversen Gründen,
Christian: weil ich es auf der anderen Seite spannender fand und habe bei einem amerikanischen
Christian: Startup angefangen. Das war die Firma Mimeo.
Christian: Die haben damals Ende der 90er einen Print-on-Demand-Service,
Christian: also Digitaldruck über das Internet angeboten.
Christian: Mit einem Druckertreiber konntest du aus Word oder PowerPoint direkt heraus
Christian: Verträge, Präsentationen, alle möglichen Arten von Dokumenten digital an uns übermitteln.
Christian: Und die wurden dann in einem zentralen Produktionszentrum in Memphis,
Christian: Tennessee über Nacht ausgedruckt, gebunden, verpackt und weltweit mit FedEx verschickt.
Christian: Und das war damals ein revolutionärer Service, sowas über das Internet anzubieten.
Christian: Und super spannendes Unternehmen. Ich habe angefangen, da waren da 30 Leute.
Christian: Als ich aufgehört habe, fünf Jahre später, waren über 800 Leute dort.
Christian: Sehr stark gewachsen, sehr stark auch Venture Capital finanziert.
Christian: Große Investoren von Hewlett Packard bis hin zu Goldman Sachs,
Christian: die dort investiert haben.
Christian: Und die Firma ist sehr stark gewachsen über die Jahre hinweg.
Christian: Aber irgendwann, ich habe dann vier Jahre in den USA gearbeitet, bin dort rüber.
Christian: Mein zweiter Sohn ist sogar in den USA geboren worden. Ich kenne die Amerikaner
Christian: sehr gut. Deswegen weiß ich auch, dass sie das sehr merkwürdig finden,
Christian: dass wir nackig in die Sauna gehen.
Christian: Von daher muss ich das gut nachvollziehen. Aber irgendwann bin ich wieder zurückgekommen,
Christian: habe für die noch zwei Jahre hier in Deutschland, Berlin gearbeitet und das
Christian: Europageschäft für die aufgezogen. Die haben dann weltweit expandiert.
Christian: Sehr spannende Tätigkeit. Einfach mal selber live miterlebt,
Christian: wie funktioniert so ein wahnsinnig schnell wachsendes Unternehmen.
Christian: Und irgendwann war es aber so weit, dass ich gesagt habe, so jetzt der Laden
Christian: zu groß für mich und da ist viel Bürokratie eingezogen.
Christian: Es war nicht mehr so wie in den Anfangsjahren, wo man jeden Tag irgendwas Neues
Christian: einfach mal ausprobiert und gemacht hat, sondern es sind Prozesse natürlich
Christian: eingezogen worden, die alles ein bisschen langsamer gemacht haben.
Christian: Und dann war es für mich irgendwann nicht mehr so spannend, dass ich gesagt
Christian: habe, so komm, jetzt willst du es nochmal wissen, jetzt machst du was Eigenes.
Christian: Und ich habe dann verschiedene Sachen ausprobiert, aber letztendlich gab es
Christian: von Anfang an diese Idee, eigentlich genau das Umgekehrte zu machen von dem,
Christian: was wir bei Mimeo gemacht haben,
Christian: nämlich nicht digitale Dokumente zu bekommen und die auf Papier zu drucken,
Christian: sondern Papier zu bekommen und die digital zur Verfügung zu stellen.
Christian: Und ich habe mir dann zwei Mitstreiter gesucht,
Christian: einen Studienfreund und einen guten Bekannten damals und habe mit denen zu dritt
Christian: zusammen die Firma Dropscan gegründet, um einen Digitalisierungsservice für
Christian: Papierdokumente erstmal nur übers Internet anzubieten.
Christian: Wir haben innerhalb von weniger als drei Monaten eine Web-Applikation mit einem
Christian: kompletten E-Commerce-Backend und so auf die Beine gestellt,
Christian: Wo du ganz einfach dich registrieren konntest auf der Webseite und ein Paket-Label
Christian: bekommen hast, gesagt hast hier, ich habe hier einen Karton mit Unterlagen,
Christian: den möchte ich einschicken und dann möchte ich die ganzen Sachen gerne digitalisiert haben.
Christian: Das haben wir an den Start gebracht und das lief sehr gut an.
Christian: Wir haben da auch ein bisschen in der Presse und im Internet dann so ein bisschen
Christian: Resonanz bekommen und hatten dann in kürzester Zeit hunderte von Kunden,
Christian: die uns regelmäßig ihre Unterlagen geschickt haben.
Christian: Und das war sehr spannend, weil wir dann erstmal natürlich genug zu tun hatten,
Christian: das auch zu scannen und dafür zu sorgen, dass die Leute wirklich ihre PDF-Dateien
Christian: dann bekommen, nachdem sie uns ihren Schuhkarton geschickt haben.
Christian: Und dann kamen aber tatsächlich wahnsinnig viele Anfragen rein von Leuten,
Christian: die gesagt haben, ey, das ist ja super, was ihr macht, aber mich nervt es total,
Christian: dass ich einmal in der Woche euch immer ein Paket schicken muss.
Christian: Kann ich euch nicht gleich meine gesamte Briefpost schicken?
Christian: Und da haben wir gesagt, ja, das ist eigentlich eine spitze Idee,
Christian: lasst doch mal ausprobieren.
Christian: Wir haben dann mal so, ich glaube, so rund 30 Kunden haben wir mal beim Wort
Christian: genommen und haben gesagt, würdet ihr denn mal mit einem Nachsendeauftrag eure
Christian: gesamte Post zu uns weiterleiten?
Christian: Und wir scannen die dann täglich für euch ein und schicken euch die erstmal
Christian: nur per E-Mail. Wir hatten also keine Web-Applikation für Briefpost oder sonst irgendwas.
Christian: Einfach nur mal gesagt, würdet ihr gerne mal mit uns den Proof of Concept machen.
Christian: Und da haben die gesagt, ja, wir haben die dann die Briefpost bekommen.
Christian: Am Anfang gingen natürlich pro Tag nur 100 oder ein paar hundert Briefe ein
Christian: und das wurde halt mit der Zeit immer mehr, dass wir dann gesagt haben,
Christian: so, jetzt investieren wir mal in Softwareentwicklung und programmieren eine
Christian: richtige Webapplikation.
Christian: Idee war wie ein E-Mail-Client für Briefpost letztendlich, dass du täglich deine
Christian: Briefe siehst, schön mit Briefumschlag und dann kannst du anfordern,
Christian: ob es gescannt wird oder wenn es Werbung ist, kann es gleich vernichtet werden und so weiter.
Christian: Und die Leute bedienen die Poststelle halt komplett digital im Internet.
Christian: Und das haben wir nicht nur für Privatkunden, sondern eben in erster Linie wirklich
Christian: für klein, mittelständische Unternehmen gemacht, die das auch super fanden.
Christian: Und ich sage mal, von diesem Startpunkt aus hat sich die ganze Sache dann einfach
Christian: kontinuierlich mit dem entsprechenden Kundenfeedback und immer neueren Kunden,
Christian: immer neuen Herausforderungen dann weiterentwickelt zu dieser Komplettlösung, die wir jetzt anbieten,
Christian: wo du uns im Prinzip jegliche Art von Papierkram zuschicken kannst,
Christian: Dir das auf Anforderungen digitalisieren und sogar noch darüber hinaus,
Christian: wenn du das möchtest, für dich langfristig in unserem sicheren Langzeitarchiv
Christian: für bis zu 30 Jahre Archivieren.
Christian: Also wir haben ein großes Lager mit Millionen von Briefen und Umzugskartons voll mit Aktenordnern,
Christian: wo wir die Unterlagen unserer Kunden aufbewahren und sie ihnen auch auf Anforderungen
Christian: dann jederzeit zuschicken oder sie es auch on demand digitalisieren lassen können.
Christian: Das hat natürlich durch Corona auch nochmal einen großen Schub bekommen,
Christian: als viele dann aus dem Homeoffice und zu Hause keinen Zugriff mehr,
Christian: weder auf Briefposten noch auf die Aktenordner im Schrank gehabt haben und wir
Christian: dann einfach da sehr, sehr viele offene Türen eingerannt haben bei der ganzen Geschichte.
Christian: Also das ist, sag ich mal, so ein bisschen der Entwicklungsfahrt der ganzen Geschichte gewesen.
Andy: Also wie habt ihr das am Anfang gemacht? Also immer so eine typische Frage oder
Andy: was mich interessiert, hast du dann, also die ersten drei Monate hast du ja
Andy: beschrieben, hattest du da schon gekündigt vom amerikanischen Unternehmen und
Andy: hast dann das selber finanziert, weil du Rücklagen hattest? Habt ihr irgendwie einen...
Andy: Ich weiß nicht, ob es damals schon ein Gründerprogramm oder so ein Förderprogramm
Andy: in Berlin gab. Habt ihr das einfach selber investiert?
Christian: Nein, also ich war, genau, also wir sind, das Einzige, was wir jemals investiert
Christian: haben, waren die Startkapital, Startkapital von 25k für die GmbH.
Christian: Mit dem haben wir halt am Anfang gewisse Kosten abgedeckt, aber wir waren eine
Christian: Dreierkonstellation, die sich sehr gut ergänzt hat. Es war nämlich ein Programmierer
Christian: dabei, der die Softwareentwicklung gemacht hat.
Christian: Ich habe Produktentwicklung und Vertrieb und Marketing gemacht und dann gab
Christian: es eine dritte Partei, ein Studienfreund von mir, der eine Firma hatte,
Christian: die schon unter anderem als eine ihrer Business Units auch Scan-Dienstleistungen angeboten hat.
Christian: Und die haben halt als Teil ihres Beitrags für die Firma dann die Digitalisierung
Christian: der Dokumente und der Briefpost für mehrere Jahre übernommen.
Christian: Und dadurch waren wir halt so aufgestellt, dass wir letztendlich alle Dinge
Christian: abdecken konnten, die notwendig waren für die gesamte Wertschöpfungskette,
Christian: ohne selber groß investieren zu müssen bei der ganzen Geschichte.
Christian: Wir mussten natürlich trotzdem sparen an allen Ecken und Enden.
Christian: Es war auch ein relativ langer Zeitraum, wo ich tatsächlich auch mit dem,
Christian: was ich vorher verdient hatte und zur Seite gelegt hatte, bei den Amerikanern
Christian: dann mich über Wasser gehalten habe.
Christian: Ich habe eine Frau, die ist Lehrerin, verbeamtet und dadurch musste meine Familie jetzt nicht hungern.
Christian: Aber es war natürlich schon ein Zeitraum, wo wir weder in der Firma noch privat,
Christian: ich jetzt große Sprünge machen konnte.
Christian: Einfach, weil wir zwar von Anfang an, also wir waren relativ schnell schon innerhalb
Christian: von einem halben Jahr auch profitabel, aber ohne, dass ich mir oder irgendjemand
Christian: anderes ein großes Gehalt oder sonst irgendwelche finanziellen Dinge aus der
Christian: Firma rausgezogen hätte.
Christian: Das kam tatsächlich erst nach ein paar Jahren.
Christian: Aber uns war immer klar, wir wollen keine externen Investoren haben in der Firma.
Christian: Zum einen natürlich sehr stark geprägt durch meine Erfahrungen,
Christian: selber in der VC-Branche mal gearbeitet zu haben, selber mal gesehen zu haben, mit welchem
Christian: Der Aufwand, das letztendlich auch verbunden ist, dieses Kapital einzutreiben
Christian: und dann hinterher die Kommunikation, die Kontinuierung mit den Investoren zu
Christian: betreiben und diesen ständigen Druck zu haben von extern,
Christian: ihr müsst wachsen, wachsen, wachsen und wir wollen mehr, mehr, mehr.
Christian: Es ist nie genug. Ja, und du nur noch, also es war auch einer der Gründe,
Christian: warum ich bei den Amerikanern aufgehört habe, weil der Großteil meines Jobs
Christian: bestand nur noch da drin, Präsentationen für die Investoren zu machen und in
Christian: irgendwelchen Meetings zu sitzen und denen zu erklären, wie toll wir sind.
Christian: Und ich wollte halt, wenn ich
Christian: unternehmerisch tätig bin, auch absolute unternehmerische Freiheit haben.
Christian: Das heißt selber zu 100 Prozent bestimmen, wo geht die Reise hin,
Christian: wie schnell wachsen wir, was machen wir, was bieten wir am Markt an,
Christian: für wen bieten wir es an, bis hin zu der Freiheit sogar Kunden zu sagen,
Christian: nö, die will ich jetzt nicht.
Christian: Ich will einfach nur bestimmte Kunden haben, die wirklich unseren Service toll
Christian: finden und ich muss hier nicht jeden nehmen, einfach nur um des Wachstumswillens.
Christian: Und das war von Anfang an eines der Grundprinzipien bei Dropscan und das haben
Christian: wir bis heute auch so durchgehalten.
Andy: Wie war das von den, gab es irgendwelche wichtigen Meilensteinen?
Andy: Du hast ja jetzt auch schon DAX-Unternehmen angesprochen oder eine Flugzeugbauer,
Andy: wo du dann gemerkt hast, also ja, da ist was dran.
Andy: Also du hast jetzt die ersten 30 angesprochen, denen
Andy: ihr dieses Briefpost-Digitalisierung-Nachsendeauftrag angeboten habt.
Andy: Wie hoch war da die Conversion und habt ihr dann relativ schnell gemerkt,
Andy: hey, das ist das Ding, was wir eigentlich machen müssen und dann seid ihr da reingegangen?
Christian: Ja, also da haben wir tatsächlich von Anfang an immer sehr stark drauf geachtet. Also was kommt gut an?
Christian: Und nicht nur jetzt rein zahlenbasiert, wie man das jetzt so aus dem Performance-Marketing
Christian: kennt, die mir jetzt meine Google Analytics zahlen an und die sahen bei uns
Christian: immer gut aus, nicht so, dass wir die komplett ignoriert haben.
Christian: Ja, also wir haben teilweise Conversions von 50 Prozent der Leute,
Christian: die auf die Webseite kommen, registrieren sich für ein Konto und von diesen
Christian: 50 Prozent, die sich registrieren, über 80 Prozent werden dann auch zahlende Kunden.
Christian: Ja, also das ist fantastisch. Besser als alles, was ich jemals in meiner beruflichen
Christian: Laufbahn vorher gesehen habe irgendwo.
Christian: Von daher war von Anfang an klar, das kommt gut an. Aber wichtig ist zum Beispiel was ganz anderes.
Christian: Martin, also mein Mitgesellschafter und Mitgeschäftsführer hier und ich machen
Christian: bis heute komplett selber den Kundenservice bei Jobscan. Also wenn du dich bei uns meldest.
Christian: Per E-Mail, per Telefon ist die Chance eigentlich 98 Prozent,
Christian: dass du einen von uns beiden auf der anderen Seite hast.
Christian: Und das war für uns immer die Möglichkeit, das Ohr am Markt zu haben,
Christian: zu hören, was wollen die Kunden, wo gibt es Probleme, was möchten sie gerne noch weiter haben.
Christian: Ich sage mal, mindestens 60, 70 Prozent der Funktionen und der Leistungen,
Christian: die wir heute bei Dropscan anbieten, sind entstanden aufgrund der Anregungen
Christian: oder Anfragen von Kunden, die wir bekommen haben, die gesagt haben,
Christian: das möchte ich. Das war immer der erste Schritt natürlich.
Christian: Wollen tun Kunden natürlich viel. Der zweite Punkt ist immer dann auch,
Christian: bin ich auch bereit für zu bezahlen.
Christian: Und jeder, der bei uns sich meldet und sagt, das brauche ich und ich bin bereit
Christian: dafür zu zahlen, weil das für mich ein wichtiger Service ist als Unternehmen,
Christian: Der rennt bei uns offene Türen ein und kriegt auch dann in sehr,
Christian: sehr kurzer Zeit diese Sachen auch.
Christian: Also wir haben eine Menge Dinge, die zum Beispiel, die wir machen,
Christian: die aber gar nicht auf unserer Webseite stehen, sondern die wir teilweise für
Christian: Einzelne oder auch für alle unsere Kunden machen, die sich einfach im Laufe
Christian: der Zeit entwickelt haben.
Christian: Und von daher waren wir von Anfang an sehr, sehr, dieses kundenorientiert ist
Christian: ja immer so ein Schlagwort.
Christian: Aber wir leben das tatsächlich auch im Alltag, wo ich jeden Tag,
Christian: also es vergeht kein Tag, wo ich nicht mindestens mit zehn Kunden gesprochen habe.
Andy: Okay, wow.
Christian: Als Geschäftsführer und als Gründer der Firma. Und das ist für uns ein ganz
Christian: wichtiger Grundsatz einfach bei der ganzen Geschichte.
Andy: Das kommt, glaube ich, auch sehr gut an. Also was ich jetzt noch nicht genau
Andy: verstanden hatte, war, dass du, ihr habt dann von Anfang an schon einen Partner
Andy: gehabt, der euch erstmal die Scan-Geschichte abgenommen hat.
Andy: Also das heißt, ihr habt jetzt nicht, als ihr zu dritt angefangen habt,
Andy: da hast du nicht selber gescannt sozusagen. Und das Ganze...
Christian: Also schon. Also ich habe auch in der Produktion schon häufig mit angefasst,
Christian: gerade am Anfang. Also es gibt ja immer so diese Legenden, auch bei anderen.
Christian: Also einer unserer großen Kunden, DAX-Konzern, darüber gesprochen, ist Zalando.
Christian: Und von denen gibt es die Geschichte, dass die Gründer am Anfang hier in Kreuzberg
Christian: in Berlin im Wohnzimmer die Schuhkartons gepackt haben und so.
Christian: Stimmt bestimmt auch, haben die natürlich gemacht, aber sind da auch schnell rausgewachsen.
Christian: Und bei uns war das letztendlich genauso. Also wir haben am Anfang natürlich
Christian: mit angepackt und ich war fast jeden Tag dann auch vor Ort in der Produktion,
Christian: habe geschaut, wo kann man es verbessern und verändern und so.
Christian: Ich habe ja auch erzählt, dass wir dann nach und nach die gesamte Software geschrieben
Christian: haben und uns jeden Prozess wirklich im Detail angeschaut und geguckt,
Christian: wie können wir den digitalen unterstützen.
Christian: Und wir sind dann natürlich auch da irgendwann rausgewachsen.
Christian: Also wir haben dann irgendwann, wir hatten, das war so einer der,
Christian: weil du nach Meilensteinen gefragt hast,
Christian: der großen Veränderungspunkte bei Jobscan, dass wir nach ein paar Jahren auch
Christian: sich a, die Gesellschafterstruktur verändert haben, das heißt zwei von den dreien,
Christian: also bin nur noch ich übrig geblieben, die anderen beiden sind rausgegangen.
Christian: Und haben andere Projekte gemacht und wir haben dann eben als Ergebnis davon
Christian: auch nach einiger Zeit dann den großen Schritt gemacht und gesagt,
Christian: so, jetzt mieten wir Räumlichkeiten an, eine Produktionshalle,
Christian: wo wir unsere eigene Scan-Produktion aufbauen.
Christian: Und das machen wir jetzt seit vielen Jahren bereits, wirklich mit eigener Infrastruktur,
Christian: eigenen Mitarbeitern komplett zu 100 Prozent alles selber machen.
Christian: Ja, und das war für uns also erstmal eine große Herausforderung.
Christian: Das kam zum Glück zu einem Zeitpunkt, wo wir dann auch die finanziellen Mittel
Christian: hatten, da mal einen sechsstelligen Betrag zu investieren aus eigenen Mitteln
Christian: heraus, die wir uns vorher in den Jahren erwirtschaftet hatten,
Christian: um das auf eigene Beine zu stellen.
Christian: Aber das war natürlich dann nochmal alle Prozesse von Null auf neu aufbauen,
Christian: neu denken, überlegen, wie können wir das noch weiter optimieren,
Christian: wie können wir die Software noch besser machen auf einen großen Schlag.
Christian: Wir sind normalerweise keine Freunde davon, wirklich immer so Riesenprojekte
Christian: und alles sofort und wir sind nicht mal auf der Kundenseite,
Christian: sind wir keine großen Freunde davon auf jetzt so Riesenkunden,
Christian: Die mit einem Schlag jetzt unseren Umsatz verdoppeln oder so ein Zeug,
Christian: weil man sich da sehr schnell auch mal übernimmt.
Christian: Das habe ich auch vorher gerade bei einem amerikanischen Unternehmen gesehen,
Christian: wo man dann mal schnell zu viel verspricht und es hinterher nicht halten kann.
Christian: Und das kann auch böse ins Auge oder in die Hose gehen. Oder alle haben große
Christian: Hoffnungen und dann klappt es doch nicht und solche Sachen.
Christian: Das haben wir immer versucht zu vermeiden, sondern ein kontinuierliches Wachstum
Christian: mit vielen kleinen und mittleren Kunden.
Christian: Das ist der entscheidende Schlüssel zum Erfolg, sodass es dann auch nicht wehtut,
Christian: wenn du mal einen Kunden verlierst, was natürlich auch bei uns vorkommt.
Christian: Wir haben ja inzwischen auch einen entsprechenden Wettbewerb,
Christian: wo sich Leute mal anderweitig umschauen.
Christian: All das sind Dinge, die musst du mal mit reinnehmen. Aber wenn du halt eine
Christian: gesunde Kundenbasis von vielen kleinen, mittleren Kunden hast,
Christian: ist das auch für die Entwicklung der Firma letztendlich kein Problem.
Andy: Kurz einhaken möchte ich bei dem Gesellschafterwechsel. Hast du die dann die
Andy: anderen beiden rauskaufen müssen oder sind die nur aus dem operativen Geschäft
Andy: raus und sind nach wie vor noch Gesellschafter gewesen? Das habe ich nicht ganz verstanden.
Christian: Nicht mehr Gesellschafter, sondern
Christian: inzwischen gibt es nur noch zwei Gesellschafter, das sind Martin und ich.
Christian: Martin ist bei uns der COO, der für alles Operative, aber auch für die Softwareentwicklung
Christian: und die ganze Technologiebasis letztendlich verantwortlich ist.
Christian: Und ich bin weiterhin für Vertrieb, Marketing, Produktentwicklung,
Christian: alles, was kundenseitig ist.
Christian: Also er macht im Prinzip alles, was hinten läuft und dafür sorgt,
Christian: dass das Versprechen, was ich nach vorne hin abgehe gegenüber Kunden,
Christian: dann auch tatsächlich eingehalten wird. Ja, und das ist immer,
Christian: wo wir uns gegenseitig die Bälle zuspielen letztendlich.
Christian: Ich verspreche jede Menge und natürlich nicht so viel, wo ich weiß,
Christian: das klappt dann hinterher nicht, aber schon so, dass wir uns auch weiterentwickeln.
Christian: Und er macht natürlich auch Druck und sagt, hey, wir können hier noch mehr und
Christian: da geht noch was und ich habe mir da wieder was Neues überlegt und so ein Zeug.
Christian: Von daher pushen wir uns da einfach gegenseitig und sind dann ein sehr gutes
Christian: Team letztendlich. Und dieser Gesellschafterwechsel ist tatsächlich so vollzogen worden.
Christian: Ja, teilweise auch, da ist auch Geld geflossen etc., aber dass diese anderen
Christian: beiden Gesellschafter komplett rausgegangen sind und wir die Anteile neu verteilt
Christian: haben zwischen Martin und mir.
Christian: Das war auch sehr gut. Also das passiert ja bei vielen Startups und es gibt
Christian: natürlich auch viele, gerade wenn Investoren an Bord sind,
Christian: wo das dann gegen die Wand fährt, wo man dann nicht mehr in der Lage ist,
Christian: miteinander zu reden und vernünftige Gespräche möglich sind und ein konstruktiver
Christian: Dialog darüber stattfindet, wie kann das Unternehmen denn weiterhin überleben,
Christian: auch wenn jetzt da so ein Wechsel stattfindet und die Leute nicht mit exorbitanten
Christian: Forderungen kommen, die völlig illusorisch sind.
Christian: Ich will jetzt hier eine Million haben für meine Anteile oder so ein Zeug,
Christian: wenn das Unternehmen gerade mal eine halbe Million Umsatz macht oder was.
Christian: Also das funktioniert natürlich nicht, aber dazu ist es zum Glück bei uns nicht
Christian: gekommen und das war natürlich ein längerer Prozess, das nicht heute auf morgen,
Christian: aber wir haben das auf die Reihe bekommen und sind jetzt dadurch perfekt aufgestellt.
Christian: Und eben vor allem immer noch ohne irgendwelche externen Investoren,
Christian: die dann zwar nichts zum operativen Geschäft beitragen, aber die ganze Zeit mitreden wollen.
Christian: Und da haben weder Martin noch ich halt irgendwelche Lust drauf.
Andy: Ja, jetzt müssen wir natürlich ein bisschen über das operative Geschäft sprechen.
Andy: Ich habe mich jetzt auch angemeldet, ich habe aber noch meinen Nachsendeauftrag nicht gemacht.
Andy: Mir würde es jetzt interessieren, wenn jemand jetzt den Podcast hört und der
Andy: nutzt so einen Service noch nicht heute in 2025, wie ich zum Beispiel,
Andy: weil ich denke mir so, naja, für die bisschen Briefe, die scanne ich selber
Andy: ein und jedes Mal fluche ich, entweder ist es schief oder es stapelt sich hier und so.
Andy: Es ist eigentlich völlig bescheuert, das selber zu machen, aber egal.
Andy: Wie genau funktioniert das ich melde mich an und dann, wie geht es dann weiter
Andy: dann mache ich einen Nachsendeauftrag, mache ich den bei euch mache ich den
Andy: bei der Post, wie genau funktioniert das.
Christian: Also ja, erst mal ganz wichtig, das ganze Ding ist eine komplette Self-Service-Lösung.
Christian: Das heißt, du musst nicht vornherein hier eine Riesenberatung und das Witzige
Christian: ist, muss ich jetzt gerade noch sagen, am Anfang war immer die Frage,
Christian: ja kommen Sie dann mal bei uns vorbei und stellen uns das mal vor.
Christian: Ja, also nicht mal in Berlin habe ich das gemacht,
Christian: weil das ist einfach eine Lösung, die funktioniert übers Internet und Sie können
Christian: sich in fünf Minuten eine digitale Poststelle einrichten.
Christian: Die funktioniert nämlich so, alle Kunden, die sich bei uns registrieren mit
Christian: E-Mail-Adresse und Passwort und dann einen passenden Tarif auswählen für ihr
Christian: Postvolumen, bekommen bei uns ein digitales Postfach, die sogenannte Scanbox.
Christian: Und dieses Postfach hat eine Adresse auf den Namen deiner Firma,
Christian: sehr wahrscheinlich gesehen, bei dem Postfach der Deutschen Post auch einen
Christian: Adresszusatz, wo Scanbox Nummer 12345 in der Ehrenbergstraße 16A 10245 Berlin.
Christian: So, und diese Adresse kannst du dann nutzen, um da entweder mit einem Nachsendeauftrag
Christian: der Deutschen Post oder anderer Postzusteller sofort deine gesamte Briefpost
Christian: weiterleiten zu lassen oder du kannst die Adresse auch direkt den Absendern
Christian: deiner Briefpost mitteilen und sagen, hier, wir haben hier ein digitales Postfach,
Christian: Da wird sofort alle Rechnungen, die sie uns schicken, werden sofort eingescannt
Christian: und wir bezahlen dann fünf Tage schneller.
Christian: Es gibt tatsächlich eine Menge Kunden, die das machen, die das sogar mit auf
Christian: die Webseite, mit auf Briefpapier, mit auf Visitenkarten, diese Postfachadresse draufdrucken.
Christian: Du kennst das vielleicht, wenn du jetzt bei deiner Bank oder deiner Versicherung,
Christian: da schickst du ja auch nicht das direkt ans Headquarter der Firma,
Christian: sondern die haben da eine Digitalisierungsstelle irgendwo mit einem Postfach,
Christian: wo die Post dann eingeht und genau das bieten wir eben auch an.
Christian: Das ist eins zu eins das gleiche Modell.
Christian: Die Post kommt dann bei uns an. Du kannst sogar auch, das ist die dritte Möglichkeit,
Christian: Direkt Briefpost oder auch eben Papierdokumente an diese Adresse schicken.
Christian: Wir haben Kunden, die packen einmal in der Woche alle Briefe,
Christian: die eingegangen sind, in den großen Umschlag, schicken den selber an die Scanbox-Adresse
Christian: und wir stellen die Briefe dann einzeln zur Verfügung.
Christian: Oder Sie haben einmal im Monat einen Schuhkarton voll mit Belegen,
Christian: schicken den an die Scanbox-Adresse.
Christian: Oder Sie haben einen Keller voll mit Umzugskartons, mit Aktenordnern,
Christian: packen die in Umzugskartons und schicken die eben mit DHL oder einem Kurier,
Christian: bieten wir auch deutschlandweit sogar die Abholung an, an die Scanbox-Adresse.
Christian: Wir nehmen das dann bei uns in Empfang, egal ob das eine Postkarte,
Christian: ein einzelner Brief oder eine Palette voll mit Umzugskartons ist.
Christian: Und stellen das dem Kunden im ersten Schritt digital in seinem Dropscan-Konto zur Verfügung.
Christian: Das heißt, die digitale Poststelle, die du bei uns hast, steuerst du komplett
Christian: online in deinem Konto, wo du wirklich jede einzelne Sendung,
Christian: egal was es ist, in digitaler Form bei Briefen, zum Beispiel schön mit dem Briefumschlag,
Christian: zur Verfügung gestellt bekommst.
Christian: Oder wenn das ein Karton ist, auch jeder einzelne Karton. Sogar dann mit den
Christian: Aktenordnern, wo die Rücken schön abgescannt sind, wo du dann genau siehst,
Christian: Was ist denn da eingegangen?
Christian: Dann kannst du bei jedem dieser Dinge, dieser Sendung, kannst du selber entscheiden
Christian: als Kunde, was soll Dropscan damit machen.
Christian: Das heißt, uns ist immer wichtig, absolute Flexibilität zu bieten.
Christian: Die Kunden können selber zum Beispiel, wenn sie das möchten,
Christian: Durchgehen durch die gesamte Briefpost jeden Tag und entscheiden,
Christian: was soll tatsächlich gescannt werden. Sie können zum Beispiel Werbepost,
Christian: können sie aussortieren.
Christian: Wenn da vertrauliche Briefe für die Geschäftsführung sind, müssen die nicht
Christian: gescannt werden, sondern sie können sie sich sofort zuschicken lassen,
Christian: ungeöffnet und ungescannt.
Christian: Und alle anderen Briefe, die Sie aber zum Scannen anfordern,
Christian: werden dann von uns üblicherweise innerhalb von zwei bis drei Stunden von uns
Christian: tatsächlich geöffnet, gescannt und in digitaler Form als durchsuchbare PDF-A-Dateien
Christian: zur Verfügung gestellt.
Christian: Entweder im Dropscan-Konto, wo man sich das dann auch wieder anschauen kann,
Christian: das heißt, du kannst wieder deine Tagespost durchgehen und sagen,
Christian: hey, was gibt es denn da, was ist denn da heute eingegangen,
Christian: waren da Rechnungen dabei, die ich bezahlen muss, etc.
Christian: Oder du kannst es natürlich auch, und das ist ein ganz wichtiger Punkt bei uns,
Christian: In dem System die digitalen Dokumente empfangen, was du eh schon nutzt,
Christian: um deine gesamte digitale Ablage zu organisieren.
Christian: Also 98 Prozent unserer Kunden nutzen schon irgendwas.
Christian: Die nutzen Microsoft OneDrive, die nutzen Google Drive, Dropbox,
Christian: die haben einen SFTP-Server oder einen WebDAV-Server, teilweise größere Unternehmen
Christian: dann Amazon AWS oder Microsoft Azure oder sonst was.
Christian: Und wir bieten hunderte von Möglichkeiten an, das direkt anzubinden an Systeme,
Christian: Entweder Cloud-Storage-Systeme oder eben ganz spezifische Systeme,
Christian: wie zum Beispiel dein Buchhaltungssystem.
Christian: Also wir können sie auch bei Dataf reinspielen oder bei LexOffice oder Safdesk
Christian: oder Buchhaltungsbutler, sodass die entsprechenden Dokumente gleich dort landen.
Christian: Das ist die Idee dahinter, wo du sie auch sonst schon immer verarbeitest.
Christian: Also es gibt ja kein Unternehmer, auch keine Privatperson, die nur noch Briefpost
Christian: bekommt oder nur noch digital, sondern es ist immer hybrid.
Christian: Aber trotzdem kriegst du ja ein System, mit dem du alles verarbeiten kannst.
Christian: Und das hast du meistens schon. Und wir sorgen einfach dafür,
Christian: dass der ganze Papierkram dort landet, wo auch eh schon deine ganzen anderen
Christian: digitalen Dokumente, die du irgendwie runterlädst oder die du per E-Mail bekommst,
Christian: dann abgelegt werden sowieso schon.
Christian: Das heißt, wir bilden da einen nahtlosen Anknüpfungspunkt, ohne dass du großartig was ändern musst.
Christian: Unsere besten Kunden haben den Service einfach bei uns auf Autopilot gestellt
Christian: und kriegen täglichen Strom von digitalen Dokumenten, die sie dann genauso weiterverarbeiten
Christian: wie den ganzen anderen Kram, den sie auch sonst bekommen. Sie müssen gar nichts ändern.
Christian: Die Mitarbeiter müssen nichts Neues lernen an neues System oder sonst irgendwas,
Christian: sondern es läuft einfach im Hintergrund ganz geschmeidig.
Christian: Wir sind also nicht darauf ausgelegt, dass du jetzt täglich da fünf Stunden
Christian: in deinem Dropscan-Konto arbeitest oder irgendwas.
Christian: Im Gegenteil, das ist so ausgelegt, dass du möglichst wenig Zeit bei uns verbringen
Christian: musst und mit ganz wenigen Mausklicks alle relevanten Aufgaben,
Christian: die du machen musst, mit deinen digitalen Dokumenten erledigen kannst.
Christian: Je schneller, desto besser.
Andy: Als Firma habe ich gesehen, geht es ab 10 Euro los. Und dann habe ich so,
Andy: ihr habt ja so verschiedene Begriffe drin.
Andy: Da frage ich jetzt einfach mal, ob ich es richtig verstanden habe.
Andy: Es gibt dann den sogenannten Umschlagscan, das ist das, was du gerade beschrieben hast.
Andy: Da wird der Brief von außen gescannt. Das ist unbegrenzt dabei.
Andy: Und dann entscheide ich, was passiert mit dem. Soll der vernichtet werden,
Andy: wenn es irgendwie Infopost ist?
Andy: Oder ich möchte es sehen, dann zahle ich quasi den Scanvorgang.
Andy: Was passiert? Ihr habt quasi eine Straße, wo die,
Andy: wo der Umschlagscan passiert und dann wird es irgendwo zwischengelagert.
Andy: Du musst dir das irgendwie zuordnen können, wenn ich dann sage,
Andy: hey, wegschmeißen, einscannen, archivieren und so weiter.
Andy: Wie funktioniert das, wenn jetzt der Brief, wenn der jetzt da reinkommt,
Andy: wie genau funktioniert das bei euch dann?
Christian: Jetzt willst du es aber ganz genau wissen, oder?
Andy: Ja, ja, das ist auf jeden Fall.
Christian: Ja, ja, nee. Ja, du, letztendlich ist das, ich sag mal, du kommst ja unten aus
Christian: dem Ländle, ja, wo eine Produktionsstraße für im Automobilbau,
Christian: Einfach Schritt für Schritt am Ende ist das Auto da, aber vorher gibt es halt
Christian: Produktionsprozessschritte und genauso ist es bei uns auch.
Christian: Da kommen morgens die Rohwaren an, sage ich mal.
Christian: Das sind nämlich dann der große Laster von der Deutschen Post,
Christian: der hunderte von Kisten bei uns diese gelben Postkisten ablehnt.
Christian: Und wir dann in einem ersten Produktionsprozessschritt, das ist ganz,
Christian: ganz wichtig, bevor irgendwas gemacht wird, Jeder Brief bekommt von uns einen
Christian: Barcode, mit dem er eindeutig identifiziert wird.
Christian: Dann wird im nächsten Schritt der Umschlag gescannt und dadurch haben wir ein
Christian: Bild des Briefes in digitaler Form mit dem Barcode drauf.
Christian: Und dann erfolgt durch unsere Software eine Zuordnung zu den einzelnen Kunden,
Christian: nämlich anhand des Barcodes und anhand der Empfängeradresse,
Christian: die auf dem Umschlag draufsteht.
Christian: Er kennt das Programm dann die entsprechenden Kundennamen, den Scanbox-Nummer
Christian: und kann dann eine Zuordnung vornehmen.
Christian: Wenn es da mal Unklarheiten gibt, dann gibt es natürlich Mitarbeiter,
Christian: die sich das dann einzeln anschauen und das entsprechend zuordnen.
Christian: Aber damit ist jede einzelne Sendung, die man uns eingeht, egal ob Postkarte,
Christian: Brief oder ein Umzugskarton, hat einen eindeutigen Code, hat eine eindeutige
Christian: Zuordnung zu dem jeweiligen Kunden und ist für immer und ewig mit dem Kunden verheiratet.
Christian: Und dieser Barcode hat dann eine ganz elementare Funktion, bei uns dafür zu
Christian: sorgen, dass es niemals zu irgendwelchen Fehlern kommt.
Christian: Nämlich, das Schlimmste, was
Christian: passieren könnte, wäre, dass der Brief von Kunden A bei Kunden B landet.
Christian: Ja, geht natürlich überhaupt nicht. Das heißt, immer was wir tun.
Christian: Ist, bei jedem einzelnen Produktionsschritt muss ein Mitarbeiter erstmal den
Christian: Barcode vorher abscannen und hinterher abscannen.
Christian: Und wenn sich dann irgendwas unterscheidet, Barcode passt nicht mehr zum Kunden
Christian: oder sonst irgendwas, dann werden natürlich auch die Dokumente nicht hochgeladen
Christian: und es gehen alle Alarmglocken los bei uns.
Christian: Und dann schaut sich jemand, ein Teamleiter das an, was ist da passiert und
Christian: dadurch verhindern wir effektiv zu 100% mögliche Fehler im Produktionsprozess. Und das passiert immer.
Christian: Egal, ob es darum geht, ein Brief muss gescannt werden, egal,
Christian: ob du anforderst, dass ein Brief vernichtet werden kann, wo es mehrere Überprüfungsschritte
Christian: noch gibt, sogar noch so eine Quarantäne von 14 Tagen, damit auch wirklich nichts
Christian: vernichtet wird, was noch gebraucht wird,
Christian: bis hin zu das tägliche Weiterleiten.
Christian: Wir verschicken ja täglich auch hunderte von Paketen, wo eben dann wir den Kunden
Christian: weltweit ihre Briefe oder ihre Dokumente zuschicken.
Christian: Und auch hier wird wieder jeder Brief, der irgendwo in ein Paket,
Christian: was wir verschicken, reingelegt wird, wird vorher und nachher nochmal abgescannt
Christian: und geschaut, passt das wirklich zu 100%. Und ansonsten geht da nichts raus
Christian: und wird nichts gemacht von unserer Seite aus.
Andy: Das ist ein entscheidender Prozess. Gibt es irgendwo ein Video,
Andy: wo man das mal sehen kann, wie das bei euch dann in Produktion abläuft? Gibt es da irgendwas?
Christian: Nee, gibt es leider nicht. Und das hat tatsächlich einen Grund.
Christian: Wir sind ja auch Postlizenznehmer bei der Bundesnetzagentur.
Christian: Also wenn du in großem Maßstab, bei uns in Deutschland darfst du ja nicht einfach
Christian: irgendwie Post von irgendwelchen Leuten da verarbeiten, sondern das Entscheidende
Christian: ist, da musst du eine Lizenz beantragen bei der Bundesnetzagentur und dann kommen
Christian: die vorbei und gucken sich an, deine Prozesse, wie läuft das etc.
Christian: Und stellen dir dann unter klaren Auflagen dann eben diese Lizenz aus.
Christian: Und da zählt natürlich dazu, dass es keinerlei Möglichkeit gibt,
Christian: da wirklich Einblick auch in den Prozess von außen zu bekommen.
Christian: Schon gar nicht. Also ich werde nicht nur gefragt, gibt es ein Video,
Christian: sondern regelmäßig natürlich Fragen, können wir mal vorbeikommen und uns das mal anschauen.
Christian: Und ich sage immer nur, naja, sie möchten ja nicht unbedingt,
Christian: dass irgendwelche Leute hier bei uns durch die Halle rennen,
Christian: wären gerade ihre Briefpost gescannt.
Christian: Ja, nee, natürlich nicht, aber vielleicht kann man ja mal eine Ausnahme machen
Christian: oder sonst irgendwas. Das geht natürlich nicht.
Christian: Also es haben keinerlei externe bei uns irgendeinen Zugang.
Christian: Selbst externe Lieferanten kommen
Christian: nur, wir haben extra so eine Sicherheitsschleuse am Eingang zu der Halle.
Christian: Und weiter als diesen Vorraum, der mit Kameras überwacht ist, kommt niemand bei uns.
Christian: Und deswegen gibt es auch keine Videoaufnahmen.
Christian: Es gibt ein paar Bilder davon, wo man einfach nur Regale mit Postkisten sieht.
Christian: Das ist jetzt aber auch nicht so spannend, aber diesen Prozess zu filmen wäre
Christian: tatsächlich allein aus Sicherheits- und auch aus Datenschutzgründen nicht möglich.
Andy: Was ich ganz cool finde jetzt im Onboarding als Neukunde ist euer Demo-Account.
Andy: Weil typischerweise gibt es ja auch viele SaaS-Unternehmen, die haben irgendeine
Andy: Demo, da kann man sich was angucken.
Andy: Aber bei euch ist es ja tatsächlich so, ich logge mich ein, registriere mich
Andy: und dann habe ich erstmal eine Demo vor mir, wo ich sehe Briefe oder Umschläge,
Andy: die gescannt sind und kann gucken, so wird es später aussehen und genauso funktioniert es.
Andy: Und ich glaube, das ist auch echt ein, ich nenne es mal, vielleicht auch vertrauensbildende
Andy: Maßnahme für das, was ihr gemacht habt. Seit wann habt ihr das und merkt ihr
Andy: das, dass das gut funktioniert zur Conversion?
Christian: Ja, total. Also das ist interessanterweise, dass ja in Deutschland immer noch
Christian: eine große Skepsis herrscht gegenüber Internet-basierten Services,
Christian: gerade auch im gewerblichen Bereich.
Christian: Und die Leute immer, ja, entweder erst mal lange darüber reden wollen über die
Christian: ganze Geschichte und es theoretisch erklärt bekommen, aber sie es sich dann
Christian: immer noch nicht richtig vorstellen können und so.
Christian: Und wir haben das tatsächlich schon, ich glaube, wir haben das im zweiten oder
Christian: dritten Jahr, haben wir das eingeführt mit dieser Remoscanbox, nennen wir das.
Christian: Also du bekommst bei uns ein richtiges Konto und da gibt es eben ein Demopostfach,
Christian: in dem sich 20 Beispielbriefe befinden. Das ist das, was du gerade beschrieben hast.
Christian: Und mit diesen Briefen kannst du wirklich alle Funktionen unseres Service mal
Christian: für einen unbegrenzten Zeitraum testen und ausprobieren. Das heißt,
Christian: es sollte eigentlich keine Unklarheit mehr geben darüber, wie funktioniert denn
Christian: der Service im täglichen Einsatz hinterher.
Christian: Natürlich gibt es immer nochmal Fragen und die beantworten wir dann auch gerne
Christian: hinterher per E-Mail oder noch an einem Telefonat.
Christian: Aber zumindest haben die Menschen die Möglichkeit, sich einfach mal vorher wirklich
Christian: konkret und nicht nur theoretisch durch irgendeinen Vertriebsfurt,
Christian: die da ihnen am Telefon irgendwie das Blaue vom Himmel erzählt,
Christian: sich das selber anzuschauen.
Christian: Und dann gibt es natürlich auch Kunden, die sagen, okay, ich will das jetzt
Christian: nochmal mit meiner eigenen Briefpost ausprobieren, kann man auch alles machen,
Christian: ist überhaupt kein Thema.
Christian: Uns ist es wichtig, dass unsere Kunden, die loslegen, wirklich verstanden haben,
Christian: auf was sie sich einlassen dabei, wie das hinterher funktioniert,
Christian: wie wenig Arbeit das tatsächlich ist, mit ein paar Mausklicks einfach mal schnell
Christian: die tägliche Briefpost durchzugehen.
Christian: Und das sieht man eben anhand dieser Demoscanbooks an, dieser Beispielbriefe sehr, sehr schön.
Christian: Das heißt, für uns funktioniert das sehr gut, um deine Frage zu beantworten
Christian: und trägt massiv dazu bei, dass wir wirklich, also ich habe mit 80 Prozent mindestens
Christian: unserer Kunden noch nie gesprochen.
Andy: Okay.
Christian: Weil die kommen auf die Website, die probieren das aus, schauen sich es an,
Christian: habe ich verstanden, okay, machen.
Christian: Und das ist auch super. Genauso ist der Service ja auch gedacht.
Christian: Also das ist ein Service für Leute, die was machen wollen, die nicht theoretisch,
Christian: jetzt sage ich mal, sich Gedanken über Digitalisierung machen wollen und mal
Christian: was theoretisch hören wollen von irgendjemandem,
Christian: sondern die einfach ein konkretes Problem haben, was sie gelöst haben wollen.
Christian: Und sie sehen dann sofort, ah ja, genau, das komme ich mit klar.
Christian: Das ist für viele Leute natürlich wichtig, weil immer noch im Internet und ich
Christian: meine, versuch mal heutzutage eine Flugreise zu buchen oder was,
Christian: ist ja komplizierter, kann man es kaum machen.
Christian: Und genau das Gegenteil ist, da haben wir von Anfang an wirklich auf eine sehr,
Christian: sehr hohe Usability und eine sehr hohe Einfachheit einfach gesetzt.
Christian: Wir sagen, wir überlegen auch fünfmal, wie viele Funktionen bauen wir da noch drumherum und etc.
Christian: Einfach, um es nicht zu verkomplizieren. Also dieser zentrale Punkt ist da wirklich,
Christian: das Ganze so einfach und simpel und klar und deutlich wie möglich zu machen
Christian: und da hilft auch tatsächlich wieder unsere Tatsache,
Christian: dass Martin und ich den Kundenservice machen, weil wir haben natürlich auch keine Lust jetzt,
Christian: 24 Stunden am Tag nur Kunden-E-Mails zu beantworten, sondern wir haben ja auch
Christian: noch andere Aufgaben und Dinge, die wir spannend finden und jedes Mal,
Christian: wenn wir irgendwo sehen,
Christian: dass jetzt der dritte Kunde, der das nicht verstanden hat oder der da Probleme
Christian: mit hat oder sonst so, dann gehen wir halt hin und überlegen. uns eine Lösung dafür.
Christian: Und dann ist das Problem gelöst und keiner fragt mehr nach und wir kriegen wieder
Christian: weniger Kunden E-Mails.
Christian: Das ist auch ein super Feedback-Kanal letztendlich.
Andy: Zwei Fragen habe ich doch zum Produkt so ein bisschen. Einmal das Thema,
Andy: ich habe ja zum Beispiel jetzt hier, meine Firmenadresse ist auch meine Privatadresse,
Andy: da kann ich ja aber trotzdem, habe ich natürlich, hat die Firma eine andere Anschrift.
Andy: Ich kann schon auch in einem Konto bei euch dann mehrere von meinen Adressen
Andy: hinterlegen, sage ich jetzt mal, oder Firmen, wenn ich mehrere hätte,
Andy: zum Beispiel noch eine Holding oder sowas und dann schicke ich die alle dahin
Andy: und dann kriege ich das alles digitalisiert, das funktioniert.
Christian: Du, bei Zalando scannen wir die Briefpost für 400 Unternehmen an,
Christian: ich glaube, über 50 verschiedenen Standorten in ganz Europa und das ist nur
Christian: ein Beispiel, gibt es viele andere.
Christian: Mein Lieblingsbeispiel, ein Kunde, der schon sehr lange bei uns ist,
Christian: ist eine Investmentgesellschaft in der Schweiz, die in Deutschland und in Europa
Christian: inzwischen in erneuerbare Energien investieren.
Christian: Es gibt sogar ein Video von denen bei uns auf der Webseite, die Windparks selber
Christian: entwickeln, aufbauen, Solarparks etc.
Christian: Über die ganze Republik verteilt. Das sind alles einzelne Gesellschaften,
Christian: die dann irgendwo vor Ort auf dem platten Land sitzen, wo die natürlich sonst
Christian: keine Mitarbeiter sitzen haben, die die Post entgegennehmen.
Christian: Und die haben alle bei uns in einem Konto natürlich.
Christian: Das heißt, sie steuern das über einen Zugang, wo es natürlich auch die Möglichkeit
Christian: mehr Benutzerlösungen, also wo die verschiedenen Mitarbeiter auf die verschiedenen
Christian: Postfächer zugreifen können.
Christian: Jede Entity, jedes Unternehmen hat ein eigenes Postfach bei uns in einem Konto
Christian: und du kannst dann getrennt und separat auf die Briefpost zugreifen.
Christian: Das heißt, wir sortieren die Post auch für dich vor.
Christian: Also du kriegst die dann wirklich separat nach Firma zur Verfügung gestellt
Christian: und du kannst auch, wenn du das möchtest, das machen viele unserer Kunden, die so auch noch,
Christian: Adresse, Firmenadresse an der Privatadresse haben, deine private Briefpost.
Christian: Machst du einfach ein weiteres Postfach auf mit deinem Namen und dem Namen deiner
Christian: Frau und deiner Kinder und dann haben die auch ein Postfach und dann kriegst
Christian: du die Post auch noch separat zur Verfügung gestellt.
Christian: Alles kein Problem, läuft dir vor allem ein Konto und einen Vertrag und vor
Christian: allem einen Tarif bei uns.
Andy: Da kannst du auch verschiedene Integrationen hinterlegen, je nachdem.
Christian: Ja natürlich, du kannst auch, private Sachen gehen in mein Dropbox-Konto,
Christian: gewerblichen Sachen gehen in mein Google Drive oder mein Microsoft OneDrive
Christian: und die gewerbliche Post schickst du bitte direkt an meinen Steuerberater und
Christian: die private Post möchte ich gerne einmal im Monat an meine Heimatadresse geschickt bekommen.
Christian: Es ist super flexibel, es ist alles gut.
Andy: Ja, wie arbeitet ihr da schon mit AI? Ist es schon so, dass du sagen kannst,
Andy: du kannst jetzt, keine Ahnung,
Andy: ich kriege eine Rechnung vom Autovermieter, die sieht eigentlich immer gleich
Andy: aus und dann könnte ich sagen, hey, das war jetzt die Rechnung vom Autovermieter,
Andy: Oder bitte buch die automatisch in LexOffice ein oder schick die an LexOffice
Andy: sozusagen, dass du diese Automatisierungen, lernt das System das schon selber dann?
Christian: Ja, also das machen wir insbesondere bei größeren Kunden natürlich.
Christian: Ich gebe mal ein Beispiel.
Christian: Wir haben einen großen Carsharing-Anbieter, der bei uns Kunde ist und die bekommen
Christian: inzwischen aus der ganzen Republik, aber auch teilweise aus dem europäischen
Christian: Ausland Bußgeldbescheide, wo halt Leute ein Auto gemietet haben.
Christian: Und dann vielleicht doch ein bisschen zu schnell oder mal über eine rote Ampel
Christian: gefahren sind und da kommt halt aus der ganzen Republik, von den ganzen Gemeinden
Christian: dann Post an. Das sind viele tausend Briefe jeden Monat.
Christian: Und wir erkennen dann, was ist das und dann werden halt bestimmte Daten dann
Christian: auch ausgelesen aus der ganzen Geschichte und direkt in deren DMS übertragen,
Christian: sodass die einen von vorne bis hinten automatisierten Prozess haben,
Christian: wo im Prinzip in dem Moment, wo bei uns der Brief gescannt ist,
Christian: wird das dann bei denen getriggert, dass eine E-Mail an den Kunden rausgeht
Christian: mit der Benachrichtigung,
Christian: Hier, du bist ein bisschen so schnell gefahren, bitte überweise den Betrag an
Christian: das Ordnungsamt und uns eine Verwaltungsgebühr und dann ist gut.
Christian: Also sowas finden wir natürlich super spannend.
Christian: Ja, also wirklich so von vorne bis
Christian: hinten durch digitalisierte und damit automatisierte Geschäftsprozesse.
Christian: Und ja, also wir sind jetzt nicht diejenigen, die da ganz, ganz groß auf den
Christian: AI-Hype oder sonst irgendwas.
Christian: Das ist aber auch gar nicht notwendig und auch häufig gar nicht sinnvoll,
Christian: weil gerade auch im privaten oder kleingewerblichen Bereich,
Christian: ja, man muss sich immer im Klaren darüber sein, das weiß jeder,
Christian: der schon mal ChatGBT benutzt hat, da gibt es Halluzinationen.
Christian: Und die gibt es natürlich genauso gut auch bei dem Erkennen von gewissen Daten.
Christian: Ich gebe mal ein Paradebeispiel.
Christian: Wir haben ständig Anfragen, wo Kunden sagen, naja, ich möchte gerne,
Christian: Dass jedes Mal, wenn eine Rechnung reinkommt, Sie die automatisch bezahlen für
Christian: uns mit unserem Bankkonto.
Christian: Und dann sage ich, wirklich, wollen Sie das wirklich?
Christian: Also Sie sind nicht hundertprozentig sicher, dass Sie nicht nochmal drüber gucken
Christian: wollen, über die Rechnung und die Überweisung da rausgeht.
Christian: Ja, nee, nee, das kann die AI schon. Dann sage ich, nee, das kann die aus meiner Ansicht nach nicht.
Christian: Und das Interessante ist, es gibt Anbieter am Markt, gerade im Buchhaltungsbereich,
Christian: die sowas anbieten und wir haben inzwischen seit so ungefähr einem halben,
Christian: dreiviertel Jahr gehen bei uns so zwischen drei und fünf Überweisungen ein,
Christian: wo irgendwelche random Beträge sind.
Christian: Und da kommt immer, wenn wir dann nachfragen, ja wieso haben sie uns das denn überwiesen?
Christian: Ah ja, das war unser automatisiertes Buchhaltungssystem, was einfach mal irgendwas überwiesen hat.
Christian: Klar kann man machen, wenn man das möchte, ist aber, sage ich mal,
Christian: jetzt nicht der primäre Use Case, den wir unterstützen möchten,
Christian: weil die Kunden, die wir haben, dann doch so unternehmerisch unterwegs sind,
Christian: dass sie sagen, naja, gerade wenn es um Geld geht, schaue ich da gerne nochmal selber drüber.
Christian: Also von daher muss man da einfach ein bisschen vorsichtig sein.
Christian: Aber da kommt natürlich immer, immer mehr und es bieten sich immer mehr Möglichkeiten.
Christian: Wir sind gerade dabei, auch unsere Kundenapplikation komplett neu zu entwickeln,
Christian: wo dann auch viele Dinge,
Christian: die wir aktuell nur größeren Kunden auf Anfrage zur Verfügung stellen,
Christian: auch allen Kunden zur Verfügung stehen, wo der App erkannt wird,
Christian: was ist ein Dokumententyp oder wer war denn der Absender von dem Brief oder
Christian: worum geht es in dem Brief oder so ein Zeug.
Christian: Das lässt sich machen, solange man da nicht, ich sage mal, geschäftskritische
Christian: Vorfälle, ohne dass nochmal ein Mensch drüber schaut, da komplett automatisiert macht,
Christian: ist das natürlich eine tolle Unterstützung und wir sind immer dafür,
Christian: wenn Dinge noch einfacher gehen, als wir sie aktuell haben.
Christian: Von daher interessieren uns solche Themen natürlich auch spannend.
Andy: Wie bist du an die größeren Kunden rangekommen? Du hast jetzt Zalando erwählt,
Andy: du hast Miles erwähnt, du hast einen Flugzeugbauer.
Andy: Wie kommt man an so jemanden ran? Und die kommen ja wahrscheinlich aber auch
Andy: nicht mit allen Use Cases auf einmal, sondern auch so jemand wie Zalando wird
Andy: wahrscheinlich mit irgendeiner Anschrift mal anfangen, den Service testen und
Andy: dann so nach und nach euch Traffic, also Post drüber schicken.
Andy: Aber wie überzeugst du so einen größeren Kunde dann von euch?
Christian: Letztendlich überzeugst du Kunden durch einen überzeugenden Service.
Christian: Also bei Zalando war es tatsächlich so, die sind in einem Rutsch zu uns gekommen.
Christian: Die hatten vorher einen anderen großen Anbieter, bei dem sie waren und wo sie
Christian: einfach mit der Leistung nicht zufrieden waren. Dann haben sie es europaweit
Christian: neu ausgeschrieben und wir haben es gewonnen.
Christian: Ganz einfach, wirklich. Einfach war es natürlich nicht.
Christian: Wir mussten viel Überzeugungsarbeit leisten, wir mussten unser Service zigfach
Christian: vorstellen und viele Fragen im Detail klären.
Christian: Gerade auch so Datenschutz- und Sicherheitsüberprüfung ist natürlich bei großen
Christian: Unternehmen ein Riesenthema, aber das sind wir sehr, sehr gut aufgestellt.
Christian: Von daher haben wir das letztendlich gewonnen und wir überzeugen immer letztendlich
Christian: sogar relativ selten über unseren Preis. Also wir sind nicht der Billigheimer am Markt.
Christian: Wir machen das jetzt besonders günstig, sondern dadurch, dass wir halt rundum
Christian: einfach beim Service und den Leistungen, die wir abgeben, ein gutes Bild abgeben.
Christian: Und die Leute dann einfach schon, wenn sie loslegen, wirklich überzeugt davon
Christian: sind, dass wir der richtige Partner für sie sind. Und genau solche Kunden wollen wir auch.
Christian: Also wir wollen nicht jemanden, der zu uns kommt und hundertmal versucht,
Christian: den Preis zu drücken und da habe ich es aber noch billiger gekriegt.
Christian: Dann sage ich, ja gut, klar, bringen Sie es woanders billiger,
Christian: aber ob Sie dann mit dem Service glücklich sind, das steht auf einem anderen
Christian: Blatt. Aber letztendlich all diese Kunden, um deine Frage wirklich direkt zu
Christian: beantworten, sind organisch über unsere Webseite gekommen.
Christian: Wir haben keine Vertriebsmannschaft, also ich bin nicht nur die Kundenservice-Mannschaft
Christian: hier, sondern auch die Einmann-Vertriebsmannschaft und ich sitze jetzt nicht
Christian: hier und telefoniere 100 Leute am Tag ab und frage, ob sie gerne ihre Briefpost
Christian: gescannt haben möchten,
Christian: sondern die Leute finden uns im Netz auf diversen Wegen.
Christian: Natürlich auch viel über Empfehlungen von bestehenden Kunden,
Christian: Fragen an, schildern uns ihren Anwendungsfall und wo wir sie unterstützen können.
Christian: Ich berate sie und erkläre ihnen unsere Lösung. Sie schauen es sich an und sagen,
Christian: ja, das ist es. Oder sie sagen auch mal, nö, das ist es nicht.
Christian: Ich gehe woanders hin. Ja, also das ist dann auch okay.
Andy: Jetzt sind wir schon voll in die Marketing-Ecke gelangen. Ich hatte dir im Vorgespräch
Andy: gesagt, ich war mir gar nicht sicher, wie groß sind die denn nun überhaupt.
Andy: Weil dann habe ich mir das Blog angeschaut und habe so einen letzten Artikel
Andy: von 2022, also im SEO-Bereich.
Andy: Und das ist so das, wo viele Bootstrapper auch sehr aktiv sind.
Andy: Die schreiben Artikel, Artikel 1, 2, 3 die Woche.
Andy: Da hatte ich schon viele Gäste da, die darüber sehr viele Kunden gewinnen oder
Andy: auch Aufmerksamkeit generieren.
Andy: Das scheint ihr dann aktuell nicht so zu brauchen. oder es funktioniert einfach so, wie es jetzt ist.
Andy: Also das hat mich jetzt ein bisschen überrascht auf jeden Fall,
Andy: dass im Blog seit 2022 gibt es keine und trotzdem finden euch die Leute und
Andy: es wird weiter empfohlen und funktioniert. Das fand ich überraschend auf jeden Fall.
Christian: Ja, also überrascht mich jetzt ehrlich gesagt nicht so. Also ich bin jetzt auch
Christian: nicht der SEO-Experte oder was und ich glaube nicht, dass der Schlüssel zum
Christian: Erfolg darin liegt, dass man im Blog
Christian: irgendwelche aktuellen AI-generierten Artikel stehen hat oder was, Ja,
Christian: sondern unsere Webseite ist gut.
Christian: Sie erklärt zu 100 Prozent unseren Service.
Christian: Da werden eigentlich normalerweise alle Fragen beantwortet, wenn man sich ein bisschen umschaut.
Christian: Und das ist erst mal das Entscheidende. Das heißt, wir haben kontinuierlichen Traffic.
Christian: Leute kommen auf unsere Webseite. Sie finden uns bei bestimmten Themen,
Christian: nach denen sie suchen. Briefpost digitalisieren, Dokumente scannen etc.
Christian: Digitale Poststelle, digitaler Briefkasten. Das sind wir gut aufgestellt und
Christian: darüber kommt natürlich ein Strom an Besuchern zu uns, die dann auch entsprechend konvertieren.
Christian: Ich sage nicht, dass wir jetzt perfekt marketingmäßig aufgestellt sind,
Christian: aber das passt gut in unsere Schiene von wegen, ich nenne es mal Under-Promise-Over-Deliver.
Christian: Also es gibt andere Anbieter und natürlich viele andere Unternehmen,
Christian: die machen einen riesen Marketing-Bohai und versprechen tausend Sachen und hinterher
Christian: kommt dann bei den Kunden die große Enttäuschung, weil die Hälfte davon doch
Christian: nicht so toll ist, wie es auf der Webseite stand.
Christian: Da machen wir genau das Gegenteil. Und ja, klar können wir beim Thema Marketing
Christian: noch mehr machen, wollen wir auch, wird auch jetzt einiges kommen.
Christian: Ich nehme an, zu dem Zeitpunkt, wo dieser Podcast hier erscheint,
Christian: wird auch unsere neue Webseite am Start sein, wo man dann viele interessante neue Dinge sieht.
Christian: Das heißt, wir machen da schon was, aber grundsätzlich für uns hat es immer
Christian: Priorität, uns erstmal um unsere bestehenden Kunden zu kümmern.
Christian: Das hängt auch mit dieser Sache, keine Investoren, kein enormer Wachstumsdruck,
Christian: sondern für uns jetzt immer mehr Priorität oder oberste Priorität.
Christian: Die bestehenden Kunden müssen happy sein, bevor neue Kunden dazukommen,
Christian: wo wir uns vielleicht dann übernehmen.
Christian: Das heißt, dieses organische, kontinuierliche Wachstum ist für uns einfach mega wichtig.
Christian: Und wir lassen uns da auch nicht in so ein Hamsterrad reintreiben von wegen,
Christian: oh, da geht noch mehr und da musst du was machen und die anderen machen dies
Christian: und deswegen müsst ihr jetzt auch und noch ein Promoprogramm und noch ein SEO-Guru,
Christian: der mal über die Webseite geht und dann irgendwelche tollen Wörter verändert,
Christian: die hinterher kein Mensch mehr lesen kann. oder sonst irgendwas.
Christian: Also, ich sag mal, da lassen wir uns auch weder von Investoren,
Christian: die wir ja nicht haben, treiben, noch lassen wir uns von irgendwelchen,
Christian: vom Wettbewerb oder von irgendwelchen anderen treiben, sondern wir machen unser Ding.
Christian: Dropscan ist unsere Spielwiese, wo unser oberstes Ziel ist, die bestehenden
Christian: Kunden glücklich zu machen und einen guten, tollen, funktionierenden Service
Christian: anzubieten, mit dem alle Kunden glücklich sind.
Christian: Das ist das einzig Entscheidende. Alles andere ist zweitrangig.
Christian: Natürlich, entscheidend natürlich auch unsere Mitarbeiter, um das noch zu erwähnen,
Christian: ist natürlich auch ein ganz entscheidender Punkt, dass die Leute,
Christian: die bei uns arbeiten, einen interessanten, spannenden Job haben und da happy
Christian: sind mit und dass es die Firma eben auch noch morgen gibt und übermorgen und
Christian: wir nicht mit jeder großen Aktion,
Christian: oh, wir geben jetzt mal einen sechsstelligen Betrag für Marketing oder eine
Christian: große Agentur oder sonst irgendwas aus,
Christian: um dann hier den Big Bang zu machen oder so ein Zeug.
Christian: Solche Wetten auf die Zukunft des Unternehmens machen wir überhaupt nicht.
Christian: Bin ich auch überhaupt kein Freund von.
Andy: Und so klassisches Performance-Marketing, also so Google-Anzeigen bei Meta,
Andy: Instagram, das macht es schon.
Christian: Das machen wir, ja, genau, da wo es Sinn macht. Also da kommen wir interessanterweise
Christian: auch immer wieder an Grenzen.
Christian: Ich habe da schon viel ausprobiert, auch mit externen Experten,
Christian: Agenturen, Freelancer und so ein Zeug.
Christian: Und es ist immer, also die Zusammenarbeit war nie so hundertprozentig,
Christian: ich sagte, war fantastisch und funktioniert alles gut.
Christian: Und häufig machen wir es dann einfach doch wieder selber. Das ist eine ganz
Christian: interessante Erfahrung.
Andy: Hast du, und dann die andere Ecke, so PR, ich hatte jetzt auch ein,
Andy: zwei Menschen hier, die, in Folge kommt noch vor deiner dann raus,
Andy: die im PR-Umfeld unterwegs sind. Machst du da viel?
Andy: Im Wahlkampf haben wir jetzt ja, jeder hat sich Entbürokratisierung und Digitalisierung
Andy: draufgeschieben, mal schauen, was davon übrig bleibt.
Andy: Hast du denn dort Kontakte hin? Ist denn die Stadt Berlin Kunde bei Dropscan?
Andy: Wissen die, dass es so etwas gibt?
Andy: Also hast du öffentliche Kunden, das können ja auch kleinere Gemeinden sein,
Andy: die jetzt kein Personal haben, um sowas zu machen.
Andy: Ist das was, wo man da irgendwie landet oder muss man da, keine Ahnung,
Andy: auf irgendwelche Vortrags- und Podiumsdiskussionen mitgehen,
Andy: damit man dort ernst genommen wird?
Christian: Ja, also haben wir alles mal ausprobiert, um es mal zu sagen,
Christian: war aber nie so von Erfolg gekrönt, dass ich gesagt habe, oh,
Christian: das muss ich jetzt kontinuierlich weitermachen.
Christian: Und ehrlich gesagt, ich bin jetzt auch nicht der Typ, der jetzt hier den Digitalisierungs-Influencer
Christian: macht und da irgendwo auf allen Social-Media-Plattformen rumhüpft und erzählt,
Christian: wie geil es ist, Sachen einzuscannen.
Christian: Wir haben alles schon probiert. Wir waren auf Messen. Ich war natürlich auf
Christian: Podiumsdiskussionen und wir haben auch mal PR gemacht.
Christian: Wir hatten auch mal eine PR-Gentur, Wir waren mal in großen Zeiten,
Christian: wir waren sogar mal in der Computerbild.
Christian: Und vorher extra noch haben wir unsere Server geupgradet, weil wir dachten,
Christian: wenn jetzt der Computerbildartikel rauskommt, ja mit hier, weiß ich was,
Christian: 30 Millionen Lasern oder so ein Zeug, dann fliegt es bei uns durch die Decke. nichts war.
Christian: Es hat blip gemacht. Wir waren mal in ZDF mit einer Reportage wirklich,
Christian: wo die mich einen halben Tag begleitet haben und ich über die Firma erzählt habe und alles.
Christian: Auch da, ja, da kamen natürlich ein paar neue Kunden dazu, aber letztendlich
Christian: sind das immer so völlig unplanbare Geschichten, wo du auch nicht weißt,
Christian: welches sind die dabei raus.
Christian: Und da liegt es mir wesentlich mehr zu wissen, ich kann x Euro
Christian: sinnvoll in Google anzeigen oder was investieren und dann weiß ich,
Christian: dann kommen y Kunden am Ende des Monats bei raus und das passiert einfach kontinuierlich
Christian: und nicht immer dieses Hoffen da drauf,
Christian: uh, jetzt kommen wir hier ganz groß raus, ja, und haben wir hier die ganz große Nummer. Also
Christian: Da haben wir viel ausprobiert, aber da war nichts dabei, wo ich sage,
Christian: das hat jetzt wirklich mega was gebracht.
Christian: Also ganz andere Sachen, die dabei rauskommen sind, zum Beispiel habe ich bei
Christian: unserer ersten Messe, wir haben ganz am Anfang, da gab es die CeBIT noch in
Christian: Hannover, ich weiß nicht, was du dir dran hören kannst, gibt es inzwischen gar nicht mehr.
Christian: Da gab es, haben die ein Angebot gemacht, dass Startups kostenlos einen Messestand
Christian: bekommen. Da hatten die extra so eine Startup-Area.
Christian: Und das war eine witzige Woche. Also vielen der Leuten, die ich da kennengelernt
Christian: habe von den anderen Startups, habe ich heute noch Kontakt.
Christian: Und insbesondere habe ich dort Martin, meinen jetzigen Mitgesellschafter und
Christian: Mitgeschäftsführer kennengelernt.
Christian: Und das war das beste Ergebnis, weil es bei diesem Messeauftritt rausgekommen ist.
Andy: Und Kunden dann gar nicht so viele, oder wie?
Christian: Ja, da kamen natürlich ein paar Gründen bei raus, aber das war jetzt nicht der
Christian: Hauptgrund und nicht ein Grund, dass ich jetzt gesagt habe, ich muss jetzt jedes
Christian: Jahr auf der CeBIT auftanzen oder sonst irgendwas, sondern da liebt doch wieder
Christian: der Fokus auf den Service im Brutto,
Christian: dafür zu sorgen, dass das funktioniert, dass die Kunden happy sind,
Christian: dass die Mitarbeiter happy sind, dass das Unternehmen kontinuierlich wächst
Christian: und nicht so das große Rad drehen da die ganze Zeit nimmt.
Andy: Jetzt hast du ja seit 14 Jahren erfolgreich, sage ich mal, und du bist ja so postnah unterwegs.
Andy: Gab es dann mal Interesse oder kam da jemand wie die Post oder andere Dienstleister
Andy: im Umfeld mal auf dich zu und haben gesagt, hey, das ist ein interessantes Geschäft,
Andy: wir würden das gerne bei uns integrieren?
Andy: Oder auch andere, wie zum Beispiel, du hast jetzt Integrationspartner angesprochen,
Andy: jetzt wie zum Beispiel Office Lexware oder Seftest, die jetzt ja glaube ich
Andy: auch irgendwie übernommen wurden oder verkauft haben.
Andy: Das wäre für die super interessant, jetzt zu dem Buchhaltungsthema noch jemanden
Andy: zu haben, der das ganze Digitalisierung vorne dran macht.
Andy: Gab es da schon mal Anfragen an einer Partnerschaft oder vielleicht sogar an einer Investor?
Christian: Mit Partnerschaft meinst du jetzt, dass sich jemand bei uns einkauft?
Andy: Ja, genau.
Christian: Ist jemand, das Unternehmen teilweise oder ganz übernimmt? Ja,
Christian: haben wir regelmäßig Anfragen, sagen wir mal Nein zu.
Christian: Also ein bisschen zur deutschen Post, wirklich. Hatten wir alles noch.
Andy: Und was ist so deine Motivation? Das ist ja jetzt auch nicht irgendjemand,
Andy: der vielleicht jemand schwankt.
Christian: Dann ist mir ja langweilig. Also soll ich dann den ganzen Tag auf meinen Kontostand
Christian: gucken und mich freuen, dass ich da ein paar Nullen stehen habe oder was und
Christian: dann sitze ich rum und drehe Däumchen.
Christian: Also wie gesagt, Dropscan ist die Spielwiese von Martin und mir,
Christian: wo wir gemeinsam spannende Ideen entwickeln und umsetzen, zusammen mit einem tollen Team.
Christian: Und das gebe ich ja nicht einfach so auf. Also nur damit ich dann hinterher
Christian: ein paar Millionen auf dem Konto habe.
Christian: Das ist ja auch mit der Grund, warum ich keine Investoren an Bord habe.
Christian: Also wenn ich diese Nummer fahren wollte, diese Wette einzugehen,
Christian: oh, wir blasen das Unternehmen richtig groß auf, um es dann richtig teuer zu
Christian: verkaufen für was weiß ich, wie vielstelligen Betrag, Ja,
Christian: dann würde ich mir natürlich Investoren an Bord holen und würde dafür sorgen,
Christian: dass die rumrennen und mögliche Käufer für mein Unternehmen finden und lauter so ein Zeug.
Christian: Aber all das machen wir ja nicht. Deswegen ist das ja überhaupt nicht meine Motivation, ja.
Andy: Deine Motivation ist eher Unternehmertum, habe ich jetzt auch im Vorgespräch mitbekommen.
Christian: Einfach eine spannende Aufgabe zu haben, die natürlich auch finanziell interessant ist, keine Frage.
Christian: Also ich bin ja kein Non-Profit-Show hier, aber es geht natürlich darum,
Christian: in erster Linie eine spannende unternehmerische Aufgabe zu haben,
Christian: wo man ganz konkret für unsere Kunden Probleme löst und einen funktionierenden Service anbietet,
Christian: der unseren Kunden das Leben einfacher macht. Darum geht es bei der ganzen Geschichte.
Christian: Und da gibt es noch so viel Potenzial, so viele Ideen, die wir haben,
Christian: so viele Möglichkeiten, auch selbst trotz der Anzahl der Kunden.
Christian: Ich meine, der Markt ist ja so viel größer in Deutschland. Wie viele Millionen
Christian: mittelständische Unternehmen gibt es, die alle irgendwo das Thema Digitalisierung
Christian: haben, die alle irgendwo Papierkram rumfliegen haben, wo sie nicht wissen,
Christian: was sie damit machen sollen, etc.
Christian: Also da gibt es ja noch so viele Sachen und warum sollte ich das aus der Hand geben?
Christian: Also das ist ja nicht mit Geld aufzuwerten. Und gerade wir sind profitabel,
Christian: uns geht es allen finanziell gut, also da muss ich jetzt nicht immer noch mehr,
Christian: noch mehr, noch mehr haben irgendwo.
Andy: Denkst du jetzt so rückblickend, oder es kam jetzt auch schon ein bisschen so
Andy: raus, glaube ich, was waren so die Erfolgsfaktoren, weshalb Dropscan,
Andy: wahrscheinlich hast du auch ein paar Wettbewerber überlebt, die Venture Capital
Andy: finanziert waren, was sind so für dich Erfolgsfaktoren?
Andy: Ich nehme mal auf jeden Fall mit, Fokus aufs Produkt und auf den Kunde ist auf jeden Fall was.
Andy: Was würdest du da noch ergänzen an Punkten, wo du sagst, okay,
Andy: die waren jetzt mit entscheidend dafür, dass ihr heute noch am Wachsen seid,
Andy: dass es euch heute noch gibt im Vergleich zu vielleicht Venture-Capital-finanzierten Wettbewerbern?
Christian: Ja, okay, zum Vergleich kann ich gleich noch was sagen, aber grundsätzlich unsere
Christian: Erfolgsfaktoren sind eigentlich alles über das, was wir gesprochen haben.
Christian: Also neben dem Punkt, den du gerade genannt hast, den ich ja jetzt ausführlich
Christian: auch geschildert habe, kommt sicherlich noch dazu, einfach ein gutes Team zu
Christian: haben, gute Leute zu finden, mit denen man zusammenarbeitet,
Christian: sowohl in der Produktion,
Christian: wo man sich darauf verlassen kann, die geben da täglich ihr Bestes und hauen
Christian: richtig einen raus, als auch die Leute, mit denen ich natürlich vorher und die
Christian: ganze Zeit jetzt zusammenarbeite im Softwareentwicklungsbereich,
Christian: im Bereich Usability, Design, Einfachheit einfach.
Christian: Das sind Sachen, wo es nicht einfach ist, gute Leute zu finden,
Christian: mit denen man dann auch in der Form, wie wir es tun, zusammenarbeiten kann.
Christian: Aber das ist sicherlich auch mit ein großer Erfolgsfaktor. Und ich glaube schon,
Christian: dass ein Stück weit auch diese unternehmerische Freiheit und Unabhängigkeit,
Christian: also sich nicht treiben zu lassen, einfach von,
Christian: es muss immer noch mehr Wachstum und 50 Prozent,
Christian: 100 Prozent Wachstum reicht nicht aus, sondern ständig dieses immer versuchen
Christian: an die Grenze zu bringen, weil es dann den Investoren auch egal ist,
Christian: ob es dich in zehn Jahren noch gibt,
Christian: wenn sie halt nicht verkaufen können innerhalb von einem bestimmten Zeitraum,
Christian: Dann bist du irgendwann uninteressant und sich einfach nicht in dieses Hamsterrad
Christian: zu begeben und sich von so rein finanziellen Motiven dann da treiben zu lassen,
Christian: empfinde ich auch für mein persönliches Seelenheil als sehr wichtig und sehr wohltuend.
Christian: Und das trägt natürlich auch dazu bei, dass ich nicht und Martin genauso das
Christian: Interesse verlieren an Jobsgännen und sagen, oh, jetzt will ich die Bude aber
Christian: mal verkaufen, weil ich habe jetzt keine Lust mehr, sondern es gibt einfach
Christian: noch so viele spannende Herausforderungen, auf die wir noch Bock haben.
Christian: Da braucht es das einfach nicht. Und wenn ich das sehe, ja, es gab mal so eine
Christian: ganze Zeit lang, so nach fünf Jahren oder so, gab es mal so eine Schwämme an Copycats.
Christian: Also Leute, die versucht haben, dann unseren Service nachzumachen mit viel Geld teilweise und so.
Christian: Und das hat alles nicht funktioniert. Es gibt natürlich ein paar Mitbewerber,
Christian: ein bisschen zur Deutschen Post, nachdem wir mit denen gesprochen haben,
Christian: haben die sich dann entschieden, das selber zu machen und wir gesagt haben,
Christian: nö, da nicht so Interesse an Zusammenarbeit. Da gibt es auch einen entsprechenden Service.
Christian: Also das kannst du auch als mittelständisches Unternehmen das bei der Deutschen Post beobachten.
Christian: Oder es gibt ein paar andere Investorenfinanzierte, die noch am Markt sind,
Christian: aber es gab da mal bis zu zehn Stück, glaube ich, und ich glaube,
Christian: jetzt sind es noch ein oder zwei oder was,
Christian: die das machen und die aber einfach, die einfach auch nicht so aufgestellt sind
Christian: wie wir. Die scannen zum Beispiel alle nicht selber.
Christian: Also die deutsche Post scannt selber, aber die anderen Anbieter,
Christian: die geben das dann an externe Dritte, was ich auch ein bisschen komisch finde.
Christian: Also von denen dann nicht die Post in-house verarbeitet, sondern geben das wiederum
Christian: an andere externe Lieferanten,
Christian: wird dann durch die Republik gekarrt und versuchen dann einen ganz starken Fokus
Christian: nicht so sehr aufs Produkt,
Christian: sondern eher, weil sie da halt nicht wirklich Kontrolle drüber haben,
Christian: wie gut der Service ist, weil das ja andere machen, dann natürlich sehr stark
Christian: auf das Thema Marketing und Wachstum zu setzen und da möglichst viel zu machen.
Christian: Kann man machen, ist aber nicht mein Ding.
Andy: Wie kriegst du das hin in der Berliner Bubble? Ist das ja schon, sage ich mal,
Andy: außergewöhnlich jetzt sozusagen, ich nehme kein VC Money, da gibt es so viele Veranstaltungen,
Andy: Startup-Meetups und so weiter, dass du in Ruhe da einfach schaust,
Andy: dass ihr nachhaltig wachst und euch auf den Kunden konzentriert.
Andy: Dann gehst du einfach nicht auf die Events.
Andy: Genau, ich bin da einfach komplett außen vor.
Christian: Früher war ich da voll dabei, gerade noch zu meiner VC-Zeit oder auch als ich
Christian: bei den Amerikanern gearbeitet habe und so, da habe ich dann viel,
Christian: ich kenne da auch wahnsinnig viele Leute natürlich
Christian: aus der ganzen Branche, aber ich bin da irgendwann komplett raus und habe mich
Christian: einfach nur noch auf Dropscan konzentriert.
Christian: Und wenn man das halt konsequent macht, dann, ich muss nicht,
Christian: ich verbringe abends lieber Zeit, ehrlich gesagt, mit meiner Familie,
Christian: mit meinen Kindern und schaue einen guten Film oder sonst irgendwas.
Christian: Wenn ich nicht arbeite, als jetzt noch auf die 101.
Christian: Startup-Veranstaltung zu gehen, wo viel heiße Luft produziert wird.
Christian: Also das soll sich jetzt nicht respektierlich anhören, aber das ist einfach
Christian: nicht mehr mein Ding, sondern ich konzentriere mich halt auf andere Sachen und
Christian: mir sind andere Sachen im Leben wichtig, als da jetzt auf allen möglichen Veranstaltungen
Christian: rumzutun, weil es ist immer die Frage, auch was bringt es dann letztendlich.
Christian: Also wenn es einem fürs Unternehmen nichts bringt und man auch selber irgendwo
Christian: nichts mehr lernt, weil man immer nur noch die gleichen Geschichten hört und
Christian: man aber eigentlich eine ganz andere Schiene fährt, dann ist das ja auch nicht
Christian: mehr interessant, an sowas teilzunehmen dann.
Andy: Aber so eine Scheibe abschneiden könnten die sich ja schon. Also jetzt,
Andy: es spricht ja nichts dagegen, wenn man Venture Capital hat, sich trotzdem so
Andy: auf einen Kunden zu fokussieren und zu schauen, dass man das Risiko beim Wachstum
Andy: minimiert, nicht jeden Großkunden annimmt.
Andy: Laden die dich dann ein, um zu hören, kannst du vielleicht mal die Gegenseite
Andy: einen Vortrag dazu machen, wie ihr das gemacht habt? Oder ist das sowas, wo gar nicht passiert?
Christian: Das Interessante ist, dass viele dieser Startup-Unternehmen,
Christian: auch Venture-Capital-finanzierte Startup-Unternehmen, bei uns Kunde sind und
Christian: wir dann mit denen, auch den Geschäftsführern,
Christian: ganz intensiv zu tun haben und viele dann, ich sage es mal jetzt so hinter vorgehaltener
Christian: Hand da sagen, so ein Unternehmen, wie ihr es habt, hätte ich auch gerne.
Christian: Wenn man so viele Einforscher und ich müsste nicht mich den ganzen Tag mit den
Christian: Investoren rumschlagen zum Zeug.
Christian: Aber ich sage mal, die Sachen, die du jetzt gerade genannt hast,
Christian: würde ich bezweifeln, dass das so möglich ist, weil wenn ich jetzt in meinem
Christian: monatlichen Boardmeeting mit meinen Investoren sage,
Christian: wir sind gerade in Gesprächen mit Zalando und ich dann einen Monat später zu
Christian: meinen Investoren sage,
Christian: Zalando gefällt mir doch nicht so und haben wir jetzt mal als Kunde abgelehnt.
Christian: Ich glaube nicht, dass da Begeisterungsstürme bei den Investoren ausreichen.
Christian: Wir hatten durchaus schon Situationen, also ich will jetzt da gar keine Namen
Christian: nennen, aber sehr, sehr große namhafte Startups in Deutschland,
Christian: die bei uns angefragt haben und wir gesagt haben, nee,
Christian: die auf keinen Fall, weil einfach schon in der Vertriebsphase die Zusammenarbeit
Christian: so planlos war, wo du einfach gesagt hast, nee, das wird hinterher so nervig und so schnell.
Christian: Stressig, mit denen zusammenzuarbeiten, da haben wir keine Lust drauf,
Christian: wo wir dann gar kein Angebot mehr abgegeben haben oder sowas.
Christian: Und das kannst du nicht machen, wenn du Investoren an Bord hast,
Christian: das kannst du vergessen.
Andy: Und kommt es häufig vor, dass ihr dann sowas macht? Also sagt ihr hier,
Andy: mit euch haben wir kein Interesse zusammenzuarbeiten?
Christian: Ich sage ja nicht, wir haben jetzt kein Interesse oder sonst irgendwas,
Christian: sondern da gibt es dann natürlich entsprechende Gründe.
Christian: Das wird nicht lapidar abgelehnt, sondern wir geben dann natürlich auch eine
Christian: Begründung, wo wir sagen, wir glauben einfach, sie sind noch gar nicht so weit.
Christian: Sondern das sind die Punkte, über die ihr euch erstmal Gedanken machen solltet,
Christian: bevor wir dann wirklich ein sinnvoller Partner für euch sein können.
Christian: Darum geht es ja, dass beide Seiten glücklich sind.
Christian: Und da gibt es schon eine vernünftige Begründung für. Ich will das jetzt nicht
Christian: zu verkürzt darstellen.
Christian: Also von daher da ein bisschen vorsichtig. Aber das kommt schon vor, natürlich.
Christian: Aber das findet sich bei uns in allen Kundensegmenten. Das ist jetzt nicht nur
Christian: bei großen so, sondern es gibt auch Privatgründen, wo wir sagen,
Christian: Da haben wir jetzt nicht mehr so eine Lust drauf.
Christian: Wenn jemand sich die ganze Zeit nur beschwert darüber und erzählt,
Christian: wie schlimm und schlecht wir sind oder sonst irgendwas, was auch mal vorkommt.
Christian: Und das aber aus unserer Sicht wirklich völlig unbegründet ist,
Christian: weil er einfach gewisse völlig überzogene Erwartungen hat oder etwas nicht verstanden hat.
Christian: Dann sagen wir auch mal, ich glaube, es macht keinen Sinn mehr,
Christian: dass wir zusammenarbeiten.
Christian: Es gibt noch andere Anbieter am Markt. Also wir haben das regelmäßig gemacht.
Christian: Gerade diese ganzen Venture-Capital-finanzierten Wettbewerber,
Christian: die es mal gab, die sind dann natürlich alle mit hochsubventionierten Preisen am Markt gegangen.
Christian: Und haben alle das Produkt natürlich weit unter Kosten angeboten.
Christian: Da gab es dann wirklich lustige Internetvideos, wo dann Gründer von diesen Firmen
Christian: dann gesagt haben, ja, Briefpost digitalisieren, das muss wie Netflix sein.
Christian: Das darf nur 5 Euro im Monat kosten, auf keinen Fall mehr und so ein Zeug.
Christian: Und dann haben wir tatsächlich, haben wir Briefe, Schreiben,
Christian: E-Mails von unseren Kunden oder Anrufe bekommen, sagten, ja,
Christian: die machen das für 5 Euro, wieso könnt ihr das nicht?
Christian: Und dann haben wir das erklärt und gesagt, so und so, weil wir ein Unternehmen
Christian: sind, was es auch in fünf Jahren noch geben soll oder in zehn Jahren und wir
Christian: hier nicht unter unseren Kosten arbeiten können und wir keine externen Investoren.
Christian: Und wenn die Leute es dann nicht eingesehen haben, es gibt viele,
Christian: die gesagt haben, ja, nachvollziehbar, mir ist es auch wichtig,
Christian: dass meine Briefpost noch in einem Jahr gescannt wird. Die sind bei uns geblieben,
Christian: aber andere, die dann gewechselt haben. Und das war für uns dann auch in Ordnung.
Christian: Und die sind dann aber nachdem...
Andy: Zurückgekommen.
Christian: Ja, ja. Wir hatten teilweise echt kritische Situationen bei uns,
Christian: wo Mitbewerber dann pleite gegangen sind.
Christian: Und dann von heute auf morgen diese Unternehmen, denen Leuten auch keinen Zugriff
Christian: mehr auf ihre Briefpost gegeben haben,
Christian: da standen und wir Anrufe bekommen haben, gesagt haben, die Leute haben gesagt,
Christian: Sie müssen mir nur helfen, meine Briefpost bei Mitbewerber XY rauszuholen.
Christian: Können Sie nicht mal bei denen anrufen und fragen, ob sie ihre Briefpost wiederbekommen?
Christian: Also völlig absurde Situationen, wozu es nur kommt, weil von heute auf morgen
Christian: einer oder mehrere Investoren den Finanzhand abgedreht haben.
Christian: Und in der Situation sind wir nicht. Und wir kriegen natürlich viel die Frage,
Christian: ja gibt sie nächstes Jahr oder in zehn Jahren noch?
Christian: Ja, kann ich nur sagen, die letzten 14 Jahre hat es gut geklappt.
Christian: Das kann sonst keiner von sich sagen.
Andy: Ja, also das Modell sollte auf jeden Fall Schule machen. Deswegen finde ich
Andy: es auch echt grandios, dass du das hier so erzählst. Ich glaube,
Andy: ehrlich gesagt, das tut es auch.
Christian: Das Problem ist immer nur, dass nur immer diese, jetzt kommen wir sogar so in
Christian: den Politikbereich rein, auch wieder gerade im Wahlkampf, wir brauchen mehr Risikokapital.
Christian: Ja, brauchen wir sicherlich alles, aber es gibt auch wahnsinnig viele Beispiele
Christian: dafür, gerade in Deutschland von Unternehmen, die es geschafft haben,
Christian: wirklich bis hin zu Weltkonzernen zu werden, ohne dass sie Venture Capital an
Christian: Bord oder Private Equity Investoren oder sonst irgendwas hatten.
Christian: Und es gibt auch hier in Berlin sehr viele Startups, die einfach sich aus eigener
Christian: Kraft organisch gewachsen sind, die hoch profitabel sind und wo kleine Teams
Christian: wirklich ganz tolle Sachen reißen.
Christian: Also da gibt es schon Beispiele, die sind natürlich nicht immer so gehypt wie
Christian: jetzt Lilium mit wir machen hier ein Flugtaxi und wollen hunderte von Millionen
Christian: vom Steuerzahler haben,
Christian: weil ansonsten unsere tolle Technologie nicht auf den Markt kommt.
Christian: Dann haben wir halt kein Flugtaxi. Okay, geht die Welt jetzt auch nicht unter.
Christian: Wann haben wir noch andere Probleme aktuell?
Andy: Ja, sehe ich exakt genauso. Woran denkst du, dass es dann wiegt,
Andy: dass man sich, also haben die einfach keine Lobby, die sich organisiert und
Andy: es gibt halt keine großen Portale, die darüber berichten?
Christian: Ja, die kosten sich halt auf ihr Business. Also die rennen halt nicht die ganze
Christian: Zeit rum und machen Lobby dafür, dass sie mehr Geld von Investoren bekommen
Christian: und möglichst auch von Steuerzahler mit irgendwelchen kofinanzierten Sachen.
Christian: Sondern die machen halt einfach ihr Ding und damit sind sie zufrieden und es
Christian: geht nicht darum, ständig da so einen riesen Hype zu, weil sie halt nicht diesen Druck haben,
Christian: kontinuierlich zu wachsen und im Rampenlicht zu stehen etc.,
Christian: sondern sie halt einfach organisch ein Unternehmen führen, was gut läuft.
Christian: Natürlich sind auch welche dabei, wo es mal nicht funktioniert.
Christian: Das hast du ja bei Venture Capital finanzierten Unternehmen noch viel stärker,
Christian: aber es ist immer die Frage, muss man denn die ganze Zeit die große Werbetrommel rühren dann? Ja,
Andy: Hast du denn auch Ziele jetzt für dieses Jahr dann für Dropscan oder ist es
Andy: auch so eher alles so ein bisschen im Fluss?
Andy: Also habt ihr schon einen Plan, wie ihr sagt, wir wollen bis zum Jahresende
Andy: so weit kommen und nächstes Jahr dann so weit?
Andy: Oder ist es auch mehr flexibel aktuell?
Christian: Ja, also wir haben keinen Fünf-Jahres-Plan oder irgendwie sowas.
Christian: Wir wissen grundsätzlich, was Themen sind, die uns wichtig sind,
Christian: wo wir vorankommen wollen, wo wir was auf die Beine stellen,
Christian: wo wir aktiv täglich daran arbeiten. Das gibt es.
Christian: Es gibt gewisse Vorstellungen darüber, wo wir hinwollen. Es soll natürlich weiter wachsen.
Christian: Das Unternehmen soll niemals in irgendeine Schieflage oder was geraten.
Christian: Damit meine ich jetzt nicht nur finanzielle Schieflage, sondern auch,
Christian: dass wir es vielleicht nicht mehr schaffen, das gesamte Auftragsvolumen abzuarbeiten jeden Tag.
Christian: Also es sind vielmehr so operative Ziele, wo es darum geht, dass wir einfach
Christian: gesund und stressfrei weiterhin am Start sind hier mit der ganzen Geschichte,
Christian: als jetzt irgendwelche großartigen Wachstumsziele oder Gewinnziele oder sonst irgendetwas.
Andy: Wie sieht es mit deiner Arbeitszeit aus? Wie hat sich die jetzt verändert in den letzten 14 Jahren?
Andy: Ich kann mir vorstellen, du hast am Anfang sehr viel investiert,
Andy: vielleicht am Wochenende auch gescannt oder je nachdem.
Andy: Jetzt hat sich das ein bisschen normalisiert. Bist du dann noch voll im Founder-Mode
Andy: oder genießt du jetzt auch so ein bisschen die Flexibilisierung der Arbeitsmodelle?
Christian: Also beides. Also letztendlich, ich glaube nicht, ich tracke jetzt meine Arbeitszeit
Christian: nicht, aber ja, natürlich, Wochenende habe ich früher auch viel gemacht,
Christian: mache ich aber jetzt heute auch noch.
Christian: Ich glaube, meine Arbeitszeit hat sich nicht irgendwie drastisch reduziert,
Christian: aber das liegt einfach daran, weil es mir Spaß macht, im Unternehmen zu arbeiten
Christian: und die Sachen anzugehen, die einfach auf der Tagesordnung stehen oder die wir längerfristig planen,
Christian: da gibt es keinen großen Unterschied.
Christian: Aber das, was du sagst, ist diese Flexibilisierung.
Christian: Das heißt, dass ich arbeite, wo und wann ich will.
Christian: Das nutze ich viel, viel stärker aus als früher.
Christian: Also es war schon früher so. Mein Lieblingsgeschichte ist immer,
Christian: weil das muss ich jetzt mal erzählen, du kennst ja bestimmt den Europa-Park
Christian: in Rust, da waren meine Kinder noch klein, das war so innerhalb der ersten zwei,
Christian: drei Jahre von Dropscan und da stand ich vor der großen,
Christian: da gibt es ja so eine Achterbahn, wo man in Holzstämmen durch so einen Wasserfall
Christian: und so ein durch und da war eine Riesenschlange davor, standen wir bestimmt
Christian: zwei Stunden an, bis wir reingekommen sind und ich habe in dieser Warteschlange
Christian: mit meinen Kids nebendran,
Christian: die schon ganz aufgeregt waren, dass es jetzt gleich hier in die Wasserrutsche
Christian: geht, habe ich, glaube ich, fünf oder zehn Kunden-Calls gemacht und habe die da beraten.
Christian: Und hinterher wussten alle Leute, die bei mir mitten in der Schlange standen,
Christian: wussten Bescheid, was Dropscan macht, weil ich das mal erzählt habe.
Christian: Aber das sind halt tolle Sachen, die man einfach machen kann.
Christian: Und sowas nutze ich heutzutage noch viel mehr aus.
Christian: Also wir haben uns privat vor ein paar Jahren hier in Mecklenburg-Vorpommern
Christian: am See in so ein Wochenend-Bungalow gekauft, wo ich jetzt auch,
Christian: da habe ich vor einem Jahr, habe ich da einen Glasfaseranschluss bekommen und
Christian: die Digitalisierung des ländlichen Raums.
Christian: Kann ich jetzt da auch super Sachen machen und bin da vollständig einsatzbereit?
Christian: Und da bin ich halt einfach regelmäßig und entspanne dort vor Ort ein bisschen,
Christian: kann morgens mal, bevor der erste Kundenkoll kommt, noch einen See springen
Christian: und eine Runde schwimmen oder mit dem Stand-Up-Board abends nach der Arbeit
Christian: nochmal raus auf den See und Sachen machen.
Christian: Da bin ich halt einfach, was das Örtliche und Zeitliche angeht,
Christian: zu 100 Prozent flexibel.
Christian: Und das gilt natürlich auch für Martin zum Beispiel, der eine sehr junge Familie,
Christian: einen kleinen Sohn hat, der gerade drei geworden ist,
Christian: der einfach seinen Alltag und die Aufgaben sich so organisieren kann,
Christian: dass er flexibel auch solchen Anforderungen, die er dann zusätzlich im familiären
Christian: Bereich hat, noch gerecht werden kann.
Andy: Und ist der Europapark dann Kunde geworden oder noch nicht? Bist du noch dran?
Christian: Ja, leider nicht. Wie heißt der Mann nochmal? Das ist doch auch so eine tolle Erfolgsgeschichte.
Christian: Dem gehört doch der ganze Ort da, der Mann. Wie heißt der nochmal?
Andy: Ich weiß gerade nicht, wie er heißt. Aber ich erinnere mich,
Andy: dass ich da auch mal was drüber gelesen habe.
Andy: Holzachterbahn heißt auf jeden Fall Wodan, wenn du die meinst. Ja, ja, ja.
Christian: Das ist doch total auch so ein geniales Beispiel dafür.
Christian: Vor allem das Interessante ist ja, dass der Europapark, wenn ich das richtig
Christian: verstehe, eigentlich nur ein Showroom ist, ja, für weltweit ein Bauen,
Christian: die eben diese Art von Vergnügungspark anlagen, ja.
Christian: Und klar, da kannst du auch als Privatmensch hin und kannst inzwischen auch
Christian: Hotel und kannst da übernachten, kannst da die ganze Woche verbringen und so ein Zeug.
Christian: Aber in erster Linie geht es darum, dass der zeigt, was die für geile Achterbahnen haben.
Andy: Was alles möglich ist, ja.
Christian: Hammerartig, ja. Das ist fantastisch, wirklich. Der hat eine eigene Autobahnausfahrt inzwischen da.
Christian: Wenn die Verkehrsinfrastruktur, die nur für diesen Europapark geschaffen wurde,
Christian: da würde ich gerne mal hinter die Kulissen gucken und schauen,
Christian: wie der das finanziert hat. Bestimmt nicht mit Venture Capital.
Andy: Ich bin mir nicht sicher. Ich glaube, wie war das? Da gibt es auch noch den
Andy: Aquapark jetzt und der kommt auch sehr gut an. Da kannst du auch hingehen mal.
Andy: Und das ist echt beides zusammen natürlich auch echt mega cool.
Andy: Es ist nicht weiter weg von hier, aber wir sind da auch alles mal Das ist schon sehr schön.
Andy: Abschließend würde mich noch kurz interessieren, wie du dich erholst mit Haus am See sozusagen.
Andy: Gibt es da irgendwelche Tipps, wo du sagst, du kannst besonders gut abschalten
Andy: oder da kommt dir die Inspiration für neue Ideen, für Dropscan?
Christian: Ja.
Christian: Ja, also ehrlich gesagt, mir kommt immer die meiste Inspiration,
Christian: wenn ich halt konkret an Sachen arbeite.
Christian: Also es ist nicht so, wenn man in Sachen sich einfach rein vertieft und rumschaut
Christian: und Sachen so im Hinterkopf hat, die einen beschäftigen, wo man dann nicht sofort
Christian: eine Lösung hat, aber dann kommt das einfach nach und nach.
Christian: Natürlich gibt es Sachen, also hätte ich früher nie gedacht,
Christian: dass ich das mal sagen würde, aber ich finde inzwischen Gartenarbeit wahnsinnig entstandend.
Christian: Einfach mal, ich habe jetzt zu Weihnachten habe ich auch eine tolle süddeutsche
Christian: Firma, eine Kettensäge von Stiel geschenkt bekommen, von meiner Frau, ja,
Christian: wo ich dann bei uns auf dem Grundstück mal ein paar Sachen weghauen kann und
Christian: mache jetzt einen Kettensägenführerschein und so ein Zeug, aber auch einfach mal
Christian: Rasen mähen, Beet umgraben oder sonst irgendwas, Geschichten im Garten machen,
Christian: macht total Spaß, weil du bist draußen an der frischen Luft,
Christian: du machst irgendwas, du siehst hinter einem Ende des Tages ein konkretes Ergebnis,
Christian: Im Idealfall machst du danach noch ein Lagerfeuer und verbrennst deine Gartenabfälle.
Christian: Hätte ich jetzt gar nicht sagen dürfen, ich weiß gar nicht, ob das erlaubt ist,
Christian: aber solche Sachen, da denkt man natürlich auch dann über Dinge in der Firma
Christian: nach, die einen beschäftigen und kommt auf interessante Ideen.
Christian: Aber das ist schon eine Sache.
Christian: Ich finde es auch wichtig, Dinge auch noch außerhalb des Unternehmens zu haben.
Christian: Sei es eine Familie, sei es Freunde, sei es irgendwelche Projekte,
Christian: die man macht, Hobbys oder sonst was für Geschichten.
Christian: Das gehört einfach dazu. Es wird ja immer viel über Work-Life-Balance gesprochen
Christian: oder auch gelästert oder sonst irgendwas.
Christian: Und ich bin eher ein Typ, der sagt, ja, je mehr man macht, je mehr man Dinge
Christian: hat, die einen interessieren, die einem Spaß machen, desto happier ist man auch
Christian: dann mit da letztendlich.
Christian: Und ich mache dafür relativ wenig Zeit. Also ich habe keinen Instagram-Account
Christian: oder ich habe keine Sachen, wo ich jetzt viel Zeit auf Social Media oder von
Christian: Netflix oder sonst was verbringe.
Christian: Natürlich schaue ich gerne mal einen guten Film oder was, aber es gibt ganz
Christian: andere Sachen, die ich eigentlich interessanter und spannender finde.
Andy: Alles klar. Wahnsinnige Reise, Christian.
Andy: Super coole Geschichte, toller Erfolg bis dahin. Ich bin sehr gespannt,
Andy: wie es für euch weitergeht und ich hoffe, wir bleiben auch in Kontakt.
Andy: Dann kann ich da mal ein bisschen berichten, dann auch aus Seiten des Users.
Andy: Und ja, vielen Dank für das Teil von deiner Geschichte.
Christian: Ja, du, vielen Dank für die Einladung. Hat mir total Spaß gemacht.
Christian: Und mach das weiter. Ich finde das ein wichtiges Thema.
Christian: Du hast es ja selber angesprochen. In
Christian: In der Öffentlichkeit stehen immer nur die wagniskapital finanzierten Unternehmen,
Christian: die die ganz große Nummer drehen.
Christian: Thema Bootstrapping ist, glaube ich, in den USA gibt es das viel mehr.
Christian: Habe ich das auch, als ich dort gelebt habe, mitbekommen, wo dann wirklich tolle
Christian: Unternehmen auch daraus entstanden sind, komplett aus eigener Kraft.
Christian: Und das muss in Deutschland auch noch viel stärker gepusht werden.
Christian: Von daher finde ich das super, was du hier machst.
Andy: Dabei hilfst du dann auch, wenn du Gast hier bist. Und von daher vielen Dank
Andy: auch an dich und danke für die Blumen. Viel Erfolg und dir einen schönen Tag.
Christian: Ja, mach's gut, Andi. Ciao.
Andy: Ciao. Ja, und das war auch schon wieder Folge 112 von Happy Bootstrapping.
Andy: Wie hat es dir gefallen das Interview mit Christian? Schreib mir gern in die
Andy: Kommentare auf LinkedIn, Feedback
Andy: per Mail an hallo-bootstrapping.de oder empfehle die Folge gern weiter.
Andy: Auch darüber freue ich mich total. Der Christian hat auch ein kleines Angebot
Andy: im Gepäck und zwar für andere Bootstrapperinnen, also gewerbliche Kunden,
Andy: die möchte er nämlich gern unterstützen mit seinem Service.
Andy: Und zwar kannst du eine Mail an christian.dropscan.de schicken und du bekommst
Andy: dann drei Monate Rabatt, 50 Prozent auf die monatliche Grundgebühr. Genau, genau.
Andy: Ansonsten unbedingt MiracleSync auschecken. Da sind die 5% mit dem Code HAPPYBOOTSTRAPPING.
Andy: Alles groß. Link ist in den Shownotes drin.
Andy: Ja, und bevor ich dir jetzt eine schöne Restwoche wünsche, in der nächsten Woche
Andy: Folge 113 habe ich den Janu von Featherflow.
Andy: Das ist eine MVP-Agentur und er macht auch noch ganz viele andere Sachen,
Andy: unter anderem den boilerplatehub.com, ein Marktplatz für Boilerplates.
Andy: Ja, sowas gibt es mittlerweile auch.
Andy: Ansonsten Podcast abonnieren, weiterempfehlen, 5-Sterne-Bewertung.
Andy: Vielen, vielen Dank dafür. Bis nächste Woche. Mach's gut. Ciao, ciao.
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